Unterschied Niedertemperatur WP und Hochtemperatur WP

Diskutiere Unterschied Niedertemperatur WP und Hochtemperatur WP im Wärmepumpe, Gebäudekühlung Forum im Bereich Regelungstechnik / Erneuerbare Energien; Hallo zusammen, Für meine Bachelorarbeit (Wirtschaftlichkeitsberechnungen von Heizungen) habe ich jetzt 2 verschiedene Angebote für Wärmepumpen...

hannesSore

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Hallo zusammen,

Für meine Bachelorarbeit (Wirtschaftlichkeitsberechnungen von Heizungen) habe ich jetzt 2 verschiedene Angebote für Wärmepumpen vorliegen, das eine für eine Hochtemperatur- und das andere für Niedertemperatur Luftwärmepumpe?
Mein Prof meinte aber, ich soll nur eines von beiden nehmen, sonst wird meine Bachelorarbeit zu umfangreich. Welches ist nun die gängigere Luftwärmepumpe? Worin liegt genau der Unterschied? Vorteile Nachteile?

Gruß Hannes
 
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Schreib über Niedertemperaturgeräte.

Hochtemperatur könnte nämlich komplex werden. ;)
Letzere verwendet man zur Warmwasserbereitung bzw zur Versorgung von RLT Anlagen.

Kennst du dich denn mit dem Funktionsablauf von Kältemittelkreisen aus? Mit H-Log-P Diagrammen?


Welches ist nun die gängigere Luftwärmepumpe?
Beides.
Worin liegt genau der Unterschied?
Ggf in der Auswahl des Kältemittels - somit der "Auswahl" des Kältemitteldruckes.
Vorteile Nachteile?
Hohe Kältemitteldrücke = höhere Verdichterleistung = höhere Stromkosten.

Alles natürlich abhängig von der Wärmequellentemperatur ( Luft, Wasser, Sole)

Bei Luftwärmepumpen gibts zudem Einsatzgrenzen. Bei draußen Minus 25 ° kann man nicht mehr wirtschaftlich Wärme entziehen. Daher haben LWP immer eine Elektroheizelement
 

hannesSore

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Ja Kältekreisläufe haben wir in der Hochschule schon des Öfteren besprochen.
Kann ich eigentlich mit einer Niedertemperatur WP Warmwasser machen oder sind dort die Vorlauftemperaturen zu gering?
Denn für das Beispielgebäude habe ich einen Wärmebedarf von 65000 kWh inkl. Warmwasser.
"Luftwärmepumpen werden bis zu dem sog. Bivalenzpunkt wirtschaftlich betrieben, wenn es draußen kälter wird, wird mit einem Heizsstab im Pufferspeicher geheizt, dieser heizt durchschnittlich ca. 5 % des Wärmeenergiebedarfs" stimmt das so?

Weiterhin benötige ich noch Angaben über die Heizsstrompreise der letzten 10 Jahre um eine Preissteigerung abzuleiten, ist hier jemand etwas bekannt?

Gruß

Hannes
 
Hausdoc

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Kann ich eigentlich mit einer Niedertemperatur WP Warmwasser machen oder sind dort die Vorlauftemperaturen zu gering?
Grundsätzlich gibts bei den üblichen WP keine Unterscheidung zwischen HT oder NT Wärmepumpe.

Generell sind das alles HT Maschinen. Bei R 407C erreicht man mit Drücken um die 30 bar VL Temperaturen um die 60°
Die selbe Maschine kann man auch im reinen NT Bereich betreiben. Ich betreue so eine Anlage, die bei den derzeitigen Außentemperaturen mit 23°VL läuft. Hier muss der Verdichter dann nur etwas über 10 bar aufbauen.

"Luftwärmepumpen werden bis zu dem sog. Bivalenzpunkt wirtschaftlich
betrieben, wenn es draußen kälter wird, wird mit einem Heizsstab im
Pufferspeicher geheizt, dieser heizt durchschnittlich ca. 5 % des
Wärmeenergiebedarfs" stimmt das so?
Das kommt doch sehr aufs Nutzerverhalten an.
Früher hatte man da eine maximale Warmwassertemperatur von höchstens 50° eingestellt.
"Dank" Trinkwasserverordnung muss man bei vielen Anlagen das Warmwassernetz auf über 60° betreiben. Leztlich laufen derartige Warmwasserbereitungen "nur elektrisch". Die 5% stimmen hier also keinesfalls. In einer Anlage (7 Familienhaus mit LWP) die ich betreue liegt hier der der Anteil des Heizstaben bei ca 25% .


Weiterhin benötige ich noch Angaben über die Heizsstrompreise der
letzten 10 Jahre um eine Preissteigerung abzuleiten, ist hier jemand
etwas bekannt?
An diesem Punkt dürftest du scheitern.

Grund: Auch in der Vergangenheit wurde so viele unterschiedliche reine Wärmepumpentarife, HT/ NT Tarife, 96 h Leistungsmessung usw angeboten, daß hier eine vergleichende Aussage kaum möglich sein wird.

Vieleicht hast du die Möglichkeit an einigen "Referenzanlagen " über die verbauten Wärmenmengenzähler sowie der abgelesenen Energie am Stromzähler Vergleichswerte zu bekommen.

Dabei sollte man aber dran denken, daß der reine Wärmepumpenzähler eigentlich nur den Strom der Wärmepumpe selbst messen darf. Sehr oft hängt an diesem Zähler aber auch noch Brunnenpumpe, Solepumpe und üblicherweise auch alle Heizkreispumpen.

Rein "rechtlich" falsch - aber übliche Praxis.



Da hast du dir ganz schön starken Tobak als Bachelor Thema ausgesucht........

Es gibt bei der wirtschaftlichkeitsberechnung von Wärmepumpen nämlich eine unbekannte Größe: Der Ausfall von Bauteilen. Wenn da ein Wärmetauscher oder Verdichter defekt ist, kostet das in jedem Fall mindestens 4 stellig. Das verhagelt die Berechnung ganz schön....

Ich kenn WP Anlagen die Wirtschaftlich genauso effizient laufen, wie wenn bei einer Ölheizung mit 300° Abgastemperatur ein Scheich jeden Liter Heizöl einzeln mit dem Ferrari anliefert........
 
socko

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Ich faänd eine Untersuchung zum Thema "Hochtemperatur" WP deutlich interessanter. Normale WP'n sind doch eh ausgereitzt. :sleeping:
 

hannesSore

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aha, ich dachte eine Luftwärmepumpe kann für das Warmwasser auch genutzt werden, dies ist also nicht der Fall?
 
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aha, ich dachte eine Luftwärmepumpe kann für das Warmwasser auch genutzt werden, dies ist also nicht der Fall?
Doch - kann sie selbstverständlich -

Bei den geforderten Warmwassertemperaturen aber mit doch sehr bescheidenen Leistungszahlen.

In Hochglanzprospekten wird da von Zahlen "deutlich über 4" geschrieben.

In der Praxis sind es unter 3 - bei hohem Warmwasserbedarf beim Niedrigenergiehaus auch deutlich unter 3.
 

hannesSore

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okay danke,

jetzt hab ich noch eine Frage wenn ich den Stromverbrauch ausrechne, da kann ich ja bei Solewärmepumpen einfach den Wärmebedarf durch den COP Wert teilen.
Bei Luftwärmepumpen, kann man ja nicht mit dem COP Wert rechnen oder? Weil es ist ja nur eine Momentaufnahme und der variiert ja bei verschiedene Außentemperaturen.
Wäre es nicht sinnvoller mit der Jahresarbeitszahl zu rechnen?

Gruß
 
Hausdoc

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jetzt hab ich noch eine Frage wenn ich den Stromverbrauch ausrechne, da
kann ich ja bei Solewärmepumpen einfach den Wärmebedarf durch den COP
Wert teilen.
Stromverbrauch ausrechnen: Kannst du das? Kennst du den genauen cos. phi der Verdichter? ;)
Auch der COP Wert ist nicht statisch vorgegeben sondern entsteht individuell an jeder Anlage. Überall sind ja Wärmequellentemperatur usw unterschiedlich.

Das kann man noch nicht mal näherungsweise festmachen.


Gibts an besagter Anlage geeichte Wärmemengenzähler für Gesamtenergie bzw Warmwasseranteil oder Heizanteil?
 

hannesSore

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Die gesagte Anlage ist nicht errichtet, ich mach ja ne Wirtschaftlichkeitsberechnung, deswegen muss ich ja auch irgendwie den Stromverbrauch abschätzen, bei der Sole WP hab ich das über den COP wert gemacht....aber bei der Luft-WP wird das wohl eher schwierig werden oder?
 

hannesSore

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irgendwie muss es näherungsweise gemacht abgeschätzt werden, und wenn es über Erfahrungswerte gemacht wird...
 
Hausdoc

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.aber bei der Luft-WP wird das wohl eher schwierig werden oder?
Das geht - ist aber eine elende Rechnerei.
Bivalenzpunkt festlegen. Dann Ermitteln wieviel Std im Jahresmittel die Außentemperatur unter Bivalenzpunkt liegt.

Bei der Sole WP hab ich dieses Problem nicht. Da ist die Soletemperatur mit ca 10° relativ konstant.


Dann ermitteln wieviel Warmwasser in dieser Zeit (meist wohl nachts) bereitet werden muss.

Dann noch die Warmwassermenge, die über den Heizstab nachherhitzt werden muss.
 
Thema:

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