Vorlauftemperatur absenken

Diskutiere Vorlauftemperatur absenken im Viessmann Forum im Bereich Heizungshersteller; Nochmal eine völlig andere Frage: LWWP steht im Hof und es ist Winter mit Minusgraden. Ein Freund, der mit Geologie und Erdwärme etc. fit ist...
stefha

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Nochmal eine völlig andere Frage:
LWWP steht im Hof und es ist Winter mit Minusgraden. Ein Freund, der mit Geologie und Erdwärme etc. fit ist, hatte mir aus diversen Gründen den Gedanken LWWP tief unterirdisch im Gewölbekeller ausgeredet und gleichzeitig angesagt: "In 2012 hatten wir in der Arbeit eine LWWP im Hinterhof des Bürogebäudes und bei Frost wurde aus dem DIng ruckzuck ein kubikmetergrosser Eisklotz, der nur noch massiv Strom verbraucht hat bei null Heizleistung und nichts hat mehr funktioniert" also das verunsichert mich sehr. KarlZEi sagte zwar
Überhaupt nicht. Moderne Geräte heizen noch bis -20°C und weniger und das mit altbaugerechten Vorlauftemperaturen.
aber Kumpel Thomas sagt am Telefon"Nach wenigen Tagen deutlich unter null war das Teil zum riesigen Eisklotz geworden und wir drin im Haus mussten frieren, also das verunsichert mich jetzt völlig.
Kann es wirklich sein, dass Hersteller zigtausend-Euro teuere Geräte verkaufen, die heizen sollen und dann bei Minusgraden nicht funktionieren?
 

KarlZei

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Ja. Und trotzdem werden von den Geräten allein in Deutschland jedes Jahr viele 10.000 Geräte verkauft; Tendenz stark steigend. Liegt wohl daran, dass den Nutzern das von den WP-Herstellern richtig günstig angebotene Zubehör wie Thermounterwäsche, gefütterte Jacken, Wollmützen, Handschuhe usw. besonders gefällt.

Das Vereisen ist bei LWWP ein völlig normaler Vorgang. Luftfeuchtigkeit, Abkühlung, Kondensation, Gefrieren. Die LWWP wird trotzdem nicht zum "Eisklotz", weil zum normalen Betrieb eben auch das Abtauen des Verdampfers bei Vereisung gehört.
 
stefha

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ALso bitte, verstehe ich richtig, dass eine LWWP nie richtig funktionieren wird, ausser man akzeptiert, bei Minus-Kälte wie ein Eskimo in diversen Zwiebeltechnik-Klamottenschichten das Nichtfunktionieren der Heizung zu kompensieren?
 
stefha

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dann sage mir bitte, wie es zu verstehen ist
 
stefha

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Es tut mir leid, kein Heizungsexperte zu sein, ich möchte gerne dazulernen, deswegen bin ich hier in diesem Forum.
 

KarlZei

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Siehe oben, Du hast meinen Satz ja schon mehrfach zitiert. Eine LWWP kann ein Haus auch bei sehr niedrigen Außentemperaturen beheizen. Mag ja sein, dass ich hier ein Verständnisproblem habe. Aber glaubst Du denn ernsthaft, dass da draußen Millionen von LWWP installiert sind, die bei Minustemperaturen nicht funktionieren?
Zum Vereisen und zur Entspannung:
 
stefha

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Guten Morgen,
dass zehntausende Geräte verkauft werden, hilft mir eher wenig. Nicht zu vergessen: Es wurden auch zigtausend Dieselautos verkauft, die nur auf einem Prüfstand die Abgaswerte liefern, die auf dem Papier stehen. Leider wurde bei einem PC-Festplattencrash in 2013 ein Foto vernichtet, auf dem mir mein Kumpel den Eisklotz = völlig vereiste LWWP an seiner Arbeitsstelle fotografiert hatte. Mag sein, dass das 2012 schon nicht mehr neue LWWP-Gerät, von dem mein Kumpel Thomas redete, damals noch Schwächen hatte, die es dank Weiterentwicklung heutzutage nicht mehr gibt.
Eine LWWP kann ein Haus auch bei sehr niedrigen Außentemperaturen beheizen
Wenn ich sehr weit in unserem Chat zurückgehe, lese ich aber auch, dass das Temperaturgefälle zwischen der Aussenluft und dem Heizkreis, wo die der Aussenluft entnommene entnommene Emergie hinsoll, so gering wie möglich sein sollte, denn je kälter draussen, umsomehr Leistung ist nötig bei höherem Stromverbrauch, da der Wirkungsgrad absinkt.

Eigentlich ist es relativ einfach. Je geringer die Temperaturdifferenz zwischen Quelle (= Erdwärme) und Senke (= Vorlauf Heizung) ist, desto effizienter ist die Wärmepumpe. Vereinfachendes Beispiel: Beträgt die Differenz nur 20 Grad (10°C im Boden, 30°C Vorlauf) kann die WP mit einer Portion Strom (kWh) 5x so viel Wärme aus dem Boden ins Haus holen. Bei einer Differenz von 30 Grad (40°C Vorlauf) ist es vielleicht nur noch 4x so viel Wärme.
Wenn ich das Wort "Boden" durch "Aussenluft" ersetze, dürfte das wohl auch für eine LWWP gelten, denke ich.

Die eierlegende Wollmilchsau gibt es auch in dieser Hinsicht nicht, aber mir scheint, ich sollte, sofern Erdwärme aus bautechnischen Komplikationen ausscheiden sollte, wirklich konkret in Richtung LWWP planen und nach Installation die alte Gastherme evtl. noch solange als Einsatzreserve betriebsbereit halten, bis die LWWP-Anlage hinreichend bewiesen hat, dass sie es auch alleine kann. Ich muss sowieso langfristig planen, denn die Gastherme heizt aus einem grossen Miet-Gastank hinten im Hof, der kann nicht von heute auf morgen gekündigt werden und will im Fall des Falles auch erstmal leergeheizt werden, was auch mehrere Winter dauert.
Nicht zu vergessen, dass nach den Vertragsbedingungen des Stromnetzbetreibers dort energieintensive Geräte nicht einfach eingebaut werden dürfen, sondern zuvor beantragt und genehmigt werden müssen.

Früher gab es im Haus mal Elektro-Nachtspeicheröfen, als die dann alle abgebaut wurden, mussten auf Anweisung des Netzbetreibers die "Panzersicherungen" = Hausanschluss-Sicherungen herunterreduziert werden. Habe es jetzt nicht auswendig im Kopf, aber ich glaube, es sind jetzt nur noch dreimal 30 Ampere oder so. Muss meinen Elektriker fragen, was da drin ist. Der müsste es wissen, denn beim Neubau des Zählerschranks in 2019 hat er versehentlich eine davon zerschossen.
 

KarlZei

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Es wurden auch zigtausend Dieselautos verkauft, die nur auf einem Prüfstand die Abgaswerte liefern, die auf dem Papier stehen.
Kein valider Vergleich mit einer vermeintlich nicht funktionierenden WP. Die Autos konnten ja trotzdem fahren und damit ihre Aufgabe erfüllen.
Wenn ich sehr weit in unserem Chat zurückgehe, lese ich aber auch, dass das Temperaturgefälle zwischen der Aussenluft und dem Heizkreis, wo die der Aussenluft entnommene entnommene Emergie hinsoll, so gering wie möglich sein sollte, denn je kälter draussen, umsomehr Leistung ist nötig bei höherem Stromverbrauch, da der Wirkungsgrad absinkt.
Ja natürlich. Und wenn es das ganze Jahr über -20°C hätte, würde die LWWP grottenschlecht laufen und wäre nur unwesentlich effizienter als eine reine Stromheizung. Nur hat es eben nicht ständig -20°C. Bei einer Wärmepumpe kommt es darauf an, welche Effizienz sie über das gesamte Jahr betrachtet erreichen kann. Siehe COP, SCOP, JAZ und Konsorten. Ganz platt: wenn sie an 5 Tagen im Jahr nur einen COP von 1 hat, ist das praktisch vernachlässigbar, wenn der COP an den restlichen 360 Tagen gemittelt bei 3 liegt.
Du musst abschätzen, wie effizient die WP in Deinem Haus laufen kann, und dann entscheiden, ob der Einsatz einer WP nach Deinen Kriterien sinnvoll und wirtschaftlich ist oder eben nicht. Die Frage, ob eine WP Dein Haus hinreichend mit Wärme versorgen kann, stellt sich überhaupt nicht. Das kann sie immer.
 
stefha

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Man darf wohl getrost davon ausgehen, dass alle Heizarten, bei denen irgendwas verbrannt werden muss, über kurz oder lang verboten werden und keine Zukunft mehr haben, um eine WP komme ich also eh nicht herum, da ich Solar nicht darf. Das wurde mir bereits amtlich abgelehnt. Denkmalschutzgesetz sticht Umweltgesetze. Ich werde mir jetzt erstmal das 2021 erschienene Buch "Leitfaden für Wärmepumpenanlagen" besorgen.
 
tricotrac

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Man darf wohl getrost davon ausgehen, dass alle Heizarten, bei denen irgendwas verbrannt werden muss, über kurz oder lang verboten werden und keine Zukunft mehr haben,
Das wird aber eher lang wie kurz werden. Man sieht es schon an der momentanen Situation. Und die wird nicht besser werden. Außerdem ist es müssig die Worte Klima- und Umweltschutz noch in den Mund zu nehmen. Ein Prozent der Weltbevölkerung soll die Welt retten ? Absolut unerträglich, das wir dafür unsere Wirtschaft vor die Wand fahren wollen. Die leeren Gasspeicher sind uns auch politisch eingebrockt worden.
Vielleicht sogar gewollt ? Da besteht noch intensiver Aufklärungsbedarf.
 
stefha

stefha

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War gerade im Buchladen. Das Fachbuch "Leitfaden für Wärmepumpenanlagen" ist derzeit nicht lieferbar, der Buchhändler meinte, die erste Auflage sei wohl ausverkauft und die zweite Auflage noch nicht gedruckt. Auf dem Heimweg hatte ich an einem (neuen) Haus eine LWWP entdeckt. Da werde ich wohl mal nach Erfahrungen damit fragen gehen, wenn jemand zu Hause ist.
 

KarlZei

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Gibt es das nicht als Download-Version?
Aber ich würde zunächst einfach mal in die Planungshandbücher der Hersteller schauen. Die sind recht umfangreich (inkl. Grundlagen) und decken alle relevanten Punkte ab. Vertiefen kann man das bei Bedarf dann immer noch. Google-Suche "planungshandbuch wärmepumpe"
 
stefha

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Danke für den Tip. Bin gerade auf der Viessmann-Seite am stöbern. Zusätzlich, um in der Sache "an der bestehenden Gastherme herumdrehen, um experimentell Vorlauftemperaturen wie bei einer WP zu simulieren, um zu sehen, ob das Haus noch warm wird" werde ich später die lange Busfahrt zu einem Auswärtsdienst mit studieren der Serviceanleitung der bestehenden Gastherme verbringen. was ich auf den ersten Blick schon sah: Offenbar muss ich mit Neigung und Niveau der Heizkennlinie spielen...
 
stefha

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Grau ist alle Theorie...beim Buchhändler stand es ja auch im Katalog. Erst die konkrete Bestellung ergab dann die Rückmeldung, dass es derzeit nicht lieferbar ist. Wenn ich es woanders bestelle, wird es wohl genauso laufen
 
Defrost

Defrost

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Da gibts noch paar Infos.
 
stefha

stefha

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Vielen Dank! Insgesamt ist die ganze Materie schon sehr anspruchsvoll, da muss ich noch viel lernen. Zu dem ganzen Spuk kommt ja noch dazu, dass es bei der Stromversorgung Sperrzeiten gibt. In meinem Fall sind die aktuell täglich von 08:00 bis 09:00, 10:30 bis 12:00 und 17:30 bis 19:00 Uhr. Da muss dann wohl noch ein grosser Pufferspeicher mit dazu, um das zu überbrücken. Und ob es die ganze Anlage dauerhaft verkraftet, wenn immer wieder mitten im Betrieb plötzlich der Strom weg ist, ist auch eher fraglich.
 
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