Unsere Nachfolger

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dortmund58

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Hallo an alle hier im Forum!

Mein echter Name ist Peter, ich bin 51 Jahre und selbstständiger Handwerksmeister im Großraum Dortmund!

Ich nenne eine Firma mit gut 30 Beschäftigten mein Eigen und möchte hier in dieser Runde mal eine kleine Diskussion anstoßen!



Ich bin nun seit guten 25 Jahren mehr oder weniger erfolgreich in der Sanitär und Heizungsbranche tätig.....ich habe eine Menge erlebt und auch einige schlechte, aber wesentlich mehr gute Zeiten erlebt!!! Seit einigen Jahren muss ich nun leider einen sehr negativen Trend feststellen! Unser aller Handwerk entwickelt sich seit Jahren sehr, sehr schnell weiter! Bis dato konnte ich dem Trend und der Entwicklung gut folge leisten! Nun stehe ich allerdings seit einiger Zeit vor dem Problem, keine "guten" neuen Leute mehr zu bekommen! Ich bin z .B. seit gut 1,5 Jahren auf der suche nach einem geeigneten Kundendienstmonteuer........aber....keine Chance...also...ich habe EINEN sehr guten Monteur! Allerdings wird dieser nicht jünger (58 jahre)...... Aber!!!! Ich bekomme einfach keinen guten Nachwuchs! Ich bilde jedes Jahr gut 3-5 neue Monteure aus, aber ganz ehrlich....FAST nur SCHROTT! Wie soll unser Handwerk da noch lange mit gutem Ruf bestehen? Die nachrückende Generation beherrscht noch nicht einmal den einfachsten Dreisatz! Geschweige denn, ist auch nur EINER von 100 in der Lage, einen Gaszähler richtig und korrekt ablesen zu können! Ich sehe da auf uns alle echt ein großes Problem zu kommen! Die wenigen wirklich guten Kräfte sind sehr schnell "vergriffen" oder wechseln in die Industrie! Klar, die Schule und die Bildung ist sicherlich nicht unschuldig....aber hilft uns das? Ich fahre mitlerweile an den Wochenenden wieder selbst mit im Stördienst, da einer alleine es in meiner Firma nicht schaffen kann! Aber.....ich komme zu Anlagen, welche ausgefallen sind, wo einer meiner Nachwuchsmonteure nicht weiter weiß, weil......KEIN WASSER AUF DER ANLAGE IST! Kann es das sein? Meine Jungmonteure schicke ich extra zu den Herstellern......zu extra Kursen der Handwerkskammer ect. ect.........aber NICHTS! NULL Interesse!

Was meint Ihr dazu? Mir persönlich platzt da der Hals!



Gruß,

PETER
 
GreenRabbit

GreenRabbit

Moderator
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11.04.2007
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1.017
Hallo!

Hi!
Und hallo Peter!
Böse, böse! Kann ich da nur teilweise zu sagen!
Ja!!!!1 Ich zähle mich selber noch nicht zum "alten" Eisen! Aber auch ich bin seit Jahren in der Branche tätigt! Wenn auch, wie von dir als ein wenig "negativ" dargestellt in der Industrie!
Ich habe mitte der Neunziger meinen Gesellenbrief gemacht und bin dann sehr schnell durch, vielleicht glückliche Zufälle, in der Industrie gelandet........aber ganz ehrlich! Was bietet Ihr denn dem "guten" Nachwuchs Monteur, außer einer 80 Stunden Woche? Gut, Weiterbildung, aber die bitte in der Freizeit und um sonst.........Ne, sorry, da arbeite auch ICH doch lieber für gut 1500 EURO Nette mehr in der Industrie! Und wenn die normale Heizungszunft sich vielleicht mal etwas ehr von dem eingestaubten alten Machenschaften los gesagt hätten, dann wäre auch unser Job nicht so in verruf geraten (wer kennt nicht WERNER)!

BODO
 
Hausdoc

Hausdoc

Moderator
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24.950
Hallo ,
Ich kenne das Problem!!!!


Die SHK Lehrlinge bekommen alle im 3. Lehrjahr einen" Höhenflug" .
Jeder 5. bricht hier die Lehre ab.
Due Jungmonteure haben Gehaltsvorstellungen die astronomisch sind - für Null Gegenleistung
Praktisch haben sie keine Ahnung - was ich aber nichtmal ankreide - alles kann man lernen.

In den allermeisten Fällen fehlt die richtige Einstellung.

Ich kann als Fachhandwerker nicht unpünktlich und dreckig beim Kunden erscheinen.
Dabei vorher die gesamte Garagenzufahrt zuparken.
Dafür durch Unfähigkeit und schlechter Manieren glänzen.
Rauchverbot beim Kunden und Überschuhe und Staubsauger sollten selbstverständlich sein.

Das bertaf jetz nur das Aufteten des Handwerkers.

Ein weiteres Defizit ist wirkliches Interesse am Beruf.
Viele Leute arbeiten mit Scheuklappen - in unserem Beruf gibt es aber sehr oft komplexere Zusammenhänge.
Egal ob es Brandschutzvorschriften oder DVGW sind....
Oftmals fehlt die innere Bereitschaft die Basis lernen zu wollen.

Aus dem Bauch heraus würde ich behaupten, daß z.B. @ Damiels hier aus dem Forum eine Ausnahme ist.
Jung , interessiert, keine Berührungsängste, "geil" auf die Aufgaben die ihm gestellt werden.....

Zu deiner Kritik:

Ja - die Spezies der wirklichen Fachleute wird in wenigen Jahren sehr dünn gesäht sein.
Nachdem aber mittlerweilen fertig ausgebildete Dipl. Ing nicht in der Lage sind , einfach Leistungs oder Druckverlustberechnungen durchzuführen hoffe ich immer noch daß sich unser verdienst irgendwann an deren Gehalt anpasst . :D ;)
 

Daniels89

Mitglied seit
12.07.2009
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146
Hallo, ich habe letztes Jahr im Januar meine Gesellenprüfung zum "Anlagenmechaniker" abgeschlossen!! Mit einer eins in Theorie und eins in Praxis als Kammerbester! In meinen Ausbildungsbetrieb machten wir alles was mit Heizung und Sanitär zu tun hatte, von Kesselsanierungen in Hotels unter sehr großen Zeitdruck bis hin zu Biomasseheizungen, 150er bis 200er Schwarze Rohre Elektrisch und Autogengeschweißt, Wasserleitungen saniert in Nobelhobelhotels, aber auch Pellets, Holz, Öl, Gasanlagen im Einfamilienhausbereich also alles was angefallen ist! Nach meiner Ausbildung fragte mich der Chef ob ich im Bereich "Kundendienst" tätig werden möchte!! Ich hatte in meiner Ausbildung in diesen Bereich leider nichts zu tun, da die Kundendiestler immer alleine unterwegs waren, also wurde ich nach der Lehre anglernt! Als dan alles lief kam der Brief von der Bundeswehr :cursing: die mich darauf hin auch nicht mehr in Ruhe ließen :thumbdown: !! Sch..... Bund mach Zivi :thumbdown: :thumbdown: :thumbdown: ist auch nicht besser.... Somit bin ich seit Oktober in einem "Wohlfahrtshotel" als Hausmeister und leist da meinen :sleeping: Dienst :sleeping: ! Hat zumindest mhr mit Heizung zu tun als Bundeswehr :thumbdown:



Mich Interessiert mein Beruf total und möchte auch soviel Wissen über Heizung aneigen wie möglich!



Aber mal ehrlich für 8,70 Stundenlohn da kann ich viele verstehen das sie eine LMA-Einstellung haben!! Komm 8,70 da hat ja jede Putzfrau mehr!! Alle die damals ausgelernt hatte hatten 10€ aufwärts..aber das sind andere Firmen und für 970€ Monatslohn...naja..."warum soll ich den da in meiner Freizeit zum Buderus,Viesmann oder Fröling auf Weiterbildung fahren" (Der Weg lohnt sich zwar schon wegen der verpflegung :thumbup: )



Ich habe auch schon in meiner Freizeit also jetzt im Zividienst Schulungen Besucht z.B. bei Fröling in München Riem oder Buderus z.B. Öl Brennwertkurs, Hydraulik Grundkurs, 2 Tägige 4000er Lehrgang alles in meiner Freizeit! habe zwar nichts (noch nichts :D ) davon, aber bevor ich mal doof vorm Kunden stehe und kann nichtmal einen MEC oder RC35 einstellen, da opfere ich doch gerne mal einen Tag Freizeit oder etwa nicht??



Aber in der Ausbildung werden die Jungs meist nur zum Rohrschleppen und Stemmen verdonnert! Macht ja auch keinen Spaß wenn du mal ne woche lang schlitze haust?? Nehmt euch doch mal Zeit für die Azubis und bringt ihnen mal was bei?? Würde bestimmt keiner nein sagen wenn ihr mal einen Samstag mit ihnen Schweißt oder mal n paar Rohre verbiegt, die hälfte der "Anlagenmechniker" kann ja nicht mal einen Etagenbogen aus Cu biegen geschweige den Stahlrohr!! Mir hat mein Papa einen Falsche Atze und sauerstoff gekauft, ansonsten könnte ich heute noch keinen Brenner anzünden :thumbsup:
 
GreenRabbit

GreenRabbit

Moderator
Mitglied seit
11.04.2007
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1.017
Richtig!

Hi!
Also ich muss da Daniel wirklich zu gut 100% zu stimmen! Ich hatte damals (mitte/ende der 90er) das Glück, einen sehr guten Ausbildungsbetrieb zu haben! Sicherlich.....Schlitze kloppen und schleppen gehört dazu.....aber ich durfte dort auch echt viel, damals schon, in die Kundendienstschiene "rein schnuppern"! Ab dem dritten Lehrjahr wurde ich dann auf diverse Lehrgänge geschickt (nicht in meiner Freizeit, sondern in der regulären Arbeitszeit mit Bezahlung!) und habe dann auch direkt nach meiner Gesellenprüfung (2 in der Theorie / 4 in der Praxis ((Blecharbeiten waren noch NIE mein DING, aber zu 50% Prüfungsrelevant)) durch meinen damaligen Chef, die Ausbildung zum KD-Techniker gemacht! Gut, dann habe ich das Unternehmen verlassen (16 -->DM<-- Stundenlohn) gegen 35 DM Stundenlohn in der fertigen Industrie).......
Aber wieviele Unternehmer fördern denn Ihre Azzubis? Kaum einer! Meistens sind es "billige" Arbeitskräfte, welche stemmen, schleppen und den Mist machen können!!!

-GR-
 

Daniels89

Mitglied seit
12.07.2009
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146
Aber oft fehlt es auch an den einfachsten Dingen ich selber habe ja auch noch nicht sooo lange ausgelernt aber ich sage mal 95% des gesammten Installationsmaterial kenne ich schon ;) ! Ich Erinnere mich da stand ein Kesseltausch an! Ich fuhr dan ins Lager Material holen und ein Auzbi im 2 Lehrjahr half mir Material herrichten. Ich gab ihm die Liste und verließ mich darauf das er mir das Meterial zusammenstellt! Als ich dan die Schachte nahm und zur Baustelle fahren wollte warf ich nochmals einen Blick daraf und traute meinen Augen nicht!! Anstatt Rohrschellen 1" waren 3/4" drin, Anstatt einen Schrägsitzventil mit Rückflussverhinderer ein normales, und ein Winkeleckventil sagte er das hatte er noch nie gehört!! Den Anschiss den ich dan vom Gesellen bekommen hätte, wenn ich nicht nochmal das ganze durchgegangen wäre, den möchte ich mir nicht ausmalen :|
 

Fossil

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18.10.2008
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Gut, ganz soweit ausm Fenster lehnen darf ich mich (noch) nicht, da ich selbst erst seit 2,5 Jahren augelernt bin, aber :

Ich seh es leider auch jeden Tag bei uns in der Firma, wie unsere Azubis "arbeiten", da bleibt einem manchmal nichts übrig, als sich an den Kopf zu fassen. Klar, es sind nicht immer nur die Auszubildenen, denn ohne vernünftigen Ausbilder keine gute Ausbildung. Aber wenn nicht mal beim verlegen von Rohren etc. ne Wasserwaage, aus Bequemlichkeit, zur Hilfe genommen wird und das Resultat doch eher mangelhaft ist, fragt man sich teilweise doch schon, was man mit so einem soll.

Selbst wenn man bedenkt, was die eigentlich alles an Zusätzlicher Ausbildung bekommen:
- mehrwöchige Ausbildung für Autogenes Schweißen (Teilweise auch Elektro)
- Geräteseminare von den versch. Herstellern
- Elektro-Ausbildung
- ne kleine Zuzahlung für Führerscheinklassen BE und/oder C1
- Lehrgänge für Ladungssicherung
und so weiter

Aber selbst mit einer möglichen Übernahme bei guten Leistungen und auch nen halbwegs gutes Einstiegsgehalt (13,50€/Std) finden die meisten keinen Ansporn, warum auch immer
 

Daniels89

Mitglied seit
12.07.2009
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146
Was die bekommen eine zusätzliche Schweißerausbildung bezahlt?? wisst ihr was die bei mir kostete?? 1248€ davon 814€ Basisqualifikation Rohr und 434€ Prüfung Stumpfnaht Rohr-Rohr und wer die bei mir bezahlt das möchtet ihr lieber nicht wissen!!! Ebenso zuzahlung für Führerschein vom Ausbildungsbetrieb?? eure Leute können sich glücklich Schätzen! Und von so einem Stundenlohn glaub ich träumrn die meisten :rolleyes:
 

Fossil

Mitglied seit
18.10.2008
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22
Daniels89 schrieb:
eure Leute können sich glücklich Schätzen!
naja, wenn die Azubis das auch wirklich schätzen würden, wäre es natürlich noch besser :S
 

diplo

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31.12.2009
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136
Nachbars Junge wollte KFZler werden...beim Örtlichen Audidealer ging unter Abitur garnix...



Lieber einen der gefordert ist...als einen Realschüler der anner Arbeit das Gehirn abstellen kann, weil er sowieso unterfordert ist!
 
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