Hydraulischer Abgleich - Angebot sinnvoll?

Diskutiere Hydraulischer Abgleich - Angebot sinnvoll? im Regelungstechnik Forum im Bereich Regelungstechnik / Erneuerbare Energien; Hallo zusammen, ich wollte bei mir gerne den hydraulischen Abgleich im Haus durchführen lassen (weil hoher Verbrauch, häufiges takten der Heizung...
JanSt

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Hallo zusammen,

ich wollte bei mir gerne den hydraulischen Abgleich im Haus durchführen lassen (weil hoher Verbrauch, häufiges takten der Heizung und kalte sowie überheizte Räume, die zur Entfernung zur Heizquelle passen). Es ist "nur" 1 Etage + 1 Kellerbad mit Handtuchheizung. Insgesamt 8 Heizkörper. Die Umwälzpumpe soll auch durch eine hocheffiziente getauscht werden. Dazu habe ich mich beim BaFa für die Förderung "Heizungsoptimierung" registrieren lassen - die übernehmen 30%.

Nun habe ich endlich ein Angebot erhalten, und naja... ich hatte mit weniger als der Hälfte gerechnet :-/ Insgesamt sind für meine 8 Heizkörper und 82m2 2.693,80€ inkl. 16% Mwst. fällig, abzgl Förderung noch 1.885,66€.
Jetzt stelle ich mir gerade die Frage nach der Sinnhaftigkeit - zumindest im Moment. Zur Situation:

- Der Viessmann Litola Heizkessel von 1997 soll in den nächsten 2 Jahren ausgetauscht werden - da knapp 500€ von dem Angebot für Pumpe, Schlammabscheider und Schwerkraftbremse (alles nicht vorhanden) draufgehen, würde ich die doch mit der Heizung wegschmeissen, oder nutzt man die Teile für ne neue Heizung weiter?
- Die 7 Heizkörper im Erdgeschoss sollen so bleiben wie sie sind
- Das Dachgeschoss soll in 2 Jahren ausgebaut werden, und dann auch Heizkörper an die Heizung angeschlossen werden - laut Heizungsbauer beeinflusst das aber nicht den jetzt zu machenden "dynamischen hydraulischen Abgleich"
- Das Haus von 1965 ist nicht gedämmt, soll auch in naher Zukunft nicht passieren

Hier mal das anonymisierten Angebot
Bildschirmfoto 2020-07-31 um 18.09.53.pngBildschirmfoto 2020-07-31 um 18.10.01.png

Meinungen? Soll ich's wirklich machen oder lass ich's lieber (erstmal) sein? ;)

lg
 
JanSt

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Achso 2 "Spezialitäten" habe ich vergessen.

1. An einer Heizung ist ein "Beipass" (oder wie man das nennt) verbaut. So dass das Heizwasser immer durch diesen Teil des Kreislaufes zurückläuft, wenn das Heizungsventil geschlossen ist. Der soll natürlich beseitigt werden, weil das mit der neuen Pumpe auch eher sinnfrei wäre. Der Heizungsbauer will den Rücklauf dann neu an der Heizung anschließen und einen neuen, normalen Ventilkopf verbauen.
IMG_20200731_142248.jpg

2. Es gibt einen - irgendwann mal nachträglich eingebaute - Kompaktheizkörper, der wohl irgendwie in einem 2-Rohrsystem zu einem 1-Rohr System wird. Zusem sind die Anschlüsse so dicht über dem Boden, dass man dort nicht rankommt. Weil wir den Heizkörper nicht brauchen (in dem Raum sind 2) und der eh nie richtig warm wurde, soll der demontiert werden.
IMG_20200731_142224.jpg

Also das ist in dem Angebot auch drin ;)
 
Dr Schorni

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immer ganz tief drin
Würde ICH (jetzt noch) NICHT machen lassen. Der klassische Heizkessel JETZT "benötigt" eine ganz andere Auslegungs-Spreizung als das zukünftige (wahrscheinliche) Wand-Durchlaufgerät. DAS hat dann auch seine eigene Pumpe drin.
Un "sei mer so guat": ein Haus BJ '65 ist eine wäremtechnisches ZELT und WIRD in NAHER Zukunft gedämmt. Natürlich nicht extra und aus Langeweile, sondern DANN wenn eh angerüstet wird aus anderen Gründen. Alles andere wäre....altes Denken von 1965: Öl kostet paar Pfennige, die Wand muss stehen bleiben und "Umwelt" gibts gar keine!
 
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KarlZei

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ich wollte bei mir gerne den hydraulischen Abgleich im Haus durchführen lassen (weil hoher Verbrauch, häufiges takten der Heizung und kalte sowie überheizte Räume, die zur Entfernung zur Heizquelle passen).
Das Takten wird sich nicht wirklich ändern. Dazu bräuchte es letztlich ein vernünftig modulierendes Heizgerät. Und mit dem sollte der Abgleich 'überarbeitet' werden, was im Übrigen auch erforderlich ist, wenn Heizkörper dazu kommen. Ich würde das Geld dafür nicht ausgeben wollen, wenn in 2 Jahren die Heizung (teil-)erneuert wird.
Die Einsparung dürfte dann nennenswert sein. Wegen des zu vermutenden energetischen Zustands wird der Verbrauch aber immer noch (zu) hoch sein.
 
JanSt

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Danke für eure Antworten. Dann werde ich wohl noch die 2 Jahre so damit auskommen müssen wie es ist.

@Dr Schorni Die neue Heizung soll am liebsten kein Gas mehr werden. Pellets sind im Moment der Favorit (eigentlich wollte nich ursprünglich eine Wärmepumpe, aber davon hat man mir wegen der Gebäudedämmung abgeraten). Die gibt es glaube ich nicht als Wandgerät mit integrierter Pumpe, oder? Ändert aber vermutlich alles nichts daran, dass es wohl die falsche Zeit für Investitionen in die alte Anlage ist ;)

lg
 
Dr Schorni

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immer ganz tief drin
Ach sooo, Du möchtest WEG vom Gas, ahaaa. Ja, das hast Du richtig erkannt: für eine WP passen hier (leider, aufgrund der fehlenden Dämmung) die Bedingungen nicht, das könnte fatal in die Hose und an den Geldbeutel gehen - und ökologisch wäre das dann auch nicht. Der Dämmzustand ist halt immerwieder ein Knackpunkt...
Wenn das Thema Pellet echt gesetzt ist, ... übrigens, gibts DOCH: Pellet-Wandgerät - aber max 10kW... dann könnte man an sich den Abgleich doch JETZT machen, da sich hydraulisch an sich nichts ändert. Denn Pellet bedeutet an sich auch: Puffer. Und DER möchte gerne, wie der jetzige Kessel auch, lieber eine größere Spreizung (Differenz zwischen Vorlauf und Rücklauf) als ein Gas-Brennwertgerät.
Platz für Pellet und Peripherie haste? Wieviel Gas hat man denn bisher so im Jahr verbraucht?
 
Dr Schorni

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immer ganz tief drin
Insgesamt sind für meine 8 Heizkörper und 82m2
oooh, dann vielleicht DOCH das Pellet-Wandgerät. Zumindest ein Gerät, das bis auf 2-3kW herunter-modulieren kann! Denn HIER reichen ja 7-9 kW völlig aus. Was kommt denn durch den DG-Ausbau so etwa dazu?
Da es den Litola mWn als kleinste Größe mit 15kW gab is auch das Takten klar: der kann sich seine hohe Leistung bei DER geringen Abnahme nur "zer-hacken".
 
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JanSt

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Ja stimmt, wurde auch schonmal gesagt dass die litola etwas groß wäre. Beik Dachausbau käme nochmal die selbe Fläche abzgl. Dachschrägen hinzu. Aber dafür ist dann das Dach auch gedämmt (das kommt ja neu).
Gas Verbrauch liegt im Moment bei 4000 Liter Flüssiggas im Jahr :-/ inkl. Warmwasser wobei ich glaube dass wir im ersten Jahr hier vielleicht auch einiges falsch gemacht haben beim Heizen. Sehr hohe Vorlauf Temperatur und zu oft die Tür zum Dach aufgelassen. Zudem waren die Fenster ziemlich undicht. Dürfte also hoffentlich weniger werden in diesem Jahr.

Achso Platz für ein Pellet Lager hätten wir. Dafür opfern wir einen halben Kellerraum.
 
Dr Schorni

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immer ganz tief drin
Gas Verbrauch liegt im Moment bei 4000 Liter Flüssiggas im Jahr :-/ inkl. Warmwasser
woooah is DAS brutal! Ich komm bei Heizwert 6,5 kWh/l auf 26 000kW (2600 Liter Heizöl), kann DAS sein?? Jessas neh:eek:Simmer wieder bei der Dämmung....
Zeigt aber auch umgekehrt, dass 10-11 kW Kesselleistung genügen würden.
Der Dachausbau bringt einen geringeren Heizlastzuwachs als es die hinzugewonnene Wohnfläche vermuten lässt. Durch die Dachschrägen und vor allem die neue Dämmung sind das am End wohl kaum 30-50% mehr benötigte Heizleistung.
Bedenke auch, dass der Pellet-Kessel etwas Praltz ringsum zur Zugänglichkeit benötigt, auch wenn man manche Modelle ins Eck schieben kann. Der Puffer/WW-Speicher muss auch nebendran stehen, der hat auch so 60-80cm Durchmesser bei hier ca 300 Liter.
 
mad-mike

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Moin.

Elementar wichtig wäre zu klären: Einrohr Heizung? Wenn ja, wäre das Angebot fürn popo.

Wenn ich den Verbrauch sehe: Holzständer Bauweise (Volksmund sagt okal haus)... Da wären wir wieder bei der einrohr Heizung..
 
JanSt

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Ist ein 2 rohr Heizsystem. Aber mit einem nachträglich installierten einrohr Heizkörper. Der Heizungsbauer hat es auch nicht verstanden...

Das mit dem Holzständer verstehe ich nicht. Wir haben ein gemauertes Haus.

Die Dämmung kommt sicher irgendwann nur nicht unbedingt mit dem Projekt in 2 Jahren. Zumindest war das nicht der Plan. Oder wir brauchen dann doch ein Gesamtkonzept. Dann sind aber die 2 Jahre wieder sportlich. Das Geld muss erstmal da sein...
 
JanSt

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Ich habe den Heizungsbauer der das Angebot geschrieben hat einfach mal gefragt ob der Abgleich aus seiner Sicht Sinn im Moment Sinn macht. Er hat es verneint ;-)
Wir reden dann nochmal über die neue Heizung in 2 Jahren.

Das nur als Abschluss. Das nenne ich mal gute Kundenbindung :)
 
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