VCW 196 3-5: Zu kurze Brennersperrzeit, zu kleine Einschalthystere -> Sekundentakt

Diskutiere VCW 196 3-5: Zu kurze Brennersperrzeit, zu kleine Einschalthystere -> Sekundentakt im Vaillant Forum im Bereich Heizungshersteller; Werte Gemeinde, Unser VCW 196 3-5, zündet für ca. 8 sec. (!), macht 2min. Pause (Brennersperre) um dann erneut 8 sec. zu zünden, 2min. zu...

CharlyII

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Werte Gemeinde,

Unser VCW 196 3-5, zündet für ca. 8 sec. (!), macht 2min. Pause (Brennersperre) um dann erneut 8 sec. zu zünden, 2min. zu pausieren etc..
Ich suche Informationen zur Brennersperrzeit und zur Einschalthysterese.

Zu beobachten ist folgendes: Die letzten Wochen (Aussentemp zwischen 3 und 10 Grad) war die Heizung nachts aus. Beim Hochfahren aus der Nachtabsenkung steigt die VL Temp über einen Zeitraum von ca. 15min. von 17° auf 51°, dann schaltet der Brenner ab. Die RL Temp liegt dann bei 44°, Pumpe läuft nach. Der Brenner ist auf minimale Leistung eingestellt (d.0, ca. 6kW). In den folgenden Minuten sinkt die VL Temp auf 40°.
Bei 40° geht der Brenner an, allerdings mit voller Leistung, das macht er immer beim Starten für ca. 15sec., bevor er runtermoduliert.
Jetzt "rast" die VL Temp innerhalb von 8-10sec. Von 40° auf 51° und der Brenner geht aus, die VL Temp sinkt sofort wieder auf 40°
Die verbleibende Brennersperrzeit (d.67) beträgt 2min. Nach zwei Minuten wiederholt sich das ganze Spiel.

Nach drei, vier, manchmal sechs solcher Zündungen steigt die VL Temp ein klein wenig langsamer, so daß der Brenner vor Erreichen der 51° die Leistung reduziert, dann geht die VL Temp zurück auf 47° und steigt anschließend über zwei bis drei Minuten auf 51° bis zur Abschaltung.

Nach meinen bescheidenen Erkenntnissen müßte die Brennersperrzeit dieses Sekundentakten eigentlich verhindern.
Die VL Soll (d.5) beträgt 51°, die Sperrzeit ist auf 20min (d.2) eingestellt, das müßte lt. Tabelle eine wirksame Sperrzeit von ca. 9min. ergeben.
Tut es aber nicht, es sind 2min.
Auch wenn die Sperrzeit auf 40 Minuten gestellt wird (d.2) ist die wirksame Sperre unverändert 2min. Erst wenn VL Soll geringer wird, steigt die Sperrzeit spürbar.

Seit einigen Wochen fotografiere ich mittels Zeitrafferkamera, ein Bild alle 15sec das Anzeigefenster. Die Auswertung hat ergeben, daß dieser "Sekundenbetrieb" morgens, wenn nur Küche, Bad und ein wenig Flur geheizt werden, in 90 min. ca. 12 - 15 mal auftritt. Abends, wenn das Wohnzimmer (2 * 2.7kW, 33er Flachheizkörper) geheizt wird, tritt die Sekundentaktung seltener aber ebenso zuverlässig auf.
Erst wenn der Unterschied zwischen Ist-Temp im Raum und der eingestellten Soll -Temp am Raumregler kleiner als 1,5K wird (Regler fordert bei delta 1K eine VL-Temp von ca. 46° und bei delta 0,5K ca. 36°), ist zum einen die Sperrzeit länger und das Sekundentakten tritt sowieso nicht mehr auf, wenn für eine halbe Stunde oder länger die Therme gar nicht anspringen muß, weil es warm ist im Raum.

Kann jemand vermuten, warum die wirksame Sperrzeit nur 2 min. beträgt? Wenn sie 10 Minuten wäre, dann würde die VL-Temp sicher noch zwei, drei Grad weiter absinken und der Brenner könnte zumindest ein paar Minuten laufen.

Und dann die Frage, warum die Einschalthystere des VCW so gewählt ist, daß die volle Leistung beim Anfahren im aufgeheizten System die VL-Temp über die Solltemperatur treibt? Das Problem tritt übrigens auch auf, wenn die VL-Soll nur 44° beträgt, die Ist-Temp im Führungsraum also schon auf ca. 1° an die Soll-Temp rangekommen ist. Dann schaltet bei 36° VL der Brenner ein und nach 8sec. bei 46° wieder ab, allerdings ist die Brennersperrzeit dann länger, so daß es insgesamt seltener passiert.

Natürlich ist der Kessel selbst mit 6kW überdimensioniert um nur eine Küche und ein kleines Bad zu heizen.
Selbst wenn Küche, Gang und Wohnzimmer geheizt werden, bringen wir die Wärme "an warmen Tagen" vermutlich nicht schnell genug weg.
Der Kessel ist aber nun mal da und es ist müßig zu spekulieren was der Heizungsmensch alles besser hätte machen können.

Wir wohnen nur zu zweit in unserem Häuschen und halten uns meist nur in einem Raum auf, morgens gehen wir nach einer halben Stunde aus dem Haus, da kann es doch nicht die Lösung sein immer die ganze Bude umsonst zu aufzuheizen, nur damit der Brenner in einen vernünftigen Betriebsbereich kommt.

Genau für diesen Fall ist doch die Brennersperre eigentlich da, wenn die Wärmeabgabe so gering ist, daß der Brenner nach kürzester Zeit die VL Soll erreicht hat, dann hilft eben nichts anderes mehr als eine längere Zwangspause. Regelung per Brennersperrzeit sozusagen, weil die bedarfsabhängige Regelung alle paar Minuten ein kleines bisschen Wärme anfordern würde die in diesen kleinen Portionen nicht zur Verfügung gestellt werden kann. Oder sehe ich das falsch?

Falls wir das Problem mit dem Sekundentakt lösen, bleibt natürlich immer noch das Problem der insgesamt zu hohen Zahl an Starts bei nur geringem Wärmebedarf, weil das Gerät dann "gegen die Sperrzeit" taktet….

Wer Näheres zur Brennersperrzeit oder Hystere weiß oder sonst einen guten Tipp auf Lager hat würde mir mit seinem Posting hier sehr helfen.


Vielen Dank, daß Ihr Euch durch diesen doch recht langen Text gekämpft habt!

Grüße

Karl



PS.
Wir betreiben die VCW196 3-5 in einem EFH Bestandsgebäude (BJ1950, 120qm, nicht alle Zimmer beheizt) ohne FBH mit neuer Dämmung, neuen FlächenHK und Raumregelung Calormatic330 im Wohnzimmer.
 
Hausdoc

Hausdoc

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Die Brennersperrzeit wird nicht ausschließlich durch eine fixe Zeit festgelegt.
Sie verändert sich bei unterschiedlichen Temperaturanstiegsgeschwindigkeiten.
Das heißt, steigt die Temperatur langsamer an, wird die Sperrzeit kürzer.

Sowas passiert immer dann wenn man versucht die Wohnung/Haus stundenweise zu heizen - wenn also zu viele Schaltzeiten hinterlegt sind.
Gleiches passiert wenn man die Nachtansenkung zu niedrig gewählt hat - dann "taktet" die Therme morgens die ersten Minuten (bis 1 Stunde) .

Eine Frage: Wie weit ist in dem Raum, in dem der Raumthermostat montiert ist, der Heizkörper in der Regel aufgedreht??
 

CharlyII

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Hallo Hausdoc,

vielen Dank, das erklärt in der Tat die kurze Sperrzeit, da die Temp am Regler im Wohnzimmer überhaupt nicht steigt.

Die Ventile im WZ (wo der Raumregler montiert ist) werden abends gegen 23h30 geschlossen und morgens erst gegen 07h30 voll geöffnet.
In Küche und Bad sind die Ventile immer offen außer in der Zeit von ca. 19h00 bis 23h00
Heizzeiten sind morgens von 6h10 bis 07h20 und abends von 18h00 bis 23h30, Absenkung ist auf 18°.
Im WZ beträt die (ungeheizte) Temp morgens und tagsüber (wenn niemand zuhause ist) meist 17,5°.

Wäre es eine Lösung einen weiteren Regler in der Küche für die morgendliche Aufheizung zu nutzen?
Wie können wir grundsätzlich damit umgehen, daß der Raum mit dem Regler oft zu der Zeit nicht geheizt werden braucht, wenn in anderen Räumen Wärmebedarf besteht (z. B.Home Office Tag).

Danke und Gruß

Karl

PS
Allerdings dürfte m. E. die Therme völlig unabhängig von der Sperrzeit grundsätzlich nicht anspringen, wenn zu erwarten ist, daß die VL-Temp innerhalb von Sekunden über die Abschalttemperatur steigt.Die Therme "weiss" doch, daß bei 40° VL-Temp direkt nach dem Zünden die Leistung so hoch ist, daß die 51° Abschalttemp sofort erreicht werden.
 
Hausdoc

Hausdoc

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Heizzeiten sind morgens von 6h10 bis 07h20 und abends von 18h00 bis 23h30, Absenkung ist auf 18°.

Im WZ beträt die (ungeheizte) Temp morgens und tagsüber (wenn niemand zuhause ist) meist 17,5°.
Das meinte ich mit stundenweise heizen.
Mit sowas hast du nur Komforteinbußen und evtl folgende Bauschäden (Schimmel....)
Energie sparst du dadurch nicht.
Laß mal die Heizung den ganzen Tag durchlaufen (also von 6:00- 23:00 auf 20-21°)
Die restliche Zeit kannst du auf 18° absenken.

Du wirst mehren daß die Wohnung sofort behaglicher ist (die ausgekühlten Wände "strahlen" keine Kälte ab) und die Therme taktet nicht mehr , sondern moduliert sauber.

Am Jahresende wirst du überrascht sein. Statt mehr hast du so sogar weniger Gas verbraucht.
 

CharlyII

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Vielen Dank für die schnelle Reaktion.

OK, ich probiers mal aus und lasse die Therme durchlaufen, auch wenn es mir zunächst nicht einleuchtet, wie mit einer im Mittel deutlich höheren Raumtemperatur weniger Gas verbraucht werden soll. Den Gaszähler werde ich dabei natürlich im Auge behalten, von den vergangenen zwei Heizperioden liegen auf jeden Fall tägliche Vergleichswerte vor ;-))

Auch ob der 8-Sekunden Betrieb damit beseitigt wird bleibt eine spannende Frage.

Schönen Wochenstart und Grüße

Karl
 
Thema:

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