Verständnisfrage zu Wasserverbrauch bzw. Druckverlust Heizungsanlage - Ursachensuche und Behebung

Diskutiere Verständnisfrage zu Wasserverbrauch bzw. Druckverlust Heizungsanlage - Ursachensuche und Behebung im Allgemeine Fragen Forum im Bereich Heizungshersteller; Ein freundliches Hallo an die Community hier. Durch Zufall bin ich auf dieses Forum gestoßen und habe schon etwas herumgestöbert. Dennoch stellen...

Ingo007

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Ein freundliches Hallo an die Community hier. Durch Zufall bin ich auf dieses Forum gestoßen und habe schon etwas herumgestöbert. Dennoch stellen sich mir ein paar Fragen, vielleicht kann mir der ein oder andere hier weiterhelfen.

Folgendes Problem: Unsere Heizung scheint etwas viel Wasser zu verbrauchen bzw. hat öfter mal etwas Druckverlust. Bei deutlich zu niedrigem Wasserstand/Druck wird genau ein Heizkörper gar nicht mehr warm. Nach Auffüllen bzw. Entlüften der Anlage alles wieder in Ordnung. Dennoch ist am Manometer feststellbar, dass der Druck immer leicht schwankt bzw. es ca. 2 Wochen dauert, bis wieder Wasser nachgefüllt werden muss. Das kann ja nicht richtig sein und ich suche aktuell nach dem Grund für dieses Verhalten.

Zur Heizungsanlage (Ölheizung, befindet sich im Keller) muss gesagt werden, das Gebäude (Einfamilienhaus) ist von 1952 (von den Eltern geerbt), der Heizkessel etwas neuer (glaube 197x). Laut Schornsteinfeger muss die Anlage nicht zwingend getauscht werden, da das Gebäude selbst durchgehend genutzt wird. Aufgrund früherer Wohnsituation (zwei, kurzzeitig sogar drei Generationen im Haus) wurde 1995 ein Anbau am Erdgeschoss gemacht und die Raumaufteilung (jetzt: 1 Bad, ein Wohn/Schlafzimmer, 1 kleiner Flur mit Außenzugang, 1 Eingangsbereich mit Haustür, 1 Küche, 1 Wohnzimmer) etwas geändert. In diesem Zuge wurden alle Heizkörper im EG ausgetauscht bzw neu installiert (ingesamt 7 Stück) (nicht aber die Rohrleitungen in den Wänden). Im OG (3 Räume + Bad) sind immer noch die ersten Heizkörper (also komplett andere Bauart) vorhanden. Auf dem Dachboden befindet sich das Entlüftungsventil (Kugelhahn).

Im Dezember letzten Jahres wurde das MAG getauscht, da das alte defekt war und voll Wasser stand. Nach dem Tausch lief die Heizung erst einmal ohne Probleme für einige Zeit. Dann folgte ein fast kompletter Druckabfall in der Anlage. Seit dem muss ca. alle 2 Wochen aufgefüllt bzw. entlüftet werden. Nun suche ich nach der Ursache für dieses Verhalten, denn das ist ja eigentlich nicht normal.

Mein Wissenstand hierzu:

es gibt keinen offensichtlichen Wasseraustritt an Heizkörpern oder Rohrleitungen (die im OG sind alle freiliegend).
MAG wurde im vergangenen Dezember getauscht, laut Monteur auf 1,2 bar eingestellt (diesen Wert hält die Anlage aber nicht über einen längeren Zeitraum), es wurde auch die identische Größe wie vorher installiert
sollte der Druckverlust am Sicherheitsventil austreten, müsste dort nicht auch Feuchtigkeit erkennbar sein ?

Die Frage ist: ist beim Tausch etwas falsch gelaufen ? Vor allem: wo verbleibt das ganze Wasser ? Leider hat derjenige, der bisher immer die Anlage gewartet hat aus Altersgünden aufgehört, daher müsste ich ggfls. erst einen neuen guten Fachbetrieb suchen.

Freudliche Grüße
Ingo
 

corsa

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Wie gross ist das MAG ? Wenn das MAG auf 1,2 bar eingestellt ist, sollte der Anlagendruck bei ca 1,6 liegen, damit es richtig arbeitet. Führt ein Sicherheitsventil direkt in den Abfluss ? Oder eventuell eine undichte Nachfülleinrichtung ?
 

Ingo007

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Das MAG hat 25l, die Größe war vorher auch verbaut. Laut Anzeige beträgt der Druck in der Anlage knapp 1.0 bar. Das Sicherheitsventil hat keine direkte Ableitung in einen Abfluss, daher würde man einen Wasseraustritt wohl direkt entdecken können. Nachfüllen geht direkt über die fest angeschlossene Wasserleitung, mit zwei Absperrventilen.
 
tricotrac

tricotrac

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Im Dezember letzten Jahres wurde das MAG getauscht, da das alte defekt war und voll Wasser stand.
Entweder ist das MAG falsch eingestellt worden oder auch beliebt, die Membran klebt an der inneren Wandung fest und hat sich nicht oder nicht vollständig gelöst. Das führt zu Druckschwankungen im Heizungssytem. noch ein beliebter Fehler : Nach der gasseitigen Einstellung des MAG ist hin und wieder das Schraderventil nicht ganz dicht, so dass das Gaspolster allmählich entweicht. Einfacher Test, sofern noch Druck vorhanden ist, Schutzkappe entfernen und ein wenig Spucke auf das Ventil geben. Selbst bei kleinster Leckage bildet sich da eine Luftblase.
 

Ingo007

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Nach dem Ventil muss ich dann noch mal schauen. Laut Aufkleber handelt es sich um ein Cosmo MAG-H, wohl produziert in 04/22. Beim Klopftest kingen beide Seiten hohl, also auch die obere, wo sich ja etwas Wasser befinden sollte.

Was mir aber eingefallen ist: kann das Verhalten mit Wasser- bzw. Druckverlust auch daher kommen, dass nicht richtig entlüftet bzw. aufgefüllt wurde ? Bei der Montage wurde nur wieder Wasser aufgefüllt, aber nicht extra entlüftet.

Da sich die Entlüfttung ja zentral auf dem Dachboden befindet, wäre das richtige vorgehen wohl: Absperrventil öffnen und im Keller Wasser nachfüllen bis oben Wasser ankommt. Dann Absperrventil schließen, aber so lange Wasser laufen lassen, bis der Druck auf gut 1,5 bar laut Anzeige steht (hier befindet sich der rote Zeiger). Erst dann das nachfüllen beenden.

Bisher habe ich nämlich immer nur soviel nachgefüllt, bis auf dem Dachboden Wasser ankam, mehr nicht. Da das alte MAG aber defekt war, war der Vordruck da wohl deutlich geringer oder nicht mehr vorhanden, dass das so gereicht hat. Kann es sein, dass der jetzt festgestellte Wasser- bzw. Druckverlust daran liegt, dass das MAG auf 1,2bar eingestellt ist, und nur Wasser nachgefüllt wurde bis zum Dachboden ? Kann sich so noch weiterhin direkt Luft angesammelt haben, und das Wasser in der Anlage ist schneller verdunstet (Heizung läuft fast den ganzen Tag aktuell) ? Das bisherige Nachfüllen bei Bedarf wurde auch gemacht als die Rohre noch sehr warm waren (auch hier kann sich schon etwas Luft bilden ?)
 

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Die beste Auffülltemperatur wegen der Anomalie des Wassers wäre bei 4°C in der Anlage, was aber nicht praktikabel ist. Der Vordruck im MAG sollte nach Typschild eingestellt werden und eben auf Dichtheit geprüft werden. Bei richtiger Einbaulage und druckloser Wasserseite sollte beim Auffüllen kein Luftpolster wasserseitig entstehen oder bei vorhandenem Entlüfter am MAG entfernbar sein.
Sollte wirklich nur ein zentraler Entlüfter auf dem Dachboden vorhanden sein, müßte das hydraulische System aber genial gebaut sein, was ich mir nicht vorstellen kann. Beim Entlüften müßte dann auch der Druck aufrecht erhalten bleiben, das eben Luft oder Luft-Wasser-Gemisch entweichen kann und nicht noch Luft eingesaugt wird.
Ein Punkt macht mich auch nachdenklich, das 2 Ventile festverrohrt zum Wasserauffüllen installiert sind. Da sollte ein Systemtrenner nach Vorschrift sein.
 

PeterF

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Vor allem: wo verbleibt das ganze Wasser ?
Mein Beitrag dazu: bei uns waren die Anschlüsse an den Verteilern nicht ganz dicht (Kunststoffrohre).
Auch wir hatten langsamen Druckverlust = Wasserverlust.
Aber das sind keine Riesenmengen Wasser, so daß irgendwo große Pfützen stehen oder sichtbar Wasser fließen muss.
Tröpfchen für Tröpfchen lief es an einigen Rohren am Verteiler herunter, und verdunstete ..

Genau hinschauen ob Du doch irgendwo was siehst, was nicht ganz dicht ist ..
 

Ingo007

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Sollte wirklich nur ein zentraler Entlüfter auf dem Dachboden vorhanden sein, müßte das hydraulische System aber genial gebaut sein, was ich mir nicht vorstellen kann. Beim Entlüften müßte dann auch der Druck aufrecht erhalten bleiben, das eben Luft oder Luft-Wasser-Gemisch entweichen kann und nicht noch Luft eingesaugt wird.
Die Anlage wurde ursprünglich irgendwann zwischen 1952 und 1972 gebaut, danach wohl noch mal umgebaut auf den heutigen Stand. Zum entlüften gibt es nur die Möglichkeit (Kugelhahn). Im EG sind 1995 modernere Heizkörper eingebaut worden, die ließen sich einzeln entlüften, die älteren im OG nicht.

Ein Punkt macht mich auch nachdenklich, das 2 Ventile festverrohrt zum Wasserauffüllen installiert sind. Da sollte ein Systemtrenner nach Vorschrift sein.
Wie gesagt, ist eine recht alte Installation. Heute würde man das ganze wohl komplett anders bauen, was evtl. auch noch effizienter wäre.


Genau hinschauen ob Du doch irgendwo was siehst, was nicht ganz dicht ist ..
Zumindest im Keller und im OG, wo die Rohre einsehbar sind (Stahlrohre) konnte ich bisher nichts entdecken.

@tricotrac wie müsste das MAG eingestellt werden ? Laut Monteur hat er 1,2bar eingestellt. Passt evtl. das Modell nicht zur Heizung (Größe ist ja gleich geblieben) ?
 

corsa

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Heizung abschalten und den Druck mal auf 2,2 anheben, um eine eventuell klebende Membran zu lösen. Danach den Druck auf 1,6 ablassen, Heizung wieder anschalten und abwarten
 

Ingo007

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Kann ich mal ausprobieren. Was ich feststellen konnte: über Nacht, wenn die Heizung nicht läuft, steigt der Druck laut Manometer leicht an, tagsüber bei laufener Heizung fällt der Druck dann wieder leicht. Deutet also alles auf ein nicht richtig arbeitendes MAG hin ?
 

Ingo007

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Das kann sein, befindet sich hinter dem MAG.

Eine Frage zur Berechnung des passenden Drucks des MAG: für jeden Meter Höhe zwischen MAG und dem höchsten Heizkörper 0,1bar+0,3 bar ? Bei unserer Heizung laufen nämlich noch Rohrleitungen über den Dachboden (aber nur Leitungen und Kugelhahn zur Entlüftung, keine sonstigen Installationen. Sollte diese Höhe mit einberechnet werden ?

Ich käme so auf eine Höhe von 0,6m (Höhe MAG zur Kellerdecke), 2,5m (Deckenhöhe Erdgeschoss) 1,0m (Fußboden OG bis Oberkante Heizkörper) Wären also 4,10m = 0,5bar+0,3 bar= 0,8bar, demnach wäre das MAG mit 1,2bar zu hoch eingestellt ?
 
Thema:

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