Negative Erfahrungen mit SOLVIS

Diskutiere Negative Erfahrungen mit SOLVIS im Holz, Pellets, Biomasse Forum im Bereich Regelungstechnik / Erneuerbare Energien; Für alle, die sich mit der Anschaffung einer Pelletheizung tragen, möchte ich kurz nachfolgend meine Erfahrungen schildern. Um das Ergebnis...

Thomas_Schalies

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Für alle, die sich mit der Anschaffung einer Pelletheizung tragen, möchte ich kurz nachfolgend meine Erfahrungen schildern.

Um das Ergebnis vorwegzunehmen:
  • Die Anlage ist extrem wartungsbedürftig.
  • Die Anlage ist sehr störanfällig.
  • Der „Service“ der Herstellerfirma SOLVIS ist grottenschlecht.

Hierzu im Einzelnen:

Im Sommer 2012 bestellte ich für mein Zweifamilienhaus (ca. 260 qm) eine neue Heizungsanlage, und zwar des Herstellers SOLVIS (Heizkessel Lino 3 - 26 KW). Ich hatte mich durch das Argument der besonderen Hochwertigkeit dazu hinreißen lassen, auch die besondere Hochpreisigkeit hinzunehmen. Zum Wartungsbedarf wurde mir erklärt, dass pro Jahr etwa 1 bis 2 Mal der Aschekasten geleert werden müsse, die erforderliche Kesselreinigung werde 1 Mal jährlich durch den Wartungsbetrieb durchgeführt. Das erschien mir akzeptabel.Im Übrigen preist der Hersteller auf seiner Webseite (http://www.solvis.de/privatkunden/solarheizung/pelletkessel-solvislino-3.html) seine Heizung u.a. wie folgt an:

"Alle Funktionen laufen vollautomatisch und komfortabel:
•Pelletzufuhr,
•Verbrennung,
•stufenlose Gebläseregelung,
•Reinigung von Brenner und Wärmetauscher sowie
•Ascheaustragung
Wo immer Sie Ihre Pellets lagern –im Keller, im Freien, im Pelletsilo – Solvis hat alle Beförderungsaufgaben elegant gelöst.Sie füllen den Lagerraum 1 x pro Jahr. Alles andere macht der SolvisLino 3."

In der Produkt-/Verkaufsbroschüre (S. 5 unten) behauptet SOLVIS u.a.:

"Die Restasche wird in den großen Aschewagen (36l) transportiert und verdichtet. In der Regel müssen Sie ihn nur ein bis zweimal pro Jahr leeren. Und der biologisch wertvolle Inhalt leistet dann im Garten als Dünger gute Dienste. Schmutzige Hände beim Ascheaustragen gehörender Vergangenheit an."

Um es vorwegzunehmen: Nichts davon entspricht den Tatsachen!!!!

So sieht der Betrieb der Heizungsanlage tatsächlich aus:

Die Anlage ist extrem wartungsbedürftig:

Nicht nur der Aschekasten quillt in der Heizungssaison häufig bereits nach etwa 8 Wochen geradezu über.
Dann ist nicht nur das Leeren des Aschewagens fällig, was angesichts der sehr feinen Asche an sich schon eine recht unangenehme Sache ist, bei der es nicht nur bei „schmutzigen Händen“ bleibt - ich habe mir schon eine Staubmaske besorgt, weil mir die „Feinstaubwolke“ beim Entleeren zu viel wurde. Was noch schlimmer ist: Nach nur 600 Betriebsstunden (statt wie in der Betriebsanleitung beschrieben, nach etwa 2080 Stunden) mahnt der Kessel eine Brennerreinigung an, ohne die das System nicht mehr arbeitet. Diese Reinigungsanzeige lässt sich durch den Heizungsinstallateur zwar auf bis zu 900 Betriebsstunden erhöhen, nach meinen Praxiserfahrungen muss diese Reinigung aber nach spätestens 750 Stunden erfolgen, da sich dann sehr viel Asche angesammelt hat (die Asche über der Förderschnecke unterhalb des Brenners steht dann „knöchelhoch“).
Dann heißt es, erstmal die Heizung auszustellen und 1 bis 1,5 Stunden zu warten, bis sich der Brenner halbwegs abgekühlt hat. Um es an dieser Stelle gleich zu sagen: „Entschädigt“ wird man für diesen, besonders im Winter unangenehmen Heizungsausfall damit, dass es nach dem „Wiederanfahren“ der Heizungsanlage auch mindestens eine Stunde dauert, bis Wärme an den Heizkörpern ankommt (s.u.).

Zur „Brennerreinigung“ ist nicht nur die Asche über der Förderschnecke zu entfernen - eine wegen des Feinstaubs sehr schmutzgeneigte Tätigkeit.
Was von dem Benutzer der Anlage im Zuge dessen weiter erwartet wird, bleibt ein Geheimnis: Gemäß Betriebsanleitung soll u.a. der Brennertopf samt diverser Kleinteile ausgebaut, sorgfältig gereinigt und anschließend wieder in der richtigen Reihenfolge zusammengebaut werden. Die Heizungsinstallationsfirma riet mir dringend davon ab: Ein „geneigter Laie“ könne dadurch mehr Schaden als Nutzen anrichten. Ich solle mich auf eine „Sichtkontrolle“ beschränken, und die Asche im und unterhalb des Brenners (davon gibt es mehr als genug, s.o.) „grob“ entfernen. Die eigentliche Brennerreinigung erfolge dann mit der jährlichen Wartung. Die Herstellerfirma Solvis will sich dagegen trotz mehrfacher Nachfrage nicht festlegen - das diesbezügliche Betriebsrisiko (-unsicherheit )bleibt damit beim Kunden!

Die Anlage ist sehr störanfällig:

Das betrifft vor allem den Transport der Pellets vom Tank (Sacksilo) in den Brenner-Vorratsbehälter. Dies geschieht mittels eines sog. Maulwurfs, der sich die Pellets im Tank sozusagen selbst „suchen“ und erforderlichenfalls in den Pelletsvorrat „eingraben“ soll. Der Transport selbst erfolgt dann über einen mit dem „Maulwurf“ verbundenen Ansaugschlauch.
Dieser „Maulwurf“ verhakt bzw. verkantet sich relativ häufig, mit der Folge, dass die Heizung ihren Betrieb einstellt. Dies bemerkt man in der Regel nur durch Zufall, und zwar meist dadurch, dass irgendwann „die Bude kalt wird“. Dann heißt es, den Maulwurf manuell wieder aufzurichten und diesem letztlich (mittels einer Gartenharke) eine kleine „Grube“ zu bereiten, in der er sich eingraben kann. Allein dieses Harken ist eine äußerst staubige Angelegenheit, also nur mit alter Arbeitskleidung und möglichst anschließendem Duschgang zu bewältigen! Was eigentlich noch schlimmer ist: Technisch bedingt, dauert es nach Wiederanfahren der Heizungsanlage mindestens eine Stunde, bis überhaupt wieder Wärme an den Heizkörpern ankommt!

Der „Service“ der Herstellerfirma SOLVIS ist grottenschlecht:

Auf meine entsprechenden schriftlichen Problemschilderungen (seit Mitte 2014) erhielt ich insgesamt 2 Anrufe aus der Zentrale in Braunschweig: Am 02.06.2014 sagte mir der betreffende Mitarbeiter zu, ich würde „in den nächsten Tagen selbstverständlich“ eine schriftliche Stellungnahme der Fa. SOLVIS zum Umfang der vorzunehmenden Arbeiten bei der „Brennerreinigung“ erhalten. Auf diese Stellungnahme warte ich noch heute! Am 16.06.2015 erhielt ich nach erneutem Beschwerdeschreiben meinerseits einen Anruf eines anderen Mitarbeiters. Dieser versprach im Ergebnis, mich am nächsten Tag wieder anzurufen. Seitdem habe ich von der Fa. SOLVIS rein gar nichts mehr gehört! Auch ein letzter Versuch meinerseits, bei SOLVIS Gehör zu finden, indem ich (am 27.06.2015) per Telefax an die Geschäftsführer des Unternehmens selbst schrieb, blieb ohne jede Reaktion!

Fazit: Ich kann nur ganz dringend von Pelletsheizungen der Fa. SOLVIS abraten!
 
ThW

ThW

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Ist es dir möglich eine Anlagenhydraulik zu posten? Ggf. auch ein par Bilder (Erweiterte Antwort<Dateianhänge<Hochladen<in Datei einfügen)?
Das öfftere Aschekasten leeren hört sich für mich so an, als ob der Wärmeerzeuger nicht lange genug in der Heizphase läuft...sprich "zu kalt " ist.

LG ThW
 
Hausdoc

Hausdoc

Moderator
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Wenn eine Anlage störafällig und wartungsintensiv ist, existiert zu 90% ein Hydraulikfehler.
Wie bereits genannt poste bitte ein Hydraulikschema - und zwar nicht so wie der Hersteller es vorgeschlagen hat, sondern wie es tatsächlih gebaut wurde.

Eigentlich sollte hinreichend bekannt sein, daß eine Pelletheizung generell keine Vollautomatische Heizung ist. Spätestens Wöchentlich sollte der Nutzer mal ein Auge drüber werfen.
 
Wolfhaus

Wolfhaus

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dem Süden von Berlin
Eigentlich sollte hinreichend bekannt sein, daß eine Pelletheizung generell keine Vollautomatische Heizung ist. Spätestens Wöchentlich sollte der Nutzer mal ein Auge drüber werfen.[/quote]

Besser täglich, aber Hausdoc das gilt für einen Fachmann wie dich! Der normale Nutzer wird lange benötigen um ein Gespür für die Anlage zu entwickeln oder ihm gelingt das überhaupt nicht. Wichtig finde ich den Hinweis zur Hydraulik, was eine Gas oder Ölheizung noch "wecksteckt" verkraftet eine Pelletheizung nicht.
 
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