Vorlauftemperatur absenken

Diskutiere Vorlauftemperatur absenken im Viessmann Forum im Bereich Heizungshersteller; Guten Morgen, meine Heizung ist eine Gastherme Viessmann Vitopend 200 von 2003. Da damit nur geheizt wird ohne Warmwasserbereitung, ist sie nur...
stefha

stefha

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Guten Morgen,

meine Heizung ist eine Gastherme Viessmann Vitopend 200 von 2003.
Da damit nur geheizt wird ohne Warmwasserbereitung, ist sie nur von Oktober bis Mai in Betrieb.

Sehr gerne würde ich auf Erdwärmeheizung umstellen. Allerdings schafft eine Geothermie-Anlage nur geringe Temperaturen mit so um die 30 Grad im Vorlauf.
Die modernen Buderus Blechheizkörper sind sehr gross dimensioniert und schon jetzt geht die Gastherme oft mit weniger als 40 Grad im Vorlauf.
Kommenden Winter würde ich gerne mal experimentell die Vorlauftemperatur des Vitopend-Kessels auf das absenken, was eine Erdwärmeanlage bringen kann, um herauszufinden, ob Erdwärmenutzung überhaupt funktionieren könnte und die Bude damit noch warm wird.

Die Frage ans Forum: Kann ich das mit den Einstellreglern erreichen? Wenn ja, was sollte ich einstellen?
Alternativ den steuernden Aussenfühler dick in Glaswolle einpacken oder draussen abmontieren und temporär ins Haus holen wäre für mich nur Plan B.

Am liebsten wäre mir, wenn man so eine experimentelle Temperaturabsenkung des Vorlaufs mit den Einstellreglern hinter der Klappe vorne dran erreichen könnte.

Hat jemand einen guten Rat für mich?

Danke
Stefan
 

KarlZei

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Allerdings schafft eine Geothermie-Anlage nur geringe Temperaturen mit so um die 30 Grad im Vorlauf.
Die schafft auch deutlich höhere Temperaturen. Dann läuft sie aber weniger effizient.
Kann ich das mit den Einstellreglern erreichen? Wenn ja, was sollte ich einstellen?
Ja, mit denen wird die Heizkurve eingestellt. Und für die konfigurierst Du dann Neigung und Niveau so, dass die gewünschten niedrigeren Vorlauftemperatur erreicht werden. Was ist denn derzeit eingestellt?
 
stefha

stefha

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Danke erstmal für die Rückmeldung! Derzeit ist die Werksvorgabe eingestellt. An jedem der drei Regler gibt es "dicke" Bereiche auf der Skala, die mit "N" bezeichnet sind. Alle drei Regler stehen jeweils am Beginn des dicken Bereichs. Der erste Regler "Neigung der Heizkennlinie" steht auf Werksvorgabe = 1.2 . Leider habe ich derzeit keinen Fachmann mehr, den ich fragen könnte. Die Firma, die den Wartungsvertrag hat, hat in 03-22 aus Krankeits-und Altersgründen zugemacht und der junge Nachfolger sagte mir geradeheraus "mit dem alten Ding kenne ich mich nicht aus, lass mich in Ruhe damit"...dass es mit Geothermie auch wärmer, aber weniger effizient geht, hatte der "Junge" schon angedeutet, aber wir kamen nicht dazu, das zu vertiefen.
 

KarlZei

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Poste doch mal bitte die Herstellernummer des Vitopends. Steht auf dem Typenschild und beginnt mit 7. Ein Bild der Regelung wäre hier wohl auch hilfreich. Und hast Du noch die Unterlagen wie Bedienungs- und Serviceanleitung dazu?

dass es mit Geothermie auch wärmer, aber weniger effizient geht, hatte der "Junge" schon angedeutet, aber wir kamen nicht dazu, das zu vertiefen.
Eigentlich ist es relativ einfach. Je geringer die Temperaturdifferenz zwischen Quelle (= Erdwärme) und Senke (= Vorlauf Heizung) ist, desto effizienter ist die Wärmepumpe. Vereinfachendes Beispiel: Beträgt die Differenz nur 20 Grad (10°C im Boden, 30°C Vorlauf) kann die WP mit einer Portion Strom (kWh) 5x so viel Wärme aus dem Boden ins Haus holen. Bei einer Differenz von 30 Grad (40°C Vorlauf) ist es vielleicht nur noch 4x so viel Wärme.
 
stefha

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Herstellernummer: 7147550300629108, darunter steht: WH22. Zum GLück hatte ich Foto davon, denn das Haus ist 450km vom derzeitigen Wohnort entfernt und ich komme erst im Juli wieder hin. Bedienungsanleitung und Serviceanleitung vorhanden. Foto von der Steuereinheit habe ich nicht, aber in der Bedienungsanleitung ist sie abgebildet. Momentan will ich einfach mal nur die Geothermie-Situation mit geringer Vorlauftemperatur simulieren um abzuschätzen, ob es überhaupt Sinn hat, diesen Gedanken weiter zu verfolgen. Da gibt es nämlich noch ganz andere Hindernisse wie: Zufahrt zum "Bohrgebiet" nur durch ein denkmalgeschütztes Hoftor von 1724, das für Pferdefuhrwerke reicht, aber nicht für kampfpanzergrosse Bohrgeräte und dazu vor 10 Jahren "planlos" quer durch meinen Hof verlegte Kanalrohre, deren Position und Verlauf unbekannt ist, ich muss da schon sehr genau überlegen, was ich tue. Bitte keine Sorge bezüglich "im Uralthaus von vor 1700 bringt das nichts", ich habe mit sehr viel Aufwand bestmöglich gesund gedämmt (steicoflex, Lehmbauplatten) und ein Test mit Wärmebildkamera im letzten Winter ergab nur positive Ergebnisse. Momentan krieg ich mit einem 4,5KW Billig-Werkstattofen eine ganze (30 Jahre unbewohnte) Etage mit über 100QM warm. ZH gibts bisher nur in einem vermieteten Ladengeschäft im EG. ZH für 1. OG ist inzwischen fertig, war aber noch nicht in Betrieb.
 

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KarlZei

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Interessante Aufgabenstellung für Erdwärme. Aber es gibt natürlich auch noch andere Möglichkeiten fürs Heizen ohne Gas (und Öl). So könnte hier auch eine Luft-Wasser-Wärmepumpe (LWWP) eine kostengünstige Alternative sein. Die Teile erreichen mittlerweile sehr gute Effizienzwerte.
Wo steht denn das Haus? PLZ?

Momentan will ich einfach mal nur die Geothermie-Situation mit geringer Vorlauftemperatur simulieren um abzuschätzen, ob es überhaupt Sinn hat, diesen Gedanken weiter zu verfolgen.
Wie gesagt, Heizkurve reduzieren. Du siehst ja in der Anleitung, welche Vorlauftemperatur bei welcher Außentemperatur eingeregelt wird. Zu beachten wäre noch eine ev. vorhandene Fernbedienung mit Raumeinfluss. Die würde auch auf die Vorlauftemperatur wirken.
 
stefha

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Hallo KarlZei,
das Haus steht in 98663 Heldburg in einem Wasserschutzgebiet bzw Trinkwasser/Thermalquellenschutzgebiet. Ausser einem Aussenfühler gibt es nichts. Ob es in den Räumen warm wird, kriegt die Gastherme gar nicht direkt mit. Allenfalls über die Wassertemperatur im Rücklauf. Da das Wasserschutzgebiet Einfluss auf eine Erdsondenbohrgenehmigung hat, war ich schon bei der zuständigen Behörde. Ich such doch nicht erst eine Bohrfirma, um dann beim Genehmigungsverfahren eine Abfuhr zu kriegen, nein, ich will schon vorher wissen, woran ich bin. Also fragte ich an und bekam positive Signale, da es im Ort schon vier derartige genehmigte Anlagen in Betrieb gibt und was bei Nachbar "A, B, C und D " genehmigt wurde und läuft, wird man mir 400 Meter nebendran nicht verbieten.
Bei LWWP hätte ich halt etwas Bedenken bezüglich Lautstärke, weil nach hinten zum ruhigen Hof sind die Schlafzimmer. Und wenns im Winter erstmal deutlich unter null hat, (im Januar hatte ich einige Tage unter minus 10 Grad) wird es wohl vorbei sein mit heizen. Da ich es hier offensichtlich mit einem echten Experten zu tun habe: Beim letzten Ortstermin um Pfingsten herum hatte ich auch den Kaminkehrer da, einfach um Ideen und Möglichkeiten zu finden und Wissen dazuzulernen. Der redete was von "die Vitopend 200 von 2003 sei eine Brennwert-Therme, viel sparsamer könnten es nagelneue Gasthermen auch nicht". Jedoch: Nach meinem Wissensstand kondensiert eine Brennwertheizung den im Abgas vorhandenen Wasserdampf und führt die dabei freiwerdende Energie dem Heizkreislauf zu.
Ergo muss doch wohl eine Brennwertheizung an eine Abwasserleitung angeschlossen sein, oder irre ich? Eine Abwasserleitung gibt es an meiner Vitopend 200 definitiv nicht.
Einzige Möglichkeit bezüglich LWWP könnte sein: Unter dem Haus gibt es einen ungenutzten, im Hauptraum 17,5 QM grossen unterirdischen Gewölbekeller, dort hat es konstant 14 Grad. Evtl. könnte man ja das nutzen. Die Frage wäre nur, ob die Sommer-Heizpause reichen würde, den dann im Winter durch die LWWP ausgekühlten Keller wieder aufzuwärmen = aufzuladen.

Spontangedanke: Evtl. könnte (solange man noch darf) eine neue Brennwert-Gastherme mit LWWP kombinieren? LWWP heizt, so gut sie kann und wenns aufgrund Eiseskälte nicht mehr reicht, kommt die Gastherme dazu?
Den Gedanken "Pelletsheizung" des Kaminkehrers verfolge ich noch nicht weiter. Pellets werden auch immer teurer aufgrund hohen Energiebedarfs bei der Herstellung, ein Pelletskessel bräuchte einen separaten Kamin, den ich über mehrere Etagen (Deckendurchbrüche) bis über Firsthöhe führen müsste und den mir das Denkmalamt evtl. nicht genehmigt, so, wie mir schon Solar verboten wurde. Denkmalschutz und schön Aussehen sticht Energiespargesetze, so siehts aus.

Grüsse, Stefan
 

KarlZei

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Bei LWWP hätte ich halt etwas Bedenken bezüglich Lautstärke, weil nach hinten zum ruhigen Hof sind die Schlafzimmer.
Ja, das ist das Problem mit LWWP. Allerdings sind die heutigen Geräte schon sehr leise und nicht mehr mit den alten Krawallmachern vergleichbar.
Und wenns im Winter erstmal deutlich unter null hat, (im Januar hatte ich einige Tage unter minus 10 Grad) wird es wohl vorbei sein mit heizen.
Überhaupt nicht. Moderne Geräte heizen noch bis -20°C und weniger und das mit altbaugerechten Vorlauftemperaturen. Dabei sind sie übers Jahr betrachtet kaum ineffizienter als Erdwärme-WP. Werte aus dem JAZ-Rechner mit WPs des gleichen Herstellers liefern z.B. für eine Sole-WP (JAZ 4,5) nur ein paar Prozent bessere Werte als für die LWWP (JAZ 4,4). Da könnte es trotz der wohl höheren Lebensdauer der Erdwärme-WP nicht mehr wirtschaftlich sein, auf Erdwärme zu setzen. Dafür sind Aufwand und Kosten für die Bohrung einfach zu hoch.
Der redete was von "die Vitopend 200 von 2003 sei eine Brennwert-Therme, viel sparsamer könnten es nagelneue Gasthermen auch nicht".
Nein, ist kein Brennwert-Gerät. Und korrekt, das braucht einen Abwasseranschluss oder eine Hebeanlage für das Kondensat.
Mit einer neuen Brennwert-Therme und einer vernünftigen Installation lässt sich sicher einiges sparen. Aber es bleibt eine Gasheizung mit all den gerade richtig deutlich werdenden Risiken.
Einzige Möglichkeit bezüglich LWWP könnte sein: Unter dem Haus gibt es einen ungenutzten, im Hauptraum 17,5 QM grossen unterirdischen Gewölbekeller, dort hat es konstant 14 Grad. Evtl. könnte man ja das nutzen.
Das funktioniert nicht. Eine größere LWWP hat schnell mal einen kühlenden Luftdurchsatz von einigen 1.000m³/h.
Spontangedanke: Evtl. könnte (solange man noch darf) eine neue Brennwert-Gastherme mit LWWP kombinieren? LWWP heizt, so gut sie kann und wenns aufgrund Eiseskälte nicht mehr reicht, kommt die Gastherme dazu?
Ist in der Regel nicht erforderlich und nach meiner Bewertung auch selten wirtschaftlich. Aber natürlich wäre das für Deinen konkreten Fall genauer zu prüfen.
 
stefha

stefha

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Guten abend KarlZei, danke für den vielen Input!
Das macht mir direkt neuen Mut! Danke sehr dafür!
Mein Gedanke mit dem Gewölbekeller: Der hat nur zwei Öffnungen: Der Eingang und danach ein ca. 35 Meter langer Gewölbegang bis zum grossen Hauptraum. Dieser hat am Ende einen Schacht nach aussen, wo man halt vor 300 Jahren Kartoffeln, Kohlen oder sonstwas von aussen her hineingeschüttet hat, um sie dort einzulagern. Man könnte doch mit geeigneter Luftleit-Technik dafür sorgen, dass durch den langen Gang die Luft angesaugt wird und sich auf 35 Meter Strecke gut temperieren kann und die im Gerät abgekühlte Luft den Keller durch diesen alten Kohlenschacht ins Freie wieder verlässt. Dadurch wäre auch sichergestellt, dass es nicht einen "thermischen Kurzschluss" gibt, also die kalte Luft, die hinten rauskommt, ums Gerät herumwandert und vorne wieder eingesaugt wird.

Mit einer neuen Brennwert-Therme und einer vernünftigen Installation lässt sich sicher einiges sparen. Aber es bleibt eine Gasheizung mit all den gerade richtig deutlich werdenden Risiken.
Risiken? Hatte ich da wissenstechnisch was verpasst? Bitte um Aufklärung, falls ich da was wissen sollte. Die Vitopend von 2003 ist halt schon ein Oldtimer. Nachdem sich 2019 die Ausfälle häuften, hatte ich sie auseinandergebaut, die komplette Steuerelektronik mitgenommen und zu Hause in 83435 in meiner Elektronik-Bastelwerkstatt erstmal grundsaniert. Alle wracken Elektrolytkondensatoren erneuert, dazu die Pufferbatterie und sonstige defekte Bauteile auf der Platine, an der Heizung selber dann noch die Zünd- und Ionisationselektroden, in der Konsequenz funktioniert sie seitdem ohne Ausfall, der Mieter war völlig entsetzt "das gabs ja seit 10 Jahren nicht mehr, wie hast Du das nur hingekriegt?" aber bei einem jetzt 20jährigen Gerät ist Nachdenken über Ersatz sicher nicht völlig verkehrt.

VG
Stefan
 

KarlZei

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Man könnte doch mit geeigneter Luftleit-Technik dafür sorgen, dass durch den langen Gang die Luft angesaugt wird und sich auf 35 Meter Strecke gut temperieren kann und die im Gerät abgekühlte Luft den Keller durch diesen alten Kohlenschacht ins Freie wieder verlässt.
Davon bin ich nicht überzeugt. Mal angenommen der Gang hat eine Querschnittsfläche von 6m². Bei einem Volumenstrom vom 3.000m³/h hätte die Luft keine 5 Minuten, um sich zu erwärmen. Und der Gang kühlt sich dabei ja auch ab.
Verfügbarkeit von / Kosten für Gas, politischer Wille, von fossilen Energieträgern wegzukommen...
 
stefha

stefha

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Noch komme ich nicht los von "thermischer Kurzschluss": Was ich damit meine: Vergleich mit "akustischer Kzurzschluss": Mein Haupthobby ist Restaurieren von uralten Radios. Legt man einen grossen Lautsprecher einfach nackt auf den Tisch hin und schliesst in an, passiert Folgendes: Hohe Frequenzen werden eher in der Mitte der Membran erzeugt und sozusagen gleich weit vom LS weggeschossen undder hohe Ton ist hörbar. Tiefe Frequenzen aber heben sich gegenseitig auf: Schlägt die Membran nach vorne aus, verdrängt sie davor die Luft, die Schallwelle will wegwandern, da aber gleichzeitig hinter der Membran Unterdruck ist, wandert der Ton um den Rand des LS herum, was nach vorne weggedrückt wird, wird hinten gleich wieder aufgesaugt. Ergebnis: Der Lautsprecher saugt Basstöne selber auf und es sind nur hohe, quäkende Töne hörbar. Der LS muss also in einer Schallwand oder einem Gehäuse drin sein, das verhindert, dass Töne um die Membran herumwandern und eliminiert werden, sonst bleiben tiefe Töne unhörbar. Wie ist das bei der LWWP? Vorne bläst es und hinten saugt es oder umgekehrt, da könnte doch dasselbe passieren? Wie verhindert man das?
 

KarlZei

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Aufstellung gemäß Herstellervorgabe ;-)
Solange frei ausgeblasen werden kann und kein Wind ständig draufbläst, sehe ich da kein Problem.
 

KarlZei

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Genau, Deine Brauchwasserwärmepumpen haben hier ja noch gefehlt. Und richtig toll vergleichbar ist das mit einer großen LWWP ja auch.
 
stefha

stefha

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servus KarlZei und cephalopod,

Die Sache mit LWWP wird mir immer symphatischer. Zwar wäre Erdwärme mein Favorit, da es im Bekanntenkreis eine sehr gut funktionierende Erdwärme-Anlage gibt, die ich kommenden November ausgiebig studieren werde, aber leider muss ich damit rechnen, dass ich sowas rein ausführungstechnisch nicht realisiert kriege aufgrund beschränkter Zufahrtsmöglichkeit (mein historisches Hoftor) und den im Hof an relativ unbekannter Stelle verlaufenden Kanalrohren. Es gibt zwar Firmen mit hoftorfähigen Bohrgeräten à la KB 20 von Kurth Bohrgeräte, aber die sind leider alle zu weit weg und sind an meinem Auftrag nicht interessiert.
Der bisherige Heizungsbauer vor Ort hat aufgehört aus Alters- und Krankheitsgründen, der sehr junge Nachfolger ist fleissig und korrekt, sagt mir aber ganz klar: Beraten werde ich Dich nicht, aber ich baue Dir alles, was Du willst, solange ich es kann. Würde ich Dich beraten und hinterher ändern sich die Vorschriften, würdest Du mich verfluchen und das kann ich mit meinem neueröffneten Geschäft nicht brauchen. Kurzum: Was Du willst, musst Du selber rauskriegen und ich baue es Dir. Daher meine vorerst letzte Frage in dieser Sache: Gibt es empfehlenswerte weiterführende Literatur etc, irgendwas, womit ich mein Basiswissen bezüglich LWWP vertiefen kann? Es ist ja nichts, was heute oder morgen gebaut werden soll, ich habe (noch) keinen Zeitdruck. Aber ich möchte so viel "richtiges" Wissen wie möglich aufbauen, um zu Entscheidungen zu kommen, wie es weitergeht.
KarlZei schrieb zum Thema "Funktioniert sowas auch bei Minusgraden?" weiter oben:

Überhaupt nicht. Moderne Geräte heizen noch bis -20°C und weniger und das mit altbaugerechten Vorlauftemperaturen. Dabei sind sie übers Jahr betrachtet kaum ineffizienter als Erdwärme-WP. Werte aus dem JAZ-Rechner mit WPs des gleichen Herstellers liefern z.B. für eine Sole-WP (JAZ 4,5) nur ein paar Prozent bessere Werte als für die LWWP (JAZ 4,4). Da könnte es trotz der wohl höheren Lebensdauer der Erdwärme-WP nicht mehr wirtschaftlich sein, auf Erdwärme zu setzen. Dafür sind Aufwand und Kosten für die Bohrung einfach zu hoch.
Darf ich fragen, was der Wissenshintergrund dieser Aussage ist bzw. ob das irgendwie konkret belegbar ist? Nicht, dass ich sofort daran zweifeln würde, aber wenn ich mit meinem neuen jungen Heizungsbauer früher oder später rede, dann möchte ich vermeiden, dass er meine Argumentation mit Gegenansagen zerpflückt und ich wieder bei null anfangen muss. Es wäre mir recht, wenn ich wissenstechnisch fundierte Quellen hätte "wo gibt es welche fundierte Info", um einfach Bescheid zu wissen über das Thema, über das man redet. Nicht so à la sprechender Hund von Loriot: "Aber ich bitte Sie, der Hund äussert sich völlig unpolitisch, denn er weiss ja nicht, wovon er spricht!"

Ob eine LWWP dann am Ende draussen im Hof steht oder drunten im ungenutzten Gewölbekeller, ist nicht entscheidend für mich. Wäre halt eine Nutzungsmöglichkeit der unter dem Haus tief im Erdreich liegenden Gewölbe gewesen. Derzeit, nach massivem Zeitaufwand, um den von den letzten Bewohnern als Müllkippe missbrauchten Keller leerzukriegen, sitzt dort nur ein Einbrecherschreck (Foto).
 

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stefha

stefha

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Ganz schnell hinterher, bevor ich zum Dienst muss: Brauchwasser findet nicht statt. Nur Heizung. Brauchwasser genau direkt dort, wo man es braucht, elektrisch zu erhitzen, ist kostengünstiger, als mit Pumpen und Ringleitung ständig Wasser über dreissig Meter weit kreuz und quer im Haus Karrussell fahren zu lassen, nochdazu durch ungeheizte Bereiche des Hauses.
 

KarlZei

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Beraten werde ich Dich nicht, aber ich baue Dir alles, was Du willst, solange ich es kann.
Den Heizungsbauer kann man also für das Projekt vergessen.
Darf ich fragen, was der Wissenshintergrund dieser Aussage ist bzw. ob das irgendwie konkret belegbar ist?
Fachartikel, technische Daten von WP-Herstellern. Im Übrigen kann man in Deinem Fall von Temperaturen bis min. -12°C (= Normaußentemperatur) ausgehen.
Es wäre mir recht, wenn ich wissenstechnisch fundierte Quellen hätte "wo gibt es welche fundierte Info", um einfach Bescheid zu wissen über das Thema, über das man redet.
Es gibt Fachliteratur, Planungsanleitungen/-handbücher der Hersteller.
 
stefha

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Nein, den Heizungsbauer kann man nicht vergessen. Warum? Es ist allertiefste Provinz und in der Gegend gibts so gut wie keine. Er oder keiner, so schauts aus.
In heutigen Zeiten muss ich gottfroh sein, wenn ich überhaupt einen Handwerker rankriege. Ich habe alle in weniger als 30km Anfahrtsweg angefragt und am Ende ist nur dieser übriggeblieben.
Und dass er mich nicht beraten will, weil das, was er mir rät, evtl. kurz nach Ausführung schon wieder von neuen Regeln und Gesetzen überholt ist, kann ich durchaus nachvollziehen. Im letzten Herbst hatte er jemandem eine Pelletsheizung empfohlen und jetzt geht der Pelletspreis aufgrund hohen Energiebedarfs bei der Herstellung auch durch die Decke und die Politik redet von Pelletsverbot wegen Feinstaub und derjenige erzählt überall herum "der hat mir Pellets aufgeschwatzt und jetzt zahle ich mich dumm und dappig damit und evtl. wirds bald verboten", also dass er solche Sprüche über sich nicht haben will und sich deswegen jetzt zurückhält mit Rat und Empfehlungen, kann ich sehr gut nachvollziehen.
Also, mit dem, was er bisher an meiner Heizung gemacht hat, bin ich sehr zufrieden und daher bleibe ich bei ihm.
 

KarlZei

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Und dass er mich nicht beraten will, weil das, was er mir rät, evtl. kurz nach Ausführung schon wieder von neuen Regeln und Gesetzen überholt ist, kann ich durchaus nachvollziehen. Im letzten Herbst hatte er jemandem eine Pelletsheizung empfohlen [...]
Sorry, aber das ist doch nur ein Scheinargument. Zum einen gab es diese Situation noch nicht. Und zum anderen beklagen sich dann Kunden eben nicht mit "der hat mir xyz empfohlen...", sondern mit "der hat mich nicht vor xyz gewarnt...". Unzufriedene Kunden gibt es immer und er wird es immer wieder mit solchen zu tun haben. Auch mit solchen, die glauben, dass ein Heizungsbauer die Energiekostenentwicklung in den nächsten Jahren kennen muss.
Es ging mir auch nicht darum, dass er Dir eine bestimmte Art der Wärmeerzeugung empfehlen soll. Er soll Dich einfach nur technisch vernünftig beraten, wenn Du mit der Idee Wärmepumpe zu ihm kommst. Seine Aussage implizierte, dass er (auch) das nicht machen will.
 
stefha

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Mir sagen, was geht und was nicht geht, macht er schon. Aber mir irgendwas empfehlen will er nicht, damit hat er schon Pech gehabt, siehe Pelletsheizung.
In der Gesamtbetrachtung bleibt es wohl dabei, dass ich kommenden Winter erst mal mit der Gasheizung experimentiere, indem ich die üblichen Vorlauftemperaturen einer Wärmepumpenanlage simuliere und herausfinde, ob das Haus damit überhaupt warm wird und bis dahin versuche, woher auch immer, mir soviel Wissen wie möglich über LWWP anzueignen und dann zu einer brauchbaren Lösung zu kommen.
 
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