Mindestdurchflussmenge Fussbodenheizung

Diskutiere Mindestdurchflussmenge Fussbodenheizung im Regelungstechnik Forum im Bereich Regelungstechnik / Erneuerbare Energien; Wir wohnen seit ca einem Jahr in einem Minergie (Niedrigenergie-)Mehrfamilienhaus in der Schweiz. Nun hatten wir mit der Heizung folgende...

Anderegg

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Wir wohnen seit ca einem Jahr in einem Minergie (Niedrigenergie-)Mehrfamilienhaus in der Schweiz.

Nun hatten wir mit der Heizung folgende Probleme:

Zuerst haben wir festgestellt, dass der Fussboden im Eingangsbereich immer sehr warm wurde. Bei einem Blick in den Heizungskasten haben wir dann festgestellt, dass der Durchfluss hier auf maximal (3) lief. Es ist das einzige Ventil, das nicht an einen Thermostaten angeschlossen ist, sondern manuell eingestellt wird. In allen anderen Zimmern war der Durchfluss bei Null. Dennoch hatten wir es angenehm warm, die Wohnung wurde quasi vom Entree aus geheizt (wir lassen die Zimmertüren meist offen) und es strömt ja auch noch warme Luft durch die Komfortlüftung ein.

Als wir den Durchfluss im Eingangsbereich dann reduzierten, entstand in den anderen Zimmern ein Durchfluss von ca. 1. Damit ist es uns dann allerdings zu warm geworden, mit Temperaturen von ca. 23-24.5 Grad.

Dies hängt sicher auch mit der guten Wärmedämmung zusammen und damit, dass wir im 2. Stock des 5-stöckigen Hauses wohnen. Die Nachbarn im obersten Stock haben es kühler.

Nun könnten wir ja in den Schlafzimmern, wo uns die Wärme am meisten stört, einfach die Heizung abschalten. Das Problem ist, dass uns gesagt wurde, in den ersten Jahren sollten wir wegen der Restfeuchte die Heizung nicht ganz abstellen. Da durch die Überheizung in dem einen Raum während der ersten Heizperiode in den anderen Räumen gar nicht geheizt wurde, hat sich bereis ein Verdacht auf Schimmel in der Dämmschicht des Fussbodens ergeben. Ein Schimmelhund hat auch überall angezeigt, die folgenden Luftmessungen waren aber ok.

Nun hatten wir heute nochmals einen Monteur da, der den Durchfluss überall auf 0.5 gedrosselt hat (ungefähr, er meinte die Anzeige sei nicht ganz genau). Wie sich die Temperaturen nun entwickeln, werden wir sehen, wir hoffen, dass es einiges kühler wird.

Da wir bereits gehört haben, dass eine FBH mit einem Durchfluss von mindestens 1 betrieben werden sollte, fragen wir uns nun jedoch, ob die Einstellungen so ok sind.

Deshalb unsere Fragen an Euch:

Gibt es bei einer FBH eine Mindestdurchflussmenge, unter welchem die Gefahr besteht, dass an der Heizung (Rohre etc.) irgendwelche Schäden (Verkalkung o.a.) entstehen könnten?

Können wir davon ausgehen, dass ein Durchfluss von 0.5, ev. sogar noch etwas weniger, für ein Entweichen der Restfeuchtigkeit in der Bausubstanz, v.a. im Estrich, ausreicht?


Die Heizkurve liegt übrigens bei 0.25, das Raumsoll bei 21. Falls Ihr weitere Angaben braucht, gebt bitte Bescheid.


Danke im voraus für die Auskunft!

Liebe Grüsse, Josef
 
Hausdoc

Hausdoc

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, hat sich bereis ein Verdacht auf Schimmel in der Dämmschicht des Fussbodens ergeben
Das dürfte Unsinn sein. Schimmel entsteht hier meist auf ungedämmten Holzbauteilen und Außenwänden.

Da wir bereits gehört haben, dass eine FBH mit einem Durchfluss von mindestens 1 betrieben werden sollte,
Wer behauptet das? Die Durchflußmenge richtet sich nach der Heizlastberechnung , sowie der Heizkreisfläche .

Bei einem Neubau kann 0,5l für einen Heizkreis durchaus richtig sein.

Den Duchfluß der einzelnen Kreise stellt der Fachmannn im Zuge des hydraulischen Abgleich ein.
Selber dran rumfummeln ist somit absolut tabu.
 

Anderegg

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Lieber Hausdoc

Besten Dank für das Feedback!

Wir haben nicht selber an den Ventilen runterschraubt, das war ein Techniker der Firma, welche die Heizung gebaut hat.

Nur: das Vertrauen zu dieser Firma haben wir in der Zwischenzeit ziemlich verloren. Hier mal ein paar der Mängel:

- zuerst hat man "vergessen", die Thermostate anzuschliessen
- als es in manchen Wohnungen zu kalt war, wurden Heizkurve und Raumsoll extrem erhöht, mit theoretischen Vorlauftemperaturen von 55 Grad bei -8 Grad (minergiekonform wäre 30-35).
- dann hat endlich jemand von der Wärmepumpenfirma herausgefunden, dass ein Ventil (Mischventil?) falsch herum eingebaut worden war. Dies wurde umgebaut, Heizparameter aber nicht korrigiert. Dies mussten wir schliesslich selber tun.
- Der oberste Stock hatte dauernd zu kalt > man fand schliesslich raus, dass hier viel zu wenig Durchfluss war.
- in unserer Wohnung war der Durchfluss im Eingangsbereich (Heizkreislänge 17m, berechneter Durchfluss 55 kg/h dauerhaft (thermostatunabhängig) viel zu hoch (3l/s) eingestellt. Sonst wurde in der ganzen Wohnung nicht geheizt.
Allein die Berechnung von 55kg/h erscheint mir für diesen kurzen Heizkreis sehr eigenartig, den Wert haben wir sonst bei Heizkreisen von 50-65m)

Die laut Plan berechneten Werte für die einzelnen Heizkreise bei uns liegen dann auch bei 55 - 65 kg/h. Damit hatten wir jedoch viel zu warm (bis zu 25 Grad bei den tiefsten Aussentemperaturen der letzten Wochen). Da die Heizung auf Garantie läuft wurde nun "kontrolliert". De facto wurde einfach alles runtergestellt, ohne Berücksichtigung verschiedener Heizlasten, von hydraulischem Abgleich usw.

Wenn es nun mit 0.5 l/min Durchfluss kälter wird, ist uns das ja sehr recht (wir haben lieber 20 als 23 Grad). Wir waren einfach verunsichert, da uns ein Heizungsmonteur in der alten Wohnung mal gesagt hatte, es müsste mindestens 1 L/min durchfliessen. Ich glaube er sagte irgendwie, dass bei zu wenig Durchfluss das Wasser verdickt oder verschleimt und auch Ventile verstopft werden können, weiss es nicht mehr genau.

Und die andere Frage ist eben, ob die 0.5 L/min reichen, um die Restfeuchtigkeit rauszukriegen. Wenn die mal raus ist (wie lange dauert das?) werden wir, zumindest in einzelnen Kreisen der Wohnung, die Heizung sicher ganz abstellen. Über die Komfortlüftung kommt ja auch noch warme Luft rein.

Mit besten Grüssen aus der Schweiz, Josef
 

Anderegg

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@Hausdoc

Sorry wegen der langen Nachricht bzgl Mängeln....tut ja eigentlich grösstenteils nichts zur Sache, sondern es geht um die aktuellen Einstellungen.

Der Monteur hat am Montag wie gesagt alle Ventile auf die ungefähr gleiche Durchflussmenge gestellt, ein hydraulischer Abgleich ist da also sicher nicht mehr vorhanden (und war es wohl auch nie).

Komischerweise ist es seit den Modifikationen in unserer Wohnung nicht kühler geworden, sondern sogar wärmer, zumindest in gewissen Räumen.

Was ich nicht verstehe: Der Monteur hat den Durchfluss über die Rücklaufventile geändert, dh er hat im Rücklaufrohr die Thermostatköpfe abgeschraubt und dann darunter mit einem Schlüssel Änderungen vorgenommen. Müsste denn in unserer Wohnung, in der es uns allgemein zu warm ist, nicht allgemein die Wassermenge gedrosselt werden, dh über den Vorlauf?

Sorry, dass ich so dumm frage, ich würde es einfach zu gern verstehen.
 

Anderegg

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P.S. Dass die Thermostatanbindungen am Rücklauf sind, weiss ich, da die Rohre angeschrieben sind und da dieses Rohr auch ein klein wenig kälter ist.
 
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