Schornsteinfeger verlangt aufwendige Nachrüstung einer Außentemperatursteuerung

Diskutiere Schornsteinfeger verlangt aufwendige Nachrüstung einer Außentemperatursteuerung im Fragen an den Kaminkehrer/Schornsteinfeger Forum im Bereich Regelungstechnik / Erneuerbare Energien; Hallo zusammen, ich habe vor ein paar Jahren das Haus meiner Eltern geerbt. In diesem Haus befindet sich eine 45 Jahre alte Ölheizung (Viessmann...

schischi

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Hallo zusammen,

ich habe vor ein paar Jahren das Haus meiner Eltern geerbt. In diesem Haus befindet sich eine 45 Jahre alte Ölheizung (Viessmann Duo Parola). Die Kesseltemperatur kann nicht auf unter 70 Grad eingestellt werden und die Vorlauftempertur wird über einen Handmischer eingestellt. Die Heizung läuft nach wie vor einwandfrei und erfüllt regelmäßig jedes Jahr die Abgaswerte.

Das Haus wird sehr wenig genutzt und die Heizung läuft daher nur sporadisch - eigentlich nur im Winter als Frostschutz bei Außentemperaturen unter 0 Grad (bei der sporadischen, stundenweisen Nutzung des Gebäudes wird dann ab und zu elektrisch der genutzte Raum nachgeheizt) und um hin- und wieder Warmwasser zu erzeugen. Daher ist der Ölverbrauch mit weniger als 1000 Liter im Jahr für das Haus sehr gering. Würde man es normal und komplett beheizen, läge er sicherlich bei über 3000 Liter im Jahr, da das Haus aus 1959 komplett ungedämmt ist.

Da das Haus in ca. 2 Jahren abgegeben werden soll, möchte ich hier nicht mehr investieren. Der neue Besitzer müsste dann ohnehin eine Komplettsanierung durchführen, die sicherlich bei ca. € 200 TSD liegen wird (neues Dach, Fassadendämmung, neue Fenster, Heizung, Elektrik usw.).

Nun verlangt der Schornsteinfeger, dass die Heizung kurzfristig noch mit einer Außentemperatursteuerung nachgerüstet wird, damit die Vorlauftemperatur hiermit geregelt wird. Natürlich macht das in meinem Fall technisch gar keinen Sinn, da ich bisher von Hand alles auf ein Minimum runtergeregelt habe. Das werde ich auch so fortführen. Eine anderes Problem ist, dass ich die Kesseltemperatur ohnehin kaum absenken kann, da diese ja auch die Warmwassertemperatur bestimmt und der Warmwasserbehälter auch relativ klein ist (ich glaube ca. 60 Liter). Bei Nutzung wird die Warmwassermenge jetzt schon knapp. Andere sagen, dass auch der alte Gusskessel leiden wird, wenn man unter die 70 Grad geht. Zusätzlich habe ich Angst, dass die alte Anlage nach dem Eingriff am Herzen nach 45 Jahren einwandfreier Funktion nachher gar nicht mehr richtig funktioniert oder gar ganz kaputt ist. In dem Fall müsste ich dann kurzfristig noch eine neue Heizung installieren, ohne dass andere, notwendige Sanierungsmaßnahmen durchgeführt wurden. Einen Gasanschluss gibt es hier aber nicht und eine Wärmepumpe würde bei den Bedingungen sicher zum Energiefresser und würde dementsprechend sicherlich hohe Stromkosten nach sich ziehen. Den Einbau könnte man erst sinnvoll nach einer Kernsanierung machen. D.h. ich würde in diesem Fall vermutlich kurzfristig wieder eine andere Ölheizung (vielleicht dann gebraucht) einbauen lassen, um so wenig wie möglich investieren zu müssen.

Mache ich die Umrüstung nicht, muss der Schornsteinfeger nach seiner Aussage das wohl dem zuständigen Bauamt melden und möglicherweise die Heizung stilllegen.

Habt ihr eine Idee, was ich hier noch machen kann?

Vielen Dank schon mal für eure Hilfe!

Grüße
Michael
 

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Sehr viel Bla Bla und Geheule, dabei hast du nicht mal kapiert das du noch Glück hast.
Deine Heizung muss nämlich eigentlich raus! Also hör auf zu jammern und bau um oder Verkauf die Bude, du bist hier nicht bei wünsch dir was!
 
cephalopod

cephalopod

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Mache ich die Umrüstung nicht, muss der Schornsteinfeger nach seiner Aussage das wohl dem zuständigen Bauamt melden und möglicherweise die Heizung stilllegen.
Recht hat er.

Der neue Besitzer müsste dann ohnehin eine Komplettsanierung durchführen, die sicherlich bei ca. € 200 TSD liegen wird
Bei der Summe kann ja nichts großes sein. 😂

Sieh zu, dass du die Bude schnell verkaufst, ggf. ist das Grundstück ja noch was wert.
 
tricotrac

tricotrac

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eine 45 Jahre alte Ölheizung (Viessmann Duo Parola).
Herzlichen Glückwunsch. Leider ist das ein Konstanttemperaturkessel aus Stahlblech (nicht wie angenommen aus Gusseisen) und somit Austauschpflichtig, da älter 30 Jahre.
 

wpuser

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Nun verlangt der Schornsteinfeger, dass die Heizung kurzfristig noch mit einer Außentemperatursteuerung nachgerüstet wird, damit die Vorlauftemperatur hiermit geregelt wird
Das hat der bestimmt nicht so verlangt, sondern eher eine allgemeine Heizungssteuerung. Wie @Hausdoc schon schrieb, reicht ein Thermostat. Den gibt es bereits für wenig Geld. Z.Bsp. so einen: ebay.de/itm/186027461671

Und selbst wenn die alte Heizung stillgelegt wird, wo liegt das Problem? Frostschutz geht auch über die 500W elektrischen Frostwächer, welche in die Steckdose gesteckt werden. Die haben einen Thermostaten und können so eingestellt werden, daß die Temperatur nicht unter z.Bsp. 8°C fällt. Das kommt dann, je nach Anzahl der Frosttage, vielleicht günstiger als die 1000Liter Öl. Du heizt ja bereits mit Strom zu.
 

willi-heinrich

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Naja, Frostwächter mit Strom kann teuer werden.
ich habe über den Winter ein 7qm/18 kubikm Gewächshaus auf eine Sockeltemperatur von 8 Grad beheizt, hat 500 kwh gebraucht. Und das Ding war schon mit 2 Lagen Noppenfolie isoliert.
Hochgerechnet auf ein ganzes Haus kann das schon gut in den 4-stelligen € Bereich kommen.
 

willi-heinrich

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Bekannte, die im Süden überwintern, haben das auch so gemacht. Wasser abgekassen und nach dem Winter wieder aufgefüllt. Hängt sicher davon ab, wie feucht das Haus so insgesamt ist.
Und die Trinkwasserleitungen kann man ja auch nicht so einfach ablassen, gerade wenn man mal ab und zu da drin sein will.
Hat also seine Risiken…
 

wpuser

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Was meinst du damit?
Ich meine nicht das Wasser in der Heizung oder den Trinkwasserleirungen, sondern das Haus als solches. In der Übergangszeit vom Winter zum Frühling, wenn die Außentemperaturen höher werden als die Innentemperaturen, bildet sich im Haus Kondens, welcher die Bausubstanz angreift. Sollten Sporen vorhanden sein, und das sind die immer, bildet sich Schimmel.

Seit Jahren wird das Wasser im gesamten Wohnblock unserer FeWo im Herbst abgelassen.
Bei einer Wohnung ohne direkten Kontakt zum Erdreich, ist das alles egal. Bis auf das Wasser in den Rohren natürlich. Wobei leere Rohre, wenn es nicht gerade Plastikrohre sind, über den reichlich vorhandenen Sauerstoff während des Leerstands auch nicht erfreut sind. Von den leeren Heizkörpern ganz zu schweigen. So einfach ist das alles nicht.
 

willi-heinrich

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Gut über 1000 meint >>1😉
 
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willi-heinrich

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Versuch dich mal bei dem Schornsteinfeger rauszufinden, was für ihn das akzeptable Minimum ist. Rein praktisch würde ja ein Aussenthermostat reichen, der die Heizung anmacht, wenn es Frost gibt und sonst aus lässt. Das wäre wohl recht einfach zu realisieren. Geregelte Vorlauftemperatur und Mischer wird schon aufwändiger. Wobei das auch nicht allzuschwer einzubauen wäre - ob es dann was sinnvolles regelt, steht auf einem anderen Blatt. Aber es würde den Rest der Heizung bei richtiger Einstellung auch nicht behindern…
Kennt er denn deine Situation und deine Pläne? Er muss sich natürlich auch absichern, er unterliegt ja gesetzlichen Vorgaben. Und wenn ich die Kollegen hier richtig interpretiere, hätte er die Heizung schon vor Jahren ausser Betrieb setzen müssen. Dann wäre „nur“ eine aussentemperatur gegührte Regelung schon ein Entgegenkommen. Daher nochmal einen Versuch starten, das für ihn akzeptable Minimum zu finden?
Kennst du einen Heizungsbauer, der ggf eine pragmatische Lösung findet, seine Anforderungen (ggf auch mit maximal vereinbarter Laufzeit) zu erfüllen?
 

wpuser

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vor Jahren ausser Betrieb setzen müssen
Es gibt immer noch einen Bestandschutz, so lange keine Gefahr davon ausgeht. Und sofern es sich um den einzigen Wärmeerzeuger handelt, darf dieser eh weiter betrieben werden, eventuell mit einer Sondergenehmigung des Bauamtes. Schließlich war seinerzeit beim Einbau kein Verfallsdatum vermerkt.

praktisch würde ja ein Aussenthermostat reichen
Das hatte @Heizungsdoc bereits geschrieben, und vermutet, daß bereits ein Innenthermostat reichen könnte. Irgend eine Art von Regelung eben.
 
Dr Schorni

Dr Schorni

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Es geht eben NICHT "irgendeine Art der Regelung" sondern nur SO wie es klar vorgegeben ist: "Raum- oder außentemperatur-geführt mit Zeitschaltuhr"!
Es gibt auch keinen Bestandsschutz und ein "Verfallsdatum" ist irrelevat, ebenso eine Gefahrenanalyse. Das ist ein rein rechtlicher Vorgang. Auch zu Einbau-Zeiten gab es schon entsprechende Regelungen, da war man bloß finanziell oder geistig zu arm das einzubauen und kommt jetzt quengelig daher.
Ihr vertut Euch da immer mit dem Ermessenspielraum des bBSF. Nur weil man zusammen im Kindergarten war oder sich seit dem letzten Suff aufm Straßenfest duzt hat der seine Regularien einzuhalten, sonst WAR der nämlich ganz schnell bBSF! Das ist ein ganz normaler Mangel-Vorgang, der geht nach Fristüberschreitung ans Bauamt. Die schreiben einen dann an und DA macht man eine Eingabe auf "unbillige Härte" und beschreibt die Umstände, denn allein DIE haben die Möglichkeit das toleranter zu fassen.
 

G1967

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Und die Nachrüstpflicht für eine Regelung existiert nicht erst seit heute - die gibts schon min. 35 Jahre. Wäre sinnvoll gewesen, das damals nachzurüsten. dann hätten deeine Elteren sicher einiges an Öl gespart.
 

schischi

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Hallo zusammen und schon mal vielen Dank für eure Antworten!

Sicherlich hätte man (meine Eltern) hier schon damals etwas machen können, aber ab einem gewissen Alter investiert man dann doch nur noch in das Nötigste. Zusätzlich lief die Heizung immer ohne Probleme, hat alle Abgaswerte eingehalten und der Schornsteinfeger hat nie etwas bemängelt.

Ich habe das Haus nun, aber auch nur noch für eine gewisse Zeit. Es hat auch einen Grund, warum ich es nicht kurzfristig abgebe. Wie erwähnt, bedarf es hier ohnehin einer sehr aufwendigen und teuren Komplettsanierung, die ich nicht mehr durchführen werde und auch finanziell momentan nicht könnte. Daher brauche ich nun eine einfache Lösung, die auch ohne großen Aufwand durchführbar ist. Und ich will die Heizung dabei nicht zerstören. Es ist auch überhaupt nicht einfach, jemanden zu finden, der das einbaut! Heizungsbauer wollen das eigentlich nicht machen. Habe schon mehrere angerufen.

An die beiden Doktoren Hausdoc und Dr. Schorni:

Ihr seid bisher die einzigen, die überhaupt auf einen Gesetzestext bzw. eine klare Regelung verweisen. Bei allen anderen „Experten“, die ich gefragt habe, klang das immer eher wie eine eigene Idee. Auch mein und ein weiterer Schornsteinfeger sowie Heizungsbauer konnten mir keine eindeutige Antwort darauf geben. Jeder hat hier so seine Meinung.

Ihr habt die Varianten mit der Regelung über Außentemperatur oder Raumthermostat genannt. Meinungsverschiedenheiten gibt es aber scheinbar noch, wie eine solche Regelung aussieht. Am einfachsten wäre natürlich eine einfache ein/aus- Steuerung. Für die Regelung der Kesseltemperatur muss das Ding „auseinandergerupft„ werden. Das würde ich wirklich gerne vermeiden. Für die Regelung der Vorlauftemperatur müsste ein elektrisch gesteuerter Mischer eingebaut werden. Die Heizung hat ja nur einen Handmischer.

Kann man denn irgendwo die genauen Maßnahmen, die durchzuführen wären, nachlesen? Am besten natürlich bei einer offiziellen Quelle.

Eine Zeitschaltuhr habe ich übrigens selbst schon vor einiger Zeit vor die Stromversorgung der Heizung gesetzt, damit ich sie - falls sie denn überhaupt am Hauptschalter bei Außentemperaturen unter 0 Grad eingeschaltet ist - nur zeitweise läuft. Der Mischer ist dann auch immer nur minimal geöffnet, so dass ich für einen Frostschutz höchstens 20 Grad Vorlauftemperatur habe. Insgesamt läuft die Heizung daher ohnehin nur so wenig wie überhaupt möglich.
 
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