Welcher ist der beste Betriebsmodus

Diskutiere Welcher ist der beste Betriebsmodus im Buderus Forum im Bereich Heizungshersteller; Servus, ich habe eine Buderus Heizung + ERC und Außenfühler. Meine Frage welcher der drei Betriebsmodus würdet ihr empfehlen bzw. was sind die...

Ben488

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Servus, ich habe eine Buderus Heizung + ERC und Außenfühler.

Meine Frage welcher der drei Betriebsmodus würdet ihr empfehlen bzw. was sind die Vorteile von Varinate 3 gegenüber 1:

1.Raumtemperaturgeführter Heizbetrieb
2.Ausentemperaturgeführter Heizbetrieb
3.Ausentemperaturgeführter Heizbetrieb + Raumtemperaturaufschlatung

Ausgangssituation:

ERC im Wohnzimmer in dem auch ein Kamin steht + Fußbodenheizung.
Offene Bauweise über alle Etagen...


Danke für Euere Hilfe.

Viele Grüße
 

Pierre

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Bekommst du mit dem Kaminofen den fast alle Räume gut temperiert ?
 

Ben488

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der Ofen ist auf der Ebene der Steuereinheit aber im Obergeschoss reicht er nicht zum heizen. Die Fußbodenheizung ist ebenfalls auf Ebene der Steuereinheit und des Ofens . Hoffe es ist verständlich ;)
 
Wolfhaus

Wolfhaus

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in dem auch ein Kamin steht
Da kommt es dann auf die Nutzung vom Kamin an, weil der natürlich wenn er genutzt wird, die Raumtemperatur verändert und damit dann eine Raumsteuerung bzw. Raumeinfluss nicht sinnvoll ist.
Also kannst du dann nur
2.Ausentemperaturgeführter Heizbetrieb
nutzen. Ohne den Kamin wäre die
3.Ausentemperaturgeführter Heizbetrieb + Raumtemperaturaufschlatung
die beste Variante.


Folgendes sollte mann nur nutzen wenn kein Kamin benutzt wird und kein Außenfühler vorhanden ist;
1.Raumtemperaturgeführter Heizbetrieb
Hierzu wird der so genannte Führungsraum als Regelgröße verwendet und stellt die am schwerste einzustellende Variante mit dem am wenigsten befriedigenden Ergebnis dar. Von vielen Nutzern die nur diese Möglichkeit haben wird das System nicht verstanden, mit dem Ergebnis, unzufrieden mit der Regelung.

Wenn das mit dem Kamin richtig gemacht wird, wird dieser als wasserführender Kamin mit ausgelegt und in das Heizungssystem mit eingebunden.
 

Ben488

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Vielen Dank für deine ausführliche Beschreibung und kannst du mir nochmal den generellen Unterschied zwischen Variante 2 und 3 erklären ?
 
Wolfhaus

Wolfhaus

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2.Ausentemperaturgeführter Heizbetrieb
3.Ausentemperaturgeführter Heizbetrieb + Raumtemperaturaufschlatung
Ausentemperaturgeführter Heizbetrieb = hier ermittelt ein Außensensor die Außentemperatur und stellt den Brenner in der Heizung entsprechend den Bedingungen (außen kalt - warm und Zwischenwerte) auf die erforderliche Leistung ein. ( so wie beim Auto das Gaspedal entsprechend den Bedingungen betätigt wird, immer Vollgas ist nicht gut) Der Nachteil ist das die Heizung die erreichte Raumtemperatur nur schätzen kann, die Heizkörperventile können nicht regeln, die machen nur zu wenn die eingestellte Temperatur erreicht ist, ein "nachregeln" ist mit den HK- Ventilen nicht möglich.

Der Raumregler darf aber nicht abgebaut werden! er ist auch hier ein wichtiges Teil der Heizungssteuerung, die Einstellung der Raumtemperatur am Regler ist Bedingung, da dieser diese Werte der Heizung mitteilt.

Ausentemperaturgeführter Heizbetrieb + Raumtemperaturaufschlatung = hier wird dann zusätzlich die Raumtemperatur entsprechend der Einstellung am Raumregler überwacht und der Brenner gegebenenfalls zeitiger abgeschaltet oder weiter in Betrieb gelassen bis die Vorgaben erreicht sind.
Diese Regelung ist feinfühliger und sparsamer.
------
Das ist aber nicht möglich wenn eine fremde Wärmequelle (Kamin) zusätzlich benutzt wird, weil sie die Kamin- Wärme feststellt und dann die gesamte Heizung abschaltet.
Um das zu verhindern, gibt es Kamine die in das Heizungssystem mit eingebunden werden können und dann ist auch der Raumregler in der Lage über die Heizungssteuerung den Brenner abzuschalten und die Wärme vom Kamin im gesamten Haus zu verteilen. Liefert der Kamin dann keine Wärme bzw. zu wenig unterstützt dann der Brenner aus der Heizung.
 
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Ben488

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Super vielen Dank für die ausführliche Erklärung :)
 

KarlZei

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Ausentemperaturgeführter Heizbetrieb
Das muss IMO korrigiert /ergänzt werden, weil es potenziell ein falsches Bild von der Sache erzeugt.

Das Heizgerät (wenn nicht rücklaufgeführt) versorgt die Heizflächen mit Heizungswasser einer bestimmten Temperatur. Diese Vorlauftemperatur wird über die eingestellte Heizkennlinie in Abhängigkeit von der Außentemperatur ermittelt. Hat es z.B. außen 5°C, dann versucht das Heizgerät, mit 30°C Vorlauf zu heizen; bei -5°C dann vielleicht mit 36°C.
Die Heizungsregelung weiß nicht, welche Temperatur die beheizten Räume haben, und das interessiert die Regelung auch nicht. Sie versucht nur stumpf, die über die Heizkennlinie ermittelte Vorlauftemperatur zu liefern. Abhängig u.a. von der Temperatur des zum Heizgerät zurückfließenden Wassers (Rücklauf) wird sie dafür dann die Leistung des Heizgeräts anpassen (Modulation, ggf. Takten). Wird der Rücklauf wärmer, fährt sie die Leistung runter, um die Vorlauftemperatur nicht zu überschreiten. Wird er kälter, wird die Leistung erhöht.
Ob jetzt die Thermostate der Heizflächen regeln können oder nicht, hängt von deren Einstellung und der Einstellung der Heizkennlinie ab. Ist die Heizkennlinie so gewählt, dass die Heizflächen mit mehr Wärme versorgt werden als zum Erreichen der gewünschten Raumtemperatur erforderlich ist, können die Thermostate in jede Richtung, also kälter und wärmer, regeln. Prickelnd ist das aber nicht. Aber das ist einen andere, länglich Geschichte (hydraulischer Abgleich).

Der Kamin spielt dabei keine Rolle. Die Heizungsregelung weiß nicht, dass es ihn gibt, und liefert stumpf Wasser mit der berechneten Vorlauftemperatur. Der Raum mit dem angeheiztem Kamin heizt auf und ggf. schließen vorhandene Thermostate in dem Raum. Wenn der hydraulische Abgleich es zulässt, werden aber alle anderen Räume immer noch mit der richtigen Vorlauftemperatur versorgt und halten ihre Temperatur.

Der Raumregler legt bei diesem Spiel nur einen Sollwert für die Raumtemperatur fest, der die Heizkennlinie beeinflusst. Wird dieser Sollwert verändert, wird dadurch direkt die Heizkennlinie verändert. Sollwert hoch, Kennlinie hoch, Vorlauftemperatur hoch bei identischer Außentemperatur. Rein manuelle Bedienung.

Ausentemperaturgeführter Heizbetrieb + Raumtemperaturaufschlatung
Bei einer Raumtemperaturaufschaltung sieht das anders aus. Nun wird die aktuelle Temperatur im Raum mit dem Raumregler ermittelt. Und abhängig vom Messwert wird der Heizungsregelung quasi ein angepasster Sollwert übermittelt, um die Heizkennlinie automatisch zu verändern. Steigt die Raumtemperatur über den Sollwert, wird - vereinfacht - die Heizkennlinie nach unten verschoben und damit die Vorlauftemperatur reduziert. Davon sind dann aber alle Räume betroffen. Wird es also in dem Raum mit dem Raumregler (= Führungsraum) zu warm, fährt die Heizung runter und die anderen Räume werden mit weniger Wärme versorgt und werden kälter. Und umgekehrt.

In vielen Fällen, z.B. hier mit nicht eingebundenem Kamin und auch bei Fussbodenheizung generell (Trägheit), ist eine Raumtemperaturaufschaltung eher ungünstig, weil sie unerwünscht starke Auswirkungen auf andere Räume haben und/oder zu einer 'unruhigen' Vorlauftemperaturregelung führen kann. Üblicherweise kann man aber den Grad der Raumtemperaturaufschaltung über Parameter einstellen und so festlegen, wie stark die Heizungregelung auf Temperaturänderungen im Führungsraum reagiert.
 
Wolfhaus

Wolfhaus

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Das muss IMO korrigiert /ergänzt
korrigiert = habe genau das gleiche gesagt, nur nicht so ausführlich und das bewusst.
....weil es potenziell ein falsches Bild von der Sache erzeugt. = nein! zuviel kann auch verwirren, denn alles ist immer im Zusammenhang zu betrachten.
ergänzt ; hat er dann ausführlicher gut und richtig dargestellt. Zur Raumtemperaturaufschaltung kann mann noch weitere Ausführungen machen, aber letztlich führt das nur zur Verwirrung.
Nun kannst du selber entscheiden ob du das verstanden hast und die Ergänzungen geholfen haben, wenn nicht, ruhig Fragen stellen.
(seine Ausführungen im 1. Teil beziehen sich auf den Ausentemperaturgeführter Heizbetrieb)
 
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Pierre

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Ich als AUCH Kaminofen Nutzer kann dir auch NUR zur Außentemperatur gesteuerten Regelung raten. Mit Raumtemperatur wäre das nur eine hin und her stellerei der Solltemperatur. Oder du packst dir den Raumtemperaturmelder innen Keller :D
 

Ben488

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Vielen Dank für diese super ausführlichen Erklärungen , nun ist es für mich verständlich was die unterschiedlichen Modi für Vor- und Nachteile haben. In Summe wird es dann der rein Außentemperatur geregelte Betrieb werden, alleine schon wegen dem Ofen .
 
Wolfhaus

Wolfhaus

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alleine schon wegen dem Ofen .
Und dann wirst du auch klar kommen. Die Wunschtemperatur für die Räume stellst du nur an den HK- Thermostaten ein. Die maximale Raumtemperatur am Temperaturregler.
Angemommen du willst in einem Raum 23 Grad (oder was auch immer) haben, stellst du den Raumregler auf 23 Grad. Die Ventile aber nur auf 22 Grad in diesem Raum wo der Regler ist, wenn da nur 22 Grad sein sollen. Bei dem Raum der dann 23 Grad haben soll die HK- Ventile auf 23 Grad. Alle anderen Räume auf die Wunschtemperatur die kleiner sein kann aber nicht über 23 Grad liegen sollte, kann.
Bei der Nachtabsenkung wird dann automatisch die Temperatur für alle Räume übernommen die du als Nachttemperatur am Raumregler entsprechend dem Nachtprogramm eingestellt hast. Da braust du die Ventile nicht zu verstellen.

Hast du das alles richtig an den Ventilen und dem Raumregler eingestellt läuft das alles automatisch. Sollte ein Raum zu warm werden, HK- Ventil kleiner stellen bzw. höher wenn es wärmer werden soll.
Heizt du jetzt den Kamin, werden alle Räume von der Heizung abgetrennt, wenn die eingestellte Raumtemperatur in diesen Räumen wo die Warme vom Kamin hinkommt, erreicht ist. Die anderen Räume werden weiterhin durch die Heizung versorgt.

Also nie das machen,
Raumregler auf 25 Grad stellen (oder noch höher) und alle Räume kleiner an den Ventilen einstellen. Das würde zwar gehen, bedeutet aber eine Energieverschwendung weil die Heizung dann diese erhöhte Energie bereitstellt aber nicht an die Heizkörper (Fußbodenheizung) abgeben kann.
Damit die Heizung dann die erhöhte Energie los wird, bläst sie diese aus dem Abgassystem!

Die maximale eingestellte Raumtemperatur am Raumregler, muss immer mit einer maximalen Raumtemperatur und der dazu passenden Ventileinstellung an dem HK. übereinstimmen.
keine große Sache, nur mann muss es wissen.
 
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