Starke Schwankungen bei VL- und RL-Temperaturen

Diskutiere Starke Schwankungen bei VL- und RL-Temperaturen im Vaillant Forum im Bereich Heizungshersteller; Hallo zusammen, ich besitze eine Vaillant AuroCOMPACT VSC S 146/4-5 150 und wundere mich über die relativ stark schwankenden Vorlauf- und...

SebastianLFD

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Hallo zusammen,

ich besitze eine Vaillant AuroCOMPACT VSC S 146/4-5 150 und wundere mich über die relativ stark schwankenden Vorlauf- und Rücklauftemperaturen. Sie schwanken um ca. 8K innerhalb von ca. 45 Minuten, wie man im angehängten Diagramm ganz gut erkennen kann, wobei ich von einer guten Regelung erwarten würde, dass die Temperaturen relativ konstant beibehalten werden.

Bildschirmfoto 2021-09-16 um 13.56.03.png


Angeschlossen sind 9 stetig geregelte Fußbodenheizkreise, von denen zwei derzeit ein wenig Aktivität aufweisen.

Bildschirmfoto 2021-09-16 um 13.58.09.png


Ist das ein normales Verhalten der Therme? Kann mir jemand einen Tipp geben, ob und wie man das optimieren kann?
Vielen Dank schonmal.
 
Wolfhaus

Wolfhaus

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Vorlauf- und Rücklauftemperaturen. Sie schwanken um ca. 8K
Das dürfen sie auch! Das ist bedarfsabhängig und wird durch die Heizung gut ermittelt.
dass die Temperaturen relativ konstant beibehalten werden.
Ja die Raumtemperatur. Was ja auch bei dir so ist!
Schwankung VL/RL 8k bedeutet Temperaturschwankung Fußboden ca. 0,8k was dann wiederum zu einer Schwankung von 0,08k der Raumtemperatur führen kann. Was ist daran zu ungenau? Nur zur Info, die Temperatur im Brennerraum schwankt noch größer.
 

SebastianLFD

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Vielen Dank für deine Antwort.
Aber wäre es nicht sinnvoller, wenn die die Temperaturen einfach konstant gefahren werden würden?
Man kann auch erkennen, dass die Peaks immer mit einem geringfügigen Abfall des Durchflusses einhergehen.

Wie du schon festgestellt hast - das Ergebnis (gleichmäßige Temperaturen) ist sehr zufriedenstellend, sodass ich mich auch nicht beschweren möchte. Allerdings scheint mir dennoch die Regelung nicht ganz optimal zu laufen.
 

KarlZei

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Ist das ein normales Verhalten der Therme?
Jein.
Die Therme taktet (= schaltet ein / aus), weil sie mehr Wärme erzeugt als das Haus gerade benötigt. Folge ist, dass Vor- und Rücklauftemperaturen periodisch ansteigen / abfallen. Takten ist grundsätzlich unerwünscht (mehr Verbrauch, mehr Verschleiß/Wartung, mehr Emissionen) und ist häufig einer Fehldimensionierung, Fehlkonfiguration, einem mangelhaften hydraulischen Abgleich und/oder dem Nutzerverhalten geschuldet. Allerdings taktet jede Therme bei hinreichend großer Außentemperatur (= geringer Wärmebedarf), wenn sie noch im Heizbetrieb läuft. Deine Therme ist hier eher schlecht aufgestellt, weil sie eine ziemlich hohe Mindestleistung hat (>3kW) und deswegen schon bei noch recht niedrigen Temperaturen taktet.

Hier fällt auf, dass die Spreizungen (= Unterschied zwischen Vor- und Rücklauftemperaturen) recht stark variieren und zudem teilweise sehr gering sind. Das kann auf einen schlechten hydraulischen Abgleich (ink. Pumpeneinstellung) hinweisen.
Auch auffällig: der Warmwasserspeicher scheint schnell Wärme zu verlieren und zudem wird er unnötigerweise nachts geladen.

Wie lange hast Du die Therme? Wie alt und groß ist das Haus? Wurde ein hydraulischer Abgleich nach Installation durchgeführt?
 

SebastianLFD

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Das Haus ist Baujahr 2017 und entsprechend alt, bzw. jung ist die Therme. Es hat 140m² Wohnfläche und keine Isolierung an der Fassade.
Bei dem hydraulischen Abgleich bin ich mir nicht ganz sicher. Ich habe ein Protokoll dazu bekommen, kann das aber überhaupt nicht bewerten.

Dass der Warmwasserspeicher nachts geladen wird ist Absicht. Bitte großzügig darüber hinwegsehen ;)

Ich hab mal im Archiv geschaut - letztes Jahr, Mitte November. Seitdem hab ich an den Einstellungen nichts mehr geändert. Die Spreizung ist deutlich größer, die Schwankungen sind jedoch trotzdem vorhanden.

Bildschirmfoto 2021-09-16 um 16.31.47.png


Ist möglicherweise die Heizkurve falsch eingestellt? Grundsätzlich würde ich behaupten, dass die Therme weitestgehend unkonfiguriert ist und nur das nötigste für den Betrieb eingestellt wurde.
 

KarlZei

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Das Haus ist Baujahr 2017 und entsprechend alt, bzw. jung ist die Therme. Es hat 140m² Wohnfläche und keine Isolierung an der Fassade.
Da wirst Du mit einer recht häufig taktenden Therme leben müssen. Du kannst letztlich nur über ein paar Einstellungen, die die Regelung hoffentlich bietet (?), die Taktfrequenz reduzieren können. Aber angesichts der Rahmenbedingungen sieht das nicht so schlimm aus.
Bei dem hydraulischen Abgleich bin ich mir nicht ganz sicher. Ich habe ein Protokoll dazu bekommen, kann das aber überhaupt nicht bewerten.
Sobald es kälter wird, solltest Du den überprüfen.
Ich hab mal im Archiv geschaut - letztes Jahr, Mitte November. Seitdem hab ich an den Einstellungen nichts mehr geändert. Die Spreizung ist deutlich größer, die Schwankungen sind jedoch trotzdem vorhanden.
Die Spreizung hängt auch von der Außentemperatur ab. Je kälter es ist, desto größer wird die Spreizung; sie sollte aber nicht zu groß werden. Deine Therme taktet auch bei ca. 5°C noch.

Wie erfasst Du die Werte und mit welcher Frequenz?
 

SebastianLFD

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Das Auslesen der Werte erfolgt über eBus aller 5 Minuten, werden dann in InfluxDB gespeichert und mit Grafana visualisiert.
 

KarlZei

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Ich würde die Zeit für eine vernünftige Analyse deutlich reduzieren, wenn möglich. In 5 Minuten kann auch bei einer Heizung viel passieren.
 

SebastianLFD

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Was erscheint dir da sinnvoll? 1 Minute oder noch weniger?
 

KarlZei

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Ich würde es mit einer Minute versuchen, bei Auffälligkeiten zeitweise auch mal weniger. Dabei ginge es dann in erster Linie um das bessere Erkennen von Brenner-Starts und des Taktens. Typischerweise braucht der Startvorgang (bis zur Stabilisierung der Modulation) ca. eine Minute.
 

SebastianLFD

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Ok, habs jetzt auf eine Minute gestellt. Das dauert jetzt natürlich erstmal, bis ein paar Werte gesammelt wurden.
 

Seppionfire

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Servus,

D.17 auf 1? dadurch verändert sich die Hysterese +5/-5 auf +3/-1

VG
 

SebastianLFD

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Der Parameter D.17 Regelungsart steht auf 1:Rücklaufgeführt
 
Wolfhaus

Wolfhaus

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Wärme erzeugt als das Haus gerade benötigt. Folge ist, dass Vor- und Rücklauftemperaturen periodisch ansteigen / abfallen.
Das würde ich in der jetzigen Übergangszeit nicht bewerten, bzw. überbewerten wollen.
Das sollte er sich mal ansehen wenn die Außentemperaturen unter 0 Grad, gehen. Ich denke da ergibt sich ein anderes Bild.
Sollte das dann immer noch bestehen, besteht dann Handlungsbedarf.
(Heizungskurve, Pumpe und Hydraulik) bitte jetzt nicht verfummeln!
 

SebastianLFD

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Minütlich die Daten abzufragen funktioniert leider nicht, da dann zeitweise Werte fehlen (siehe 18:00 Uhr), daher hab ich auf zwei Minuten gestellt. Sieht deutlich filigraner aus, aber so richtig bringt mich das nicht weiter.

Bildschirmfoto 2021-09-17 um 15.58.51.png
 

KarlZei

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Naja, meine Interpretation ist, dass die Therme deutlich mehr taktet als aufgrund des 1. Diagramms angenommen. Meines Wissens nach kann man bei der Therme die Brennerbetriebsstunden und Brennerstarts auslesen. Die Zahlen würden mich schon interessieren ;-)

Mich wundert auch ein wenig, warum die Therme überhaupt so lange im Heizbetrieb ist. Offensichtlich ist hier eine ungewöhnlich hohe außentemperaturabhängige Abschaltschwelle (20°C?) konfiguriert. Typischerweise ist die deutlich niedriger; bei einem recht neuem Haus 15°C und ggf. sogar weniger.
 

SebastianLFD

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Ich bin mir nicht ganz sicher, wie die korrekten Werte heißen, deswegen schreibe ich mal ein paar auf, die meiner Meinung nach interessant sein könnten:

Werte von gestern ca. 18:45 Uhr, in Klammern von heute ca. 16:45 Uhr
FanHours = 10991 (heute: 10992 / +1)
HcHours = 10312 (unverändert)
HcPumpStarts = 18880 (heute: 18890 / +1)
HcStarts = 192600 (heute: 192800 / +200)
PumpHours = 27317 (heute: 27336 / +19)

Hc1HeatCurve = 1.0
Hc1SummerTempLimit = 23.0

Wie schätzt du die Werte ein? Ist das alles noch im Rahmen oder deutlich zu hoch?
Wie sollte ich nun am besten vorgehen? Kannst du mir etwas empfehlen?
 

KarlZei

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Die eBus-Parameter sind mir nicht so geläufig. Aber HcStarts und HcHour sollten die Brennerstarts/-stunden im Heizbetrieb sein. Und wenn es da keinen Tippfehler (inkl. Teiler) gibt, dann wäre die Anzahl der Starts katastrophal schlecht. Wenn ich mir allerdings das letzte Diagramm anschaue, dann könnte das sogar plausibel sein. Nicht gut.
Zum Vergleich habe ich in 2,75 Jahren nur knapp 2.900 Starts bei fast 13.700 Stunden gesammelt. Allerdings moduliert meine Therme deutlich besser und das Haus ist deutlich größer / älter, weswegen der Wärmebedarf natürlich höher ist. Startwerte, die um den Faktor 5 bis 10 höher liegen, könnte man in einem recht neuen Haus mit geringem Wärmebedarf wohl noch als akzeptabel ansehen.

Die letzten beiden Einstellungen zeigen mir, dass noch Optimierungsbedarf besteht. Die Heizkennlinie dürfte für ein recht neues Haus zu hoch sein und eine Sommer-Abschalttemperatur von 23°C ist eher Wahnsinn; siehe Anmerkungen oben. Die Taktfrequenz lässt sich sicher auch reduzieren.
Aber für eine weitere Bewertung und auch Beteiligung anderer dürfte es sinnvoller sein, die 'Klartext'-Parameter über die Regelung auszulesen und zu posten. Hier gibt es ausgewiesene Vaillant-Kenner, die da sicherlich besser helfen können als ich. Welche Regelung ist überhaupt verbaut?
 

SebastianLFD

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Eingebaut sind dieses kleine Standard-Display und ein VRC 700.
 

Brezelmann01

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Moin!

Eigentlich ist doch alles geschrieben. Die Heizkurve ist mit 1,0 VIEL zu hoch bei FBH, die kann locker auf 0,5 im ersten Schritt runter. Wo steht die Parallelverschiebung? Dann sieht man in den Diagrammen im ersten Threat, das nur 2/9 Heizkreisen überhaupt Wärme abnehmen und das Thermostat (teilweise) öffnen.
Die Abtastrate würde ich bei der Vielzahl der Parameter NICHT höher legen, da es dann zu Fehlern auf dem ebus kommt. Kann man gut erkennen, da dann jeweils die Aussentemp auf -40° schiesst und dementsprechend der SOLL Vorlauf nachzieht und der Brenner anspringt. Das ist ein Problem vom ebus, habe ich auch mit meinem Adapter.
Und die Abschaltgrenze für Sommer kann im ersten Schritt mindestens auf 18°runter...
Und letzter Punkt...Thermostate bei FBH ist eh Bullshit.
 
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