Viessmann Rexola Biferral RV24 - Ersetzen oder Behalten?

Diskutiere Viessmann Rexola Biferral RV24 - Ersetzen oder Behalten? im Viessmann Forum im Bereich Heizungshersteller; Hallo zusammen, ich bin seit 3 Tagen Hausbesitzer und im Keller verrichtet eine Viessmann Rexola Biferral RV24 Baujahr 1991 ihren Dienst. Es ist...

chefmixer

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Hallo zusammen,

ich bin seit 3 Tagen Hausbesitzer und im Keller verrichtet eine Viessmann Rexola Biferral RV24 Baujahr 1991 ihren Dienst. Es ist mein erstes Haus, daher bitte ich zu entschuldigen, falls der eine oder andere Begriff nicht ganz korrekt ist.
Wie es der Zufall will, geht gleich an Tag 1 der danebenstehende Warmwasserspeicher kaputt. Nach Abnehmen des Deckels sieht man einen Riss in der äußeren Dichtung, aus dem auch rostig-gefärbtes Wasser austritt.

Ich habe mittlerweile zwei verschiedene Heizungsbauer im Haus gehabt. Der erste meinte, dass er die komplette Anlage ersetzen würde, und hat mir ein Angebot für eine Viessmann Vitodens 222-F gegeben. Ist ja auch schon 21 Jahre alt, und neue Brennwertgeräte würden ca. 1/3 weniger verbrauchen, so war die Aussage. Zudem würde er auch die Gaszuleitung gleich erneuern, da diese auch so nicht mehr zulässig ist (nicht verdrehsicher, etc.).

Der zweite Heizungsbauer meinte, dass er nur den Kessel ersetzen würde. Die Rexola Biferral RV24 sei einfach "zu gut für diese Welt" und ein grundsolides Gerät, bei dem eigentlich nur 4 Bauteile kaputt gehen könnten (das teuerste ist wohl die Steuertafel, die ~1000 Kosten würde). Er meinte auch, dass die Ersparnis beim Gasverbrauch max. 10% betragen würden. Selbst wenn der Kessel irgendwann mal kaputt gehen sollte, könnte man den WWS auch noch für die nächste Anlage mit benutzen.

Ich werde mir jetzt noch eine dritte Meinung einholen, würde aber gerne eure Hilfe haben, da mich die beiden Aussagen leider kein Stück schlauer machen.
Kostentechnisch wäre natürlich nur der WWS deutlich günstiger (ca. 1/4), wie ein neuer Brennwertkessel 222-F. Gerade im Zuge der noch anliegenden Renovierungsmaßnahmen würde uns das entgegen kommen.
Aber lohnt es, für eine 21 Jahre alte Anlage noch einen neuen WWS zu kaufen, und ist diese Biferral RV24 wirklich soooo gut, wie es mir erzählt wurde? Ich würde jetzt
ungern
nur den Kessel kaufen, um dann festzustellen, dass die Aussage über den Rexola Biferral RV24 doch nicht ganz richtig war, und ich demnächst dann den Rest ersetzen muss.

Vielen Dank im Voraus für eure Hilfe/Meinungen!

chefmixer
 

Piotre

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Hallo, also generell sollte man bei einer Anlage die 21 Jahre alt ist, diese komplett erneuern. Zu der Gasleitung muss man wissen, das diese alle zwölf Jahre geprüft werden müssen, nennt sich Gebrauchsfähigkeitsprüfung und ist gesetzlich vorgeschrieben. Eine Erneuerung ist immer vor Ort zu entscheiden, da will ich mal nichts zu sagen. Für die Neuanlage sind natürlich die örtlichen Gegebenheiten zu beachten. Das heißt, Größe des Hauses, Gebäudebeschaffenheit, Personenzahl wegen Warmwasser, ist eine Zirkulation vorhanden und und und. Ich persönlich halte den 333 F für besser. Gruß Piotre
 

Sparky

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chefmixer schrieb:
Der zweite Heizungsbauer meinte, dass er nur den Kessel ersetzen würde. Die Rexola Biferral RV24 sei einfach "zu gut für diese Welt" und ein grundsolides Gerät, bei dem eigentlich nur 4 Bauteile kaputt gehen könnten (das teuerste ist wohl die Steuertafel, die ~1000 Kosten würde). Er meinte auch, dass die Ersparnis beim Gasverbrauch max. 10% betragen würden. Selbst wenn der Kessel irgendwann mal kaputt gehen sollte, könnte man den WWS auch noch für die nächste Anlage mit benutzen.
Hallo,

diesem Heizungsbauer stimme ich voll und ganz zu.

Ich habe genau die gleiche Heizung aus dem Jahre 1992 und die arbeitet tadellos. Das Haus habe ich vor 2 Jahren gekauft und anfänglich ebenfalls die gleichen Bedenken gehabt, daß diese Heizung bald ihren Geist aufgeben würde, eben nur wegen des Alters.
Unzählige Recherchen im Internet und in meinem persönlichen Umfeld haben mir aber dazu geraten, diese Heizung noch lange weiter zu betreiben. Heutig produzierte Heizungsanlagen sind materialmässig garnichtmehr in der Lage so lange durchzuhalten. Die gehen viel früher über den Jordan. Heutzutage wird an allen Ecken und Kanten gespart, das wirkt sich dramatisch auf die Lebenserwartung der Produkte aus.

Die Viessmann Rexola ist ein grundsolides Modell, da hat man bei der Herstellung noch nicht unter dieser Spar-psychose gelitten.

... und wenn dir jemand von Ersparnissen bei neuen Anlagen von jenseits 10% erzählt, lach ihn aus.
Das ist einfach nicht möglich.

Meine persönlichen Gedanken dazu:
Die Heizkörper einer älteren Anlage sind darauf berechnet, daß der Vorlauf des Heizungswassers grösser als 45°C beträgt.
Installierst du nun ein Brennwertgerät, dann profitierst du von dem Brennwert ja nur, wenn der Vorlauf kleiner 45°C ist, darüber ist der Brennwert futsch mithin auch die Ersparnis.
Aber unterhalb dieser 45°C bekommst du eventuell dein Haus nichtmehr warm genug.
Ergo, müsste man bei Installation einer Brennwertanlage auch gleich die Heizkörper mit tauschen gegen welche mit grösserer Wärmeabgabefläche.

Du kannst das ganz einfach ausprobieren indem du mal deinen Vorlauf auf 45°C begrenzt, reicht das um dein Haus warm zu halten?
Wenn nicht, bringt dir auch ein Brennwertgerät so gut wie nichts.

Der nächste Gedanke: Selbst wenn du 10% Energieverbrauch sparen würdest, rechne mal diese 10% deiner Jahresrechnung auf die Anzahl der Jahre die du bräuchtest um die Neuanschaffung eines Brennwertgerätes zu finanzieren.
Dann kommst du auf eine Zahl wo der neuangeschaffte Brenner schon wieder kaputt und ein neuer fällig wäre.

Deshalb war meine persönliche Entscheidung, die Rexola solange in Betrieb zu halten wie irgendwie geht.

Gruß
 

Schmitt

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Sparky schrieb:
1) diesem Heizungsbauer stimme ich voll und ganz zu.

2) dann profitierst du von dem Brennwert ja nur, wenn der Vorlauf kleiner 45°C ist, darüber ist der Brennwert futsch mithin auch die Ersparnis.

Zu 1) Ich auch.

Zu 2) Falsch denn:

Der Brennwertnutzen stellt sich dann ein wenn die Rücklauftempetur kleiner als die Taupunktemperatur des Abgases ist. Dabei ist es unerheblich mit welcher Vorlauftemperatur die Anlage gefahren wird

Die Taupunkttemperatur des Erdgases beträgt im allgemeinen + 55° C.



mfG. Schmitt
 

Sparky

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Schmitt schrieb:
Die Taupunkttemperatur des Erdgases beträgt im allgemeinen + 55° C.
Der Abgastaupunkt liegt bei ~55°C!

Aber du hast recht, es gibt Hochtemperatur- und Niedrigtemperatur-Brennwertkessel.

Nix für ungut
Gruß
 

Schmitt

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Sparky schrieb:
Aber du hast recht, es gibt Hochtemperatur- und Niedrigtemperatur-Brennwertkessel.
Würdest du mir bitte den Unterschied dieser zwei Kesselvariationen erklären?



mfG. Schmitt
 

Sparky

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Schmitt schrieb:
Sparky schrieb:
Aber du hast recht, es gibt Hochtemperatur- und Niedrigtemperatur-Brennwertkessel.
Würdest du mir bitte den Unterschied dieser zwei Kesselvariationen erklären?



mfG. Schmitt
Ja bitte: Ein "gemeiner" Brennwertkessel (die häufigste Variante) hat einen simplen Kondensator aus Edelstahl mit Wasserablauf direkt in den Kanal.

Wenn aber höhere Temperaturen gefahren werden müssen, aus den Gründen die ich in meinem ersten Post erwähnt hatte, dann kann man zu einem Last- und temperaturunabhängigen Kessel greifen, sogen. Hochtemperaturbrennwertkesseln (aber frag nicht nach den Kosten).

Da werden die heissen Abgase durch ein ausgeklügeltes Abgassystem mit Kunststoff-Wärmeübertrager geleitet.
Im Kunststoffwärmeübertrager werden dann die Abgase weiter abgekühlt
und so für die Kondensation nötigen Temperaturen von 57 °C (bei
Gasbetrieb) bzw. 47 °C (bei Ölbetrieb) unterschritten.
Die für den Verbrennungsvorgang benötigte Frischluft kühlt auf ihrem
Weg zum Brenner den Wärmetauscher und erwärmt sich. Die Wärmeenergie
wird auf diese Weise im System zurückgehalten und geht nicht mit dem
Abgas verloren. Je kälter die einströmende Frischluft ist (z. B. im
Winter), desto besser wird der Wirkungsgrad, denn dann werden die Abgase
stärker abgekühlt.

Da der Kunststoffwärmeübertrager unempfindlich gegenüber der im Kondensat enthaltenen Schwefelsäure ist,
spielt der im Brennstoff enthaltene Schwefelanteil keine Rolle.
Öl-Brennwertheizungen können deshalb auch schwefelhaltige Heizöle
verfeuern.

Durch diese Anordnung ist bei diesen Kesseln der Brennwert weder
last- noch rücklauftemperaturabhängig. Solche Kessel können auch da
eingesetzt werden, wo Vor- und Rücklauftemperaturen zwischen 90 °C und
60 °C liegen müssen. Man nennt sie Hochtemperatur-Brennwertkessel.
Gruß
 

chefmixer

Threadstarter
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Erstmal recht herzlichen Dank für die Antworten. Meine Tendenz geht eigentlich auch Richtung behalten. Der Schornsteigfeger meinte, dass die Abgaswerte auch in Ordnung sind (erlaubt sind 11%, meiner hatte im Jahr 2011 7%). Gestern leuchtete die Lampe nur aus unbekannten Gründen auf einmal nicht mehr grün, sondern rot. Nach einem kurzen Drücken auf den Knopf aber wieder alles in Ordnung. Kann das schlichtweg einfach mal passieren, oder ist das ein Grund zur Sorge?

Das mit den Heizkörpern ist ein sehr guter Hinweis, danke dafür. Nachher kommt noch ein anderer HB (ein Kumpel von früher), mal sehen, was der mir sagt.

Das Angebot des WWS mit Einbau beläuft sich auf ~1500 Euro, leider kenne ich den genauen Typ nicht (130 L, Angebot hat er wieder mitgenommen). Ist das preislich im Rahmen?

Spannend finde ich die Möglichkeit, dass man laut dem 2. HZ-Bauer ganz einfach einen wassergeführten Kamin anschließen kann, wenn man die Rexola Biferral behält. Das wäre viel einfacher als bei Brennwertgeräten.

Viele Grüße

chefmixer
 

Sparky

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Hallo Chefmixer,

wenn dein Feuerungsautomat eine rote LED zeigt, heisst das, daß er nicht imstande war eine Flamme zu erzeugen. Das kann verschiedene Gründe haben. Einen davon hatte ich schonmal selbst. Bei mir war damals der Glühzünder zu alt, sodaß er nichtmehr die nötige Hitze erzeugen konnte um das Gas zu entzünden. Mal hat ers gepackt und mal nicht. Solche Glühzünder sind Verschleissteile, überprüfe den mal.

Ich hatte mir den dann im Internet für kleines Geld gekauft und ausgetauscht und seither ist Ruhe.

Gruß
 

Schmitt

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Sparky schrieb:
Schmitt schrieb:
Je kälter die einströmende Frischluft ist (z. B. im Winter), desto besser wird der Wirkungsgrad, denn dann werden die Abgase stärker abgekühlt.
Bezogen auf den erhöhten Kondensatanfall gebe ich dir recht, aber Frage dazu.

Wie wirkt sich die Erhöhung der Ansaugtemperatur auf das zu erwärmende Heizwasser auß?

Anbei die Funktionsweise des Vetter Kessels (VERITHERM - System aus dem Handbuch des "Erfinders Müllermeister Richard Vetter".






Übrigens, die Aussage Niedrigtemperatur - Brennwert sowie Hochtemperatur - Brennwert sind nach meinem Kenntnissstand Ausdrücke aus der Industrie und entbehren jeglicher Grundlage.

Da ich aber nicht allwissend bin lasse ich mich gerne eines Besseren belehren.


mfG. Schmitt
 

Sparky

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Schmitt schrieb:
Wie wirkt sich die Erhöhung der Ansaugtemperatur auf das zu erwärmende Heizwasser auß?
Ich verstehe jetzt die deine Motivation für diese Frage nicht, da es hier in diesem Thread ja um etwas ganz anderes geht.
Ich will dir dennoch eine Antwort geben:
Eine Erhöhung der Ansaugtemperatur wirkt sich überhauptnicht auf das Heizwasser aus, da die Heizwassertemperatur nur abhängig ist von der eingestellten Heizkurve, sprich von dem Temperaturwert den der Aussenfühler liefert.
Mit anderen Worten, die Temperatur des Heizwassers wird von anderen Parametern bestimmt als denen der Ansaugluft.

Wenn sich die Ansaugtemperatur erhöht, meist durch eine gleichfalls erfolgte Anhebung der Aussentemperatur, dann wirkt sich das exclusiv nur auf den Energieverbrauch aus.
Zwar sinkt der Wirkungsgrad bei höherer Ansaugtemperatur, aber gleichzeitig wird die Wärmebedarfsanforderung auch geringer, da die Aussentemperatur ja ebenfalls steigt.
Ergo wirkt sich die Ansaugtemperatur nur auf den Verbrauch aus.


Übrigens, die Aussage Niedrigtemperatur - Brennwert sowie Hochtemperatur
- Brennwert sind nach meinem Kenntnissstand Ausdrücke aus der Industrie
und entbehren jeglicher Grundlage.
Die Bezeichnung "Hochtemperatur-Brennwertkessel" ist absolut umgangssprachlich etabliert und findest du überall in der Fachliteratur, man nennt sie dort auchnoch Voll-Brennwertkessel.

Gruß
 
Thema:

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