Paar grundsätzliche Fragen zur Optimierung der Heizung

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Weisswurst

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Hallo Leute,

ich hätte paar grundsätzliche Fragen zur Anlage selbst, und deren Optimierung. Vorsicht, könnte ein langer Text werden, ich hoffe es liest ihn trotzdem jemand....

Ausgangslage/Verbaute Technik:
Einfamilien-Fertighaus, BJ 2002 mit dementsprechendem Dämmstandard, ca. 110qm WFL, keine FBH nur HK.
(Flüssiggas-)Gastherme Vaillant VSC196/2-C mit VRC410-Regelung (Aussentemp.-Geregelt), Solar für WW+HZ, wasserf. Kaminofen, 400l WW-Speicher, 750l Kombi-Speicher (570l Puffer, 180l WW).

Momentane Einstellungen: Heizkurve 0,9 , Brennersperrzeit 30 Min, Pumpennachlauf 5 Min, Fusspunkt 30°C, max. Teillast auf 9kW (=Minimum) reduziert, Raum-Soll-Temp auf erstem Teilstrich nach Mittelstellung, WW-Soll-Temperatur 52°C.

Folgende Fragen:
- Mit welcher Optimierung fängt man am besten an? Hydraulischer Abgleich, Anpassung der Heizkurve, Reduzierung der Brennerstarts/Taktung,......? Was hat am meisten Auswirkung auf die Effizienz? Kleines Beispiel: Ich erreiche vermutlich das selbe Ergebnis (Raumtemperatur), wenn ich a) Die Brennersperrzeit auf Maximum setzte, und die Vorlauftemperatur/Heizkurve erhöhe, oder b) Die Brennersperrzeit runtersetze, und VL/HK reduziere. Was ist nun besser?
- Die HK werden momentan nur im oberen Drittel warm. Hier wird geschrieben, daß dies unerheblich ist, wenn die gewünschten Raumtemperaturen erreicht werden. Steht für mich irgendwie im Widerspruch, vor dem Hintergrund, daß Flächenheizungen (z.B. FBH) die effizientesten Systeme sind. Warum ist es dann egal, wenn (die auch kleinen) Flächen der HK nicht voll genutzt werden?
- Hydraulischer Abgleich hat welchen genauen Sinn, und kann dieser mit "Hausmitteln" durchgeführt werden? Meinen Recherchen nach sollen dadurch überall gleiche Volumenströme herrschen. Spielt es dabei eine Rolle, wenn ein Raum unterschiedlich genutzt/geheizt wird (z.B. Gästezimmer mit seltener Nutzung, wenn es genutzt wird soll es aber natürlich auch warm werden).
- Was genau ist der Fusspunkt? Ist das einfach ausgedrückt die minimale VL-Temperatur, welche auch gefahren wird selbst wenn die eingestellte HK eine kleinere VL-Temp vorgeben würde?
- Hat man nicht nahezu alle Heizkörper in Betrieb, bekommt die Therme die Wärme nicht weg und schaltet nach kurzer Brennerzeit schon wieder ab. Die Wärme kommt dann an den ggf. wenigen aufgedrehten Heizkörpern gar nicht an. Es kann doch aber nicht sein, daß man das ganze Haus heizen muss, nur damit die Therme vernünftig läuft?
- Würde die Therme getauscht, ist es dann aufgrund Anschlüssen/Abgasrohr sinnvoll wieder eine Vaillant zu nehmen? Wie groß ist der Aufwand/Mehrkosten, wenn man einen anderen Hersteller wählt (Favorit wäre Wolf CGB-11). Steht zwar momentan (noch) nicht zur Diskussion, aber rein interessehalber.......

Das wars für Erste, ich hoffe irgendjemand hat genug Ausdauer das alles zu lesen und vor allem zu beantworten........

Dafür schon mal VIELEN DANK!

Grüße
 

Piotre

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Hallo, ist wirklich ein langer Text. Also mal ein paar Antworten von mir. Ich bin mit der Vaillantregelung auch noch nicht so firm und habe mit dem Kundendienstler einer anderen Firma gesprochen dir nur Vaillant einbauen und der konnte mir auch nicht wirklich helfen. Ich habe das selbe Gerät bei mir im Haus ( gemietet) stehen und bin noch immer in der Testphase. Was ich bisher gemacht habe ist, den Nachlauf auf 30min gestellt und die Pumpenleistung auf 70% gestellt. Damit habe ich erstmal erreicht, das die Heizkörper warm werden, da dies vorher nicht so war. Hier war auch nur 5min Nachlauf. Ich muss dazu sagen, wir haben auch alles HK und 180qm Wohnfläche. Die Kennlinlie habe ich auf 1,2 und den Fußpunkt auf 32°C stehen. Ist für mich bislang die beste Einstellung.

Zum hydraulischem Abgleich, das hast du schon richtig gelesen. Bei genauer Berechnung wird jeder Raum einzeln bewertet, die Größe der Heizkörper und die Entfernung von der Heizung sind entscheidend und natürlich die Pumpe. Nach Berechnung werden die voreinstellbaren Ventile dementsprechend eingestellt und die Pumpenleistung angepasst. Wenn die Heizkörper nur oben warm werden ist es schon erstmal richtig mit der Aussage, es ist ok wenn die Raumtemp. erreicht wird. Ist dies nicht so, ist die Pumpenleistung nicht ausreichend.

Ich hoffe das beantwortet fürs erste einige Fragen Gruß Piotre
 

Weisswurst

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Hallo Piotre,

danke schonmal für die Rückmeldung!

Bzgl. Pumpenleistung:
Ich wusste gar nicht, daß man die bei diesem Thermen-Typ (bis auf die 2 fest vorgegebenen Stufen am Schalter der Pumpe selbst) einstellen kann. Werd ich mir mal anschauen.

Pumpen-Nachlauf:
Bei langen Nachlauf ist meiner Meinung nach das Problem, daß die HK ruck-zuck wieder abkühlen, weil das Wasser quasi ohne weitere Nachheizung nur im Kreis gepumpt wird (hoffe Du weißt was ich meine), da ja die Brenner-Sperrzeit noch aktiv ist. Setzt man die Brenner-Sperrzeit jedoch runter, hat man Takten ohne Ende.......... befürchte, das ist der Preis einer überdimensionierten Anlage. Aber will halt das Beste draus machen und optimieren.

Hydr. Abgleich:
Momentan werden fast alle HK nur im oberern Drittel warm, und die gewünschten Raumtemperaturen werden nicht wirklich erreicht (überall etwa 2° zu niedrig). Nur der HK im Bad wird fast vollflächig warm. Die Pumpe in der Therme steht schon auf Stufe 2, also Maximum. Ventil-Voreinstellung ist an allen HK auf Maximum.

Hoffe auf weitere Rückmeldungen, auch zu den anderen Themen :thumbup:

Danke+Grüße
 

Piotre

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Du kannst die Pumpenleistung im Menü einstellen. d.? Ich kann dir jetzt nicht genau sagen welcher Punkt steht aber in der Anleitung. Ja die Sperrzeit musst du runternehmen. Ich glaube meine steht jetzt auf 8min. Wie gesagt, für uns ist die Einstellung jetzt erstmal ok, ist aber natürlich von Haus zu Haus unterschiedlich. Der Verbrauch im letztem Jahr war für die Wohnfläche auch ok. Wenn du den Angleich selber machen möchtest, schau mal bei dem Ventilhersteller. Die haben Einstelllisten für die unterschiedlichen Heizkörpergrößen. Dann hast du wenigstens nach Heizkörpergröße eingestellt.
 

Weisswurst

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So, hab mir das heute bzgl hydr. Abgleich mal angeschaut.
Es sind HK-Ventile von Kermi in Verbindung mit Danfoss-Thermostaten. Voreinstellung steht natürlich bei allen Ventilen auf max. Durchfluss (Stufe 6) :S

Auf der HP von Kermi hab ich ein PDF gefunden, in dem es um Voreinstellungen (je nach HK-Größe) der Ventile geht, welche lt. einer ebenfalls dort zu findenen Studie einem hydraulischem Abgleich gleichzusetzen sind.........
Hört sich für mich irgendwie zweifelhaft an. Soweit ich informiert bin, spielen doch bei nem hydraulischen Abgleich u.a. auch die Rohrleitungslängen usw. eine Rolle.

Wäre mir natürlich recht wenn es so easy wäre, aber ob dem wirklich so ist..........

Grüße
 

Weisswurst

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Hallo nochmal,

wollte kurze Rückmeldung bzgl der voreingestellten HK-Ventile geben. Nachdem die Voreinstellungen ja wie bereits geschrieben bei allen HK auf max Durchfluss (Stufe 6) standen, hab ich die Voreinstellungen wieder auf die entsprechenden Original-Werte lt. PDF von der Kermi-Homepage eingestellt.

Was soll ich sagen......... die Wärmeverteilung ist an allen HK nun viel gleichmäßiger. Alle HK werden nach Einschalten der Therme so gut wie gleichzeitig warm, die Raumtemperaturen entsprechen bei abgenommenen Thermostatventilen schon sehr gut den Wunschtemperaturen (die Heizkurve passt also auch schon recht gut). Ist natürlich sicher nicht das gleiche wie ein vollwertiger hydr. Abgleich, aber gerade in nem kleinen EFH mit überschaubaren Rohrlängen und anscheinend halbwegs korrekt ausgelegten Heizkörper-Leistungen ist dieses Vorgehen ein sehr guter (und v.a. günstiger) Kompromiss.

Denke bin auf nem guten Weg, danke für die Tipps. Weitere sind natürlich immer willkommen! ;)

Grüße
 
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