Kartellbildung, wie kommt man an einen Wartungsvertrag

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Werner1980

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Hallo,

es geht um die Heizung meiner Eltern. Die leben auf einer Nordseeinsel und haben ein kleines Eigenheim. Das Haus ist aus dem Jahr 1984 und die letzte Heizung ist aus dem Jahr 1992 (Firma Weishaupt).

Davor gab es noch eine Erstinstallation, aber da ging trotz Wartung der Kessel bereits nach 6 Jahren kaputt. 1992 wurde dann entschieden, eine komplett neue Heizung einzubauen. Es handelt sich um eine Öl-Heizung mit einem Erdtank. Seit dieser Installation gab es einen Wartungsvertrag der Installationsfirma. Dieser kostet 270 Euro im Jahr und ist mit einem 24 Stunden Notdienst verbunden. Nun war die Firma nicht immer so zuverlässig mit der Wartung, den die Anode wurde vergessen zu tauschen und der Warmwasserspeicher verrottete. Schon seit diesem Zeitpunkt gab es Probleme mit der Firma. Problem der Firma war, daß diese sauer waren, daß wir nicht bei denen den neuen Warmwasserspeicher bestellten. Eine andere Firma baute diesen ein. Seither gab es auch keine Prüfprotokolle mehr für die Wartungsarbeiten.

Im Jahr 2016 stellte die Firma nun bei der Wartung fest, daß der Düsenstock des Brenners defekt sei. Ich selbst bin nicht vor Ort gewesen und mein Vater mußte das alles regeln. Zumindest sollte doch erst mal in Erfahrung gebracht werden, was an diesem Düsenstock defekt sei und was eine Reparatur kosten würde. Die Firma meinte, es gibt keinen Ersatz Düsenstock mehr und Gebrauchte bauen sie nicht ein.

Letztendlich konnte oder wollte die Firma nicht sagen, was an dem Düsenstock defekt ist und welche Auswirkung es auf den Betrieb der Heizung hat. Sie stellten ein Ultimatum, daß wenn der Brenner nicht getauscht wird, die keine Wartung mehr machen.

Ich stellte Recherchen an, daß es sehr wohl noch neue „Düsenstöcke“ für diesen Brenner gab. Auch hatte ich alternativ mir Angebote für einen neuen Brenner eingeholt, die ca. 500 Euro unter dem Angebot waren.

Was soll man nun machen? Zwischenzeitlich wurde bekannt, daß die Firma sagte, daß wenn eine andere Firma den Brenner oder Düsenstock tauscht, der Wartungsvertrag hinfällig ist. Als einer der anderen Firma den Brenner einbauen sollte hieß es dann, das geht nur, wenn wir Neukunde sind, wir werben uns die Kunden nicht gegenseitig ab.

Die Heizung läuft nun seit 3 Jahren problemlos. Auch war jährlich der Schornsteinfeger da und konnte keine ungewöhnlichen Eigenschaften des Brenners feststellen. Abgaswerte und Verbrauch waren gleich geblieben. Demnach sieht alles danach aus, als wenn der Düsenstock keinen Defekt hat.

In diesem Jahr ist die Firma nicht zur Wartung erschienen, obwohl die bereits das Geld bekommen hatten. Das Geld bekamen wir wieder, aber der Wartungsvertrag wurde von denen gekündigt.

Ursprünglich hieß es ja von den anderen Heizungsfirmen, wir werben uns nicht gegenseitig ab und da wir ja bei niemanden Kunde sind, sollte man meinen, einen Wartungsvertrag zu bekommen. Es ist nicht so. Nicht alle sprechen aus, daß es quasi ein Kartell gibt, sie sagen dann einfach, wir haben keine Kapazitäten oder wir sind in den nächsten 12 Monaten ausgebucht. Eine Firma für einen Wartungsvertrag haben wir nicht gefunden.

Welche Lösungen gibt es in solchen Fällen? Klar, man könnte versuchen sich einen Wartungsvertrag mit einer neuen Anlage zu erkaufen, aber ist das wirklich eine Lösung? Ist es so, daß man den Heizungsfirmen tatsächlich etwas anbieten muß, damit man einen Wartungsvertrag bekommt??

Für mich spricht doch alles für den Hersteller, wenn die Anlage so lange hält.

Wie sollte man die Sache Eurer Ansicht nach anpacken? Ich zerbreche mir seit Monaten den Kopf und ich gebe auch offen zu, die alte Wartungsfirma hat nicht viel an uns verdient. Klar, die Erstinstallation hat 20k gekostet. Es wurden regelmäßig die Düsen getauscht und 2 Wärmepumpen nachträglich eingebaut. Dabei lagen die Hardwarekosten noch über dem UPE und waren 3x teurer als ein mittlerer Preis bei einem Online-Sanitärhändler und diese Preis wurden auch anstandslos bezahlt. Auf der anderen Seite haben wir es denen auch zu verdanken, daß der Kessel durchgerottet ist, weil die Opferanode nicht getauscht wurde. Dieses sollte ja gerade die Wartung verhindern, daß dieses passiert.


Werner
 
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Ich glaub wir fassen am besten mal die Termine zusammen, ich bin demnächst auf Deutschland-Tour und ich wollt eh auch schon immer mal auf so ne Nordsee-Insel...
Grundsätzlich: diese Weishaupt-Kessel-Brenner-Unit ist äußerst robust - Gott-sei-dank. Das mit den Kartellen wird schwer nachzuweisen sein, das Problem mit den zu geringen Mitarbeiter-Zahlen ist aber leider die bittere Wahrheit. Das wird auf so ner Nordsee-Insel sicher noch krasser sein.
Wenn-wir-grad-schon-hier-sind: an dem Kessel hängen aber nur Heizkörper, keine Fußbodenheizung?
 

Werner1980

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Moin Moin,

vielen Dank für die erste Rückmeldung.

Klar, es wird viel gebaut und die Betriebe sind ausgelastet. Es gibt aber sehr sehr viele Sanitärbetriebe im Verhältnis zu Städten auf dem Festland.

Bei Firmen, die 60-100 km entfernt sind, lohnt sich in der Regel keine Wartung, wenn die auch noch mit dem Fahrzeug übersetzen müssen. Ich kann aber nochmal eine Rundmail an ca. 35 Firmen machen, wie damals, als ich den Brenner anfragte. Grundsätzlich müssen es ja auch keine 24 Stunden Reaktionszeit sein, 72 Stunden reichen auch und die Wartung können sie planen, wann sie wollen.

Auch hatte ja niemand gesagt, daß nach knapp 30 Jahren keine neue Heizung installiert werden kann, die Sache mit dem Klimaschutz ist halt so, daß große Unsicherheit besteht, was das Richtige ist und eine neue Anlage hätte auch nicht so das Einsparpotential.

Vielleicht gibt es aber heutzutage Smartsysteme, die den Einsatz von Fachleuten vor Ort minimieren??

Mir fiel gerade ein, daß die Heizung auch in den letzten Jahren eine neue „digitale“ Steuereinheit bekommen hatte und die 3 Ausdehnungsgefäße auch gewechselt wurden.

Die Heizung ist kombiniert mit Heizkörpern und im EG ist eine Fußbodenheizung. Der Brenner ist ein Typ WL 10-A und der Kessel WTU 2013 46 Liter. Es gibt einen externen Warmwasserspeicher von 240 Litern.
 
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Das Haus ist aus dem Jahr 1984
im EG ist eine Fußbodenheizung
DARAUF habe ich spekuliert: Eine "Fußbodenheizung mit (sicher NICHT sauerstoffdiffusionsdichten) Kunststoffrohren" aus den 1980ern, denn DIE ist der ziemlich sichere TOD jedes Stahlheizkessels (mit dünnen Wandungen). Der Gußkessel jetzt überlebt NUR weil die Wandungen dicker sind - ODER weil man eine Systemtrennung eingebaut hat. Was war denn der Vorgängerkessel für ein Typ?
Fürs Navi: welche Nordseeinsel ist es denn? Habe Frei- und Fahrtenschwimmer.
 
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Werner1980

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Moin,

nein, es gibt schon Kunststoffrohre und das Wasser war komplett sauber. Es wurde schon mal eine Spülung durchgeführt (ach ja, da hatte die Firma ja auch schon dran verdient). Die Kreise sind getrennt (Heizkörper/Fußbodenheizung).

Ich habe leider die Heizungsakte nicht vor mir, deshalb Vorsicht, Spekulation.

Im kalten Krieg hatten viele Menschen Angst, auch meine Eltern und deshalb wurde eine Kombiheizung ÖL/Feste Brennstoffe eingebaut. Es gab keinen externen Warmwasserspeicher. Die Heizung lief mehr oder weniger auf 100%. Das war nach meinen Erinnerungen 80 Grad oder mehr Kesseltemperatur. Trotzdem reichte das Warmwasser kaum.

Ich kann der Sache vielleicht noch einmal nachgehen, wenn ich mir die Akte anschaue. Aber im Grunde ist das Thema ja seit 1992 abgeschlossen, weil dann ja die aktuelle Heizung installiert wurde.

PS: Die Insel wird von den Ärzten besungen. Reicht der Tip?
 
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Die Kreise sind getrennt (Heizkörper/Fußbodenheizung).
Ja, jeder Kreis hat seine eigne Pumpe, aber in beiden fließt sicherlich dasselbe Wasser. Klares Heizungswasser ist ja schon ungewöhnlich gut, KÖNNTE aber durchaus eine positive Referenz sein.
und die 3 Ausdehnungsgefäße auch gewechselt wurden.
DAS spräche jedoch KLAR für eine richtige "Systemtrennung", also separate Heizungskreisläufe FBHz und HK, vielleicht ist das dritte MAG für Trinkwarmwasser.
Vielleicht gibt es aber heutzutage Smartsysteme, die den Einsatz von Fachleuten vor Ort minimieren??
Ja, manche neuen Regelungen bieten diese Möglichkeit. Das entlastet die Wartungsfirmen und vermeidet sicher viele Anfahrten wegen Kleinigkeiten bzw bekommt der Kunde ggf schneller einen Notbetrieb der Anlage über Nacht.
Sehr schade, das da keiner anbeißt, denn ICH halte Deine Rahmenbedingungen für sehr angenehm und tolerant und der Kessel/Brenner ist sowas von übersichtlich und von der Technik her robust und Standard, damit kommt an sich jeder zurecht.

aaaah "janz weit oben" sogar?! och joah, warum nicht, soll ja ganz schön sein dort
und ich könnte endlich mal Hinnerk und vor allem Ina live aus Nord Nord Mord treffen.
 

Werner1980

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Ich kenne leider nicht die ganzen Fachbegriffe und habe Schwierigkeiten eine genaue Beschreibung abzugeben. Ich kann aber gerne mal Fotos reinstellen. Die Anlage dürfte eine ganz einfache Konstruktion sein. Selbst der Mischer bei der Fußbodenheizung ist noch mechanisch und sitzt leider oft fest. Die Heizung steuert eigenständig Warmwasser, Heizkörper und Fußbodenheizung. Die digitale Steuereinheit bietet mehr Funktionen für Heizprogramme, ist aber sehr unübersichtlich, das analoge Teil war da besser.

Okay, Fantreffen und Abendessen mit Julia Brendler. Schorni, was sagt Deine Frau eigentlich dazu?
 
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Aber ne FBHz OHNE Stellmotor am Mischer...gibts-doch-gaar-nicht. Fotos wären toll. Am besten mit Inas Autogramm. Ich will ja nur mal in diesem Lada mitfahren.
Und meine Frau bekommt selbstverständlich eine schöne Postkarte.
 
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