Neue Heizung und Solarthermie für Heizungsunterstützung

Diskutiere Neue Heizung und Solarthermie für Heizungsunterstützung im Solartechnik / Photovoltaik Forum im Bereich Regelungstechnik / Erneuerbare Energien; Hallo, Ich benötige einen oder mehreren Rat und Hilfe bei meinen Fragen! Mein Haus hat 200m² Wohnfläche und ist mit 12cm gedämmt (2010). Meine...

driver1707

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Hallo,


Ich benötige einen oder mehreren Rat und Hilfe bei meinen Fragen!


Mein Haus hat 200m² Wohnfläche und ist mit 12cm gedämmt
(2010). Meine Fenster sind dreifachverglast. Es leben 2x2 Personen in einem
Zweifamilienhaus. Mein Verbrauch ist nach der energetischen Renovierung von Ø
3300 Liter Heizöl auf 2450 Liter gesunken.


Meine Öl-Heizung ist 26 Jahre alt und ich bekomme im Juli
eine neue Gas-Brennwertheizung von Viessmann. Ich wollte eigentlich von
Solarthermie nichts wissen, da sie sich angeblich nicht lohnt. Fragt man zehn
Leute bekommt man zehn Antworten und zwanzig Meinungen. Mein Heizungsbauer
empfiehlt mir, nach dem ich das Bedürfniss nach Solarthermie angesprochen habe
(er drängte sich nicht auf), einen Flachkollektor (5,2m²) mit 250 Liter
Pufferspeicher für WW zu installieren(Kosten der Solarthermie 4150€). Er meint dies
würde mir 400 - 500€ Ersparniss im Jahr bringen. Kann ich so nicht
nachvollziehen. Jetzt denke ich aber doch über Solarthermie für HU nach.


Das Dach hat exakt Südostausrichtung und hat eine Neigung
von 48° und ist ohne Verschattung.


Wäre Flach- oder Röhrenkollektoren besser? Ich werde nach
dem Heizungseinbau die Spülmaschine und Waschmaschine an das Warmwasser
anschließen. Ich steh hier völlig auf dem Schlauch, hab aber noch 2 Monate Zeit
mich zu entscheiden.


Für mich stellt sich die Frage:


Solarthermie grundsätzlich ja oder nein?


Wenn ja, WW oder HU Unterstützung?


Wenn ja, Flach- oder Röhrenkollektoren?


Wäre nett wenn jemand seine Erfahrung mir mitteilen würde!


Im Voraus erst einmal besten Dank!





Gruß


Driver1707
 
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Solare Warmwassererwärmung richtet sich nach dem Jahreswasserverbrauch.

Wenn der Kaltwasserverbrauch ca 150m³ /Jahr überschreitet, fängt eine Solaranlage nach 15 Jahren an sich zu rentieren.

Dazu würde ich aber keinen konvetionellen Solar Trinkwasserspeicher verwenden, sondern einen Hygiene Pufferspecher.

Vorteil: Bessere Trinkwasserhygiene. Sehr einfach realisierbare Heizungsunterstützung. Ggf bessere Anlagenhydraulik, da der Pufferspeicher zugleich als hydraulische Weiche dient. Außerdem keine /kaum Stagnation der Solaranlage. Dadurch gibts diesbezüglich keine Hitzeschäden.
Liegt der Wasserverbrauch unter 150 m³ würde ich das Vorhaben Soaranlage erst mal auf Eis legen aber ggf Vorbereitungen treffen ( Solarleitungen + Fühlerkabel bis zum Dachboden verlegen)
 

driver1707

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Hausdoc schrieb:
Liegt der Wasserverbrauch unter 150 m³ würde ich das Vorhaben Soaranlage erst mal auf Eis legen aber ggf Vorbereitungen treffen ( Solarleitungen + Fühlerkabel bis zum Dachboden verlegen)
Guten Morgen,

der Verbrauch liegt bei zwischen 90 - 100m³ im Jahr. Wir haben aber auch eine Regenwassernutzungsanlage nur für die Toilettenspülung. In den alten Unterlagen vor der Installation der Regenwassernutzungsanlage hatten wir einen Verbrauch von ca. 160 - 170m³ Wasser im Jahr. Und wir haben Oma und Opa im Haus, die den ganzen Tag anwesend sind und natürlich in ihrem Alter (82 und 81 Jahre) oft auf die Toilette gehen und natürlich alles noch von Hand spülen jeden Tag. Die Zukunft wird irgendwann mal so aussehen das in diese Wohnung mein Sohn mit seiner Freundin einzieht und dann evtl. auch noch Nachwuchs hinzu kommt. Die Jungen duschen und baden natürlich mehr als die älteren Menschen was natürlich den Verbrauch von WW erhöht. Dies ist aber noch Zukunftsmusik.
Wenn ich aber jetzt schon die Leitungen vorbereite, dann müsste ich doch jetzt schon den Speicher in der richtigen Größe dimensionieren oder wird dann später ein weiterer Speicher daneben gestellt?
Was ist der Unterschied zwischen einem konventionellen Solar Trinkwasserspeicher und einem Hygiene Pufferspeicher?
Leider bin ich nicht vom Fach und weiß nicht was "Stagnation für die Solaranlage", "Anlagenhydraulik", "hydraulische Weiche" bedeutet.....


gruß
driver1707
 
Hausdoc

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In deinem Fall könnte eine Soaranlage Sinn machen.

Flachkollektoren sind vollkommen ausreichend und weniger Störabfällig wie Röhren.

Stagnation Solaranlage: Bei vielen Solaranlagen ist es so, das bei maximaler Sonneneinstrahlung im Sommer ein konventioneller Solarspeicher recht schnell durchgeladen ist. Dann schaltet die Solaranlage ab - die Sonne ist aber noch voll da.
Hier entsteht dann im Kollektor eine sehr hohe Temperatur ( auch mal über 150°) . Dadurch wird das Solarfluid geschädigt, Es zersetzt sich und wird sauer.

Unterschied konventioneller Solar Warmwasserspeicher vs Hygienespeicher.

Beim konventionellen Speicher ist der Speicher mit z.b. 300l Trinkwasser gefüllt. Er hat oben einen Wärmetauscher für die Heizung und unten einen Wärmetauscher für die Solaranlage.
Wenn dieser untere Solarbereich durchgeladen ist, ist die Solaranlage arbeitslos.( = verschenkte Energiekosten). Zudem sollte man in der Trinkwasserinstallation auch große Wasserinhalte vermeiden.

Beim Hygienespeicher ist der Speicher mit Heizwasser gefüllt. Es befindet sich nur unten ein Solarwärmetauscher. Das Heizwasser der konventionellen Heizung wird von der Therme direkt in den Speicher geleitet - und von dort auch direkt für die Heizkreise entnommen.
Für die Erwärmung des Trinkwassers ist im Speicher ein Edelstahl Wellrohr eingebaut, welches das Trinkwasser im Durchfluss erwärmt.

Die Solaranlage bereitet also indirekt ( uber das Heizwasser) Brauchwasser - bietet aber eben auch automatisch Heizungsunterstützung.
 

driver1707

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ah, hab ich verstanden, Danke

das seltsame ist: ich hatte einmal eine Firma da für Photovoltaikanlagen, der sagte mir das er gerne verkauft, aber in meinem Fall das Dach ungünstig wäre wegen Verschattung vom Nachbarhaus bei niedrigem Sonnenstand, das müsste aber dann für Solarthermie auch gelten. (ich denke aber das die benötigte Fläche für Photovoltaik viel größer ist als die Fläche für die Solarthermie). Die Solarthermie würde ich dann waagrecht oben am First entlang legen (6 Meter stehen da zur Verfügung), denn da ist die Sonne morgens eher da als auf dem Rest vom Dach, deswegen denke ich wird sich Photovoltaik weniger rentieren.
Aber nur WW-Unterstützung wie es mein HB empfiehlt und sagt das ich 400 - 500€/Jahr spare ist mir suspekt. Das wären ja 5700 - 7000 kWh die ich vom Dach bekäme wenn ich einen Preis von 7ct/kWh Gas. Wenn ich bedenke das ich jetzt 24500 kWh (Öl) brauche und durch neue Gasbrennwerttechnik auf ca 20000 kWh Gas im Jahr komme, dann wären 5700 - 7000 kWh die ich vom Dach bekäme ein großer Happen und das nur für WW? Da stimmt was mit der Aussage des HB nicht oder? Er macht aber trotzdem einen vertrauensvollen Eindruck auf mich.


gruß
driver1707
 
Hausdoc

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Was hat denn der Hygienespeicher mit der Stagnation der Kollektoren zu tun? Nichts,
Stimmt. Hab ich auh nie behauptet.
Fakt ist aber, daß ein Hygienespeicher durch das (notwendige) größere Volumen auch mehr solare Energie aufnehmen kann. Eine Stagnation der Solaranlage wird so weitestgehend vermieden. ( Vor allem wenn man dem Hygienespeicher im mittleren/unteren Bereich Wärmeenergie für den Heizkreis entnimmt.)

Meine persönliche Meinung ist eben:
Wenn Solaranlage, dann mit eingetauchtem Warmwasserspeicher oder Hygienespeicher.

Solaranlagen, wie man sie vor 20 Jahren gebaut hat, sind in meinen Augen uneffizient.
 

driver1707

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Heizpatrone im Pufferspeicher von Photovoltaik "befeuert"

hallo,

ich hatte heute jemanden da der mir eine Photovoltaikanlage empfahl, die auch eine Heizpatrone im Pufferspeicher mit befeuert und somit als Unterstützung für die Heizung gedacht ist. Kennt das jemand? Oder ist das etwas was der HB gar nicht will und mag, weil er lieber Solarthermie verkauft? Das würde auch im Winter funktionieren sagt er.
Was ist den eure Meinung?

gruß
driver1707
 
Hausdoc

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Vollkommener Humbug. :wacko:

Laß von diesem Herrn mal eine Wirtschaftlichkeitsberechnung anstellen. ;)
 

driver1707

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humbug

für einen laien interessant, deswegen bin ich hier um meinungen von fachleuten zu lesen. Was ist aber an diesem ding humbug?
nur so zum verständnis.

gruß
driver1707
 
Hausdoc

Hausdoc

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Konventionelle Solaranlage: Solarfluid wird erwärmt und durch einen Wärmetascher im Boiler oder Puffer geleitet.

Photovoltaik.
Der in den Zellen erzeugte Gleichstannung wird durch den Wechselrichter ( der Geld kostet) in Wechselspannung umgewandelt, um ihn im Haushaltsnetz nutzen zu können.

Statt die erhöhte Einspeisevergütung für Solarstrom einzustreichen ( was für die rentabilität der Anlage zwingend notwendig ist ) wird diese elektrische Energie mittels Elektroheizstab "vernichtet"


Eine Photovoltaikanlage die jährlich in etwa 4 MW/h liefert , kostet um die 10000€ . Nehmen wir an , die Anlage lebt 15 jahre, ergibt dies eine Gesamtenergiemenge von 60 MW/h. Jede MW/h kostet demnach ca 160€. Über die erhöhte Einspeisevergütung würde diese Anlage im Lauf ihres Lebens 11000€ erwirtschaften. Bleibt ein minimales Plus von 1000€ ( abzüglich Steuer) in 15 Jahren. Würdest du via (teurem) Heizöl heizen, würde hier die MWh etwas über 90€ kosten. Bei Gasbrennwert um die 70€

Was sparst du dabei? ;)

Du müsstest also die gesamte Laufzeit die volle Energiemenge einspeisen, um nicht draufzuzahlen.

Da du selbst aber auch Strom entnimmst , stimmt die Solarstromrechnerei nicht mehr. Weil die Zellen altern und nach 15 Jahren nur noch 50 % Leistung haben, erst recht nicht.
 

Vitodenser

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Eine 4 KW/p Anlage kostet niemals 10.000 Euro! Vielleicht 8.000 Euro/brutto

MwSt bekommst aber wieder vom Finanzamt, bleibt also ein Invest von ca 6500 Euro

Bei einer 4KW/p werden ca 5000 KW an Strom erzeugt, pro Jahr.

Aktuelle Einspeisevergütung ca 15 Cent je KW/h netto

sind also ca 750 Euro im Jahr an Verdienst, bei Volleinspeisung.

Und Volleinspeisung lohnt sich nicht mehr, das heist also, je höher mein Eigenverbrauch, desto schneller rechnet sich die Anlage!
 
Thema:

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