Zusammenspiel Regelungsart, Heizkörperthermostate und Raumthermostat

Diskutiere Zusammenspiel Regelungsart, Heizkörperthermostate und Raumthermostat im Regelungstechnik Forum im Bereich Regelungstechnik / Erneuerbare Energien; Hallo, seit kurzem ist unsere neue Buderus Öl-Brennwertheizung in Betrieb und ich habe mich nun etwas mit der Regelung beschäftigt. An sich...

Moe

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Hallo,
seit kurzem ist unsere neue Buderus Öl-Brennwertheizung in Betrieb und ich habe mich nun etwas mit der Regelung beschäftigt. An sich verstehe ich ja die einzelnen Punkte meiner themenüberschrift, aber nicht ganz das Zusammenspiel und werde auch aus dem Handbuch nicht schlau.

Konkret. In unserem neuen Steuerungsmodul im Wohnzimmer sind die Temperaturen für Heizbetrieb = 21C und Abgesenkter Betrieb = 16C eingestellt. Regelungsart ist außentemperaturgesteuert. Das heißt anhand der Heizkurve steuert es mit der Aussentemp. (AT) die Vorlauftemperatur (VT) Frage 1: das müsste doch bedeuten die eingestellten 21C sind völlig unrelevant, da die VT durch die AT bestimmt wird und die Abgabe der Wärme nur durch die Einstellung an den Heizkörperventilen. Frage 2: Ist die Einstellung dann nur bei Raumtemp.gesteuert wichtig? Wenn das so wäre, wie würde ich erkennen,ob die Heizkurve denn evtl. zu hoch ist. Wenn die VT unnötig hoch wäre, würden die Heizkörperventile ja dennoch für eine korrekte Raumtemp. sorgen., und das heiße Wasser nicht abgenommen. Frage 3: um dies festzustellen, macht es da Sinn,diese runterzustellen und schrittweise zu erhöhen bis die Heizkörper Raumtemp.erreichen?

Nun kurz zum abgesenkten Betrieb: eingestellt ist außentemp.Schwelle = 5C, das heißt die Heizung ist aus,bis 5C erreicht werden und dann geht sie in den reduzierten Betrieb. Frage 4: was heißt reduzierter Betrieb? Es ist doch dieselbe heizkurve eingestellt oder gilt diese für den reduzierten Betrieb nicht? Welchen Effekt haben die eingestellten 16C.

Ich hoffe das war so verständlich und jemand mit ein bisschen mehr Ahnung kann dies mit wenigen Worten erklären :).

Vielen Dank
 
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gesbb

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In unserem neuen Steuerungsmodul im Wohnzimmer sind die Temperaturen für Heizbetrieb = 21C und Abgesenkter Betrieb = 16C eingestellt. Regelungsart ist außentemperaturgesteuert.
Es ist eine geschachtelte Regelung.
Typische Regelkreise
Der äußere Regelkreis macht eine Vorgebe gemäß Einstellung der Heizkurve. Der mitlere (Referenzraumregelung) überprüft bzw. korrigiert das. Im Referenzraum müssen alle ThV auf Max stehen bzw. die Thermostatköpfe demontiert sein.
 

KarlZei

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Was ist denn überhaupt verbaut? Typ der Heizung und der Regelung / Bedieneinheit?
 
Hausdoc

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Der RC 310 hängt im Wohnzimmer?
Daa macht man eigentlich nur bei gehbehinderten Nutzern oder wenn Fremdwärme durch Kaminofen oder große Glasflächen besteht Sinn

Ist da überhaupt ein Raumeinfluss eingestellt und wenn ja, wie hoch

Die dort eingestellten Temoeraturen haben NICHTS mit tatsächlichen Tempoeraturen zu tun. Sie dienen nur der reltiv einfachen Heizkurvenanpassung durch den Nutzer.
 

KarlZei

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Ich empfehle, dass Du Dir neben der Bedienungsanleitung auch mal die Installationsanleitung zur RC310 durchliest. Darin ist u.a. beschrieben, wie die Heizkurve funktioniert und wo die Unterschiede zwischen Außentemperatur- und Raumtemperaturregelung bzw. AT-Regelung mit Raumeinfluss liegen.
Einige allgemeine Punkte:
da die VT durch die AT bestimmt wird und die Abgabe der Wärme nur durch die Einstellung an den Heizkörperventilen.
Die Wärmeabgabe sollte generell nicht (übermäßig) durch Thermostate an Heizkörper eingestellt werden. Idealerweise geben die Heizkörper nach Einstellung der Heizkennlinie (und der Hydraulik) bei offenen Thermostaten genau die Wärme ab, die für die gewünschte Temperatur im Raum benötigt wird. Die Thermostate regeln dann in erster Linie Fremdeinflüsse (z.B. Erwärmung wg. Sonneneinstrahlung) weg.
Oder meintest Du tatsächlich Heizkörperventil? Das ist das Teil im Heizkörperanschluss, auf den das Thermostat geschraubt ist. Das Ventil wird für den hydraulischen Abgleich benötigt.
Wenn das so wäre, wie würde ich erkennen,ob die Heizkurve denn evtl. zu hoch ist. Wenn die VT unnötig hoch wäre, würden die Heizkörperventile ja dennoch für eine korrekte Raumtemp. sorgen., und das heiße Wasser nicht abgenommen.
Siehe oben, wenn die Raumtemperaturen zu hoch werden, muss die Heizkennlinie abgesenkt werden. Drosseln über Thermostate ist energetisch nicht sinnvoll und bezüglich des Betriebsverhaltens der Heizung kontraproduktiv.
Frage 3: um dies festzustellen, macht es da Sinn,diese runterzustellen und schrittweise zu erhöhen bis die Heizkörper Raumtemp.erreichen?
Sinn macht, zunächst alle Thermostate voll aufzumachen und zu prüfen, welche Raumtemperaturen sich einstellen. Danach fängt dann der Spaß an: hydraulischer/thermischer Abgleich + Einstellung der Heizkennlinie.
 

Moe

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Ist da überhaupt ein Raumeinfluss eingestellt und wenn ja, wie hoch
Bei der Installation wurde wohl ein Raumeinfluss eingestellt, wie hoch weiß ich nicht. Ich weiß es nur daher,da wir ein Problem an der Steuerung hatten und vom Hersteller direkt ein Service Techniker im Haus war. Dieser hatte mir gesagt er nimmt diesen komplett raus,da er dies bei uns nicht sinnvoll findet.
 

Moe

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vielen Dank für die üblichen Antworten.
Sorry, ich meinte natürlich "ausführlichen" Antworten. Das war die Worterkennung.

Ich hab wie du empfohlen hast mal die Installationsanleitung durchgelesen. Lass mich mal zusammenfassen:
In einer idealen Welt, habe ich alle Heizkörper auf max. gestellt und es geschafft, durch Herantasten und Versuchen, eine Heizkurve zu finden, bei welcher ich meine gewünschte Raumtemperaturen sowohl in der milden Übergangszeit, als auch im kalten Winter ohne Anpassungen genau erreiche. Da die Realität sich aber oft anders verhält und in einem Raum schön die Sonne reinescheint und den Raum auch so erwärmt, drossle ich hier am Heizkörperthermostat auf meine Wunschtemperatur Stufe 3 um ihn nicht unnötig warm zu heizen. Im Kinderzimmer drehe ich ihn auf Stufe 2, weil der Bub eh den ganzen Tag nicht da ist und da im zweiten Kinderzimmer der Ball durch die Scheibe ging, drehe ich ihn auf minimal. Mein Raumtemperatureinfluss bräuchte ich ja eigentlich gar nicht, wenn da nicht immer der Besuch zu Sonntag wäre, der es gern 2°C wärmer hat. Um deswegen nicht die Steuerung verstellen zu müssen, dreh ich meine Soll-Temperatur hoch und dadurch verschiebt es die Heizkurve nach oben. Ein Offset in der Expertensteuerung hätte aber denselben Effekt. Die Heizkurbe bleibt unverändert. So grob ok?

Besten Dank!
 

KarlZei

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Ja, ich mache es im Grunde ähnlich. Denn irgendwie muss man einen vernünftigen Kompromiss zwischen Idealbetrieb und sinnvollem Betrieb mit Bedienungsspielraum finden. Man hat die Heizungsanlage in erster Linie ja zum Heizen (Komfort) und nicht zum Frieren, um möglichst viel Geld zu sparen ;-)

Ich habe zunächst einen hydraulischen Abgleich gemacht und die Heizkennlinie optimiert, um auf die Wunschtemperaturen (20+ bis 25°C, je nach Raum) zu kommen. Die nur selten genutzten Zimmer (5 Kinderzimmer) werden über Thermostate eingebremst, die bei Bedarf eben zum weiteren Aufheizen aufgedreht werden. Wenn es insgesamt wärmer sein soll, wird die Heizkennlinie über eine Raumsoll-Vorgabe per App in Richtung wärmer verschoben. Einen Raumtemperatureinfluss (über Fernbedienung / Thermostat im Referenzraum) nutze ich wegen der Fußbodenheizung im Erdgeschoss nicht.

Bei dieser Betriebsweise muss man allerdings beachten, dass schnell mal zu viel durch die Thermostate gedrosselt werden kann und damit, auch abhängig von der Pumpeneinstellung, der Volumenstrom in die Knie gehen kann, was sich wiederum negativ auf den Betrieb der Therme auswirken kann (Takten). Bei mir ist es kein Problem, weil immer gut 80m² FBH offen sind.
 

Moe

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Irgendwie komm ich nicht klar. Die Auslegungstemperatur der heizlinie hatte ich zuletzt bei 62C eingestellt (bei Max Kälte -15C). Bei 6C aussentemp. sprang die Heizung bei 30C Kesseltemp. an und lief bis die Vorlauftemperatur so bei gut 50C war. Ich wollte nun mal durch eine große Veränderung einfach schauen was passiert und habe die Auslegungstemp. auf 52 gesenkt. Es hat sich eigentlich nur geändert, dass die kesseltemp. länger bei 30C gestanden hat bis die Heizung angesprungen ist, dadurch die Heizkörper kühler geworden sind. Geheizt hat es aber wieder bis 50C. Daher noch ein Versuch mit 42C, gleiches Ergebnis. Heizung ist längere Zeit nicht angesprungen, Heizkörper wurden sehr kühl, aber nach anspringen hat's wieder bis 50C geheizt.
Aussentemp.Steuerung ist eingestellt, Raumabgleich aus, kein Offset.

Darf das sein?
 
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