GC9000iWM auf- und abschwellender Druck

Diskutiere GC9000iWM auf- und abschwellender Druck im Junkers-Bosch Forum im Bereich Heizungshersteller; Hallo, bei der Sanierung meines Hauses wurde eine Bosch (Junkers) Gas-Brennwert-Heizung GC9000iWM20-100 mit Schichtladespeicher installiert. Als...

jefrey

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Hallo,

bei der Sanierung meines Hauses wurde eine Bosch (Junkers) Gas-Brennwert-Heizung GC9000iWM20-100 mit Schichtladespeicher installiert. Als Heizkörper sind 10 neue Flachheizkörper verbaut worden, 2 alte Rippenheizkörper sind verblieben. Im Bad tut ein Handtuchwärmer/Heizkörper seinen Dienst, unterstützt durch eine RTL-Fußboden-"Heizung". Ein hydraulischer Abgleich der ganzen Anlage wurde durchgeführt.

Ich beobachte immer wieder (manchmal nur für 30 Minuten, manchmal aber auch über Stunden), dass die Kesselpumpe (es ist keine zusätzliche Heizkreispumpe verbaut) mit einem auf- und abschwellenden Geräusch auffällt. Sie dreht also hoch, verbleibt da ca. 10 Sekunden und dreht dann wieder runter, usw.
Mit dem Ohr am Heizkörper kann man das sogar sehr gut am Strömungsgeräusch feststellen.

Ich habe versucht, dieses Phänomen mit anderen Gegebenheiten in Korrelation zu bringen - ich habe aber noch keinen "Auslöser" ausmachen können.

Aufgefallen ist mir aber:
1. Wenn der Effekt auftritt, fängt auch die Vorlauftemperatur des Kessels an zu schwanken, so in der Größenordnung 1-2 Grad. Selbst in der "Spitze" bleibt sie auch noch unter der Solltemperatur. Wenn der Effekt nicht auftritt, liegt die Ist-Temperatur ziemlich exakt sehr konstant direkt auf der Solltemperatur.

2. Mein Installateur hatte die Pumpe im Auslieferungszustand "Konstantdruck 200mbar" gelassen. Interessehalber habe ich mal auf "Leistungsgeführt" umgestellt - der Effekt tritt nicht mehr auf! Zurückgestellt auf Konstantdruck - ist er nach ein paar Stunden spätestens wieder da.

3. Die Anlage scheint irgendwie Luft zu ziehen, zumindest kann ich alle paar Tage den höchstgelegenen HK entlüften. Nicht viel, aber spätestens nach 2-3 Tagen kommt wieder ein bißchen Luft. Der Installateur hat darauf hin den Druck auf 1.7bar erhöht, das hat aber keine wirkliche Änderung gebracht.

Der Heizungsbauer hat auch nochmal das MAG geprüft und für gut befunden, der (aus anderen Gründen) hinzugezogene Kundendienst hat gar auf Garantie die Kesselpumpe getauscht - aber einen Tag später war der Effekt wieder da.

Eine Besonderheit meiner Anlage ist ggf. dass es sich um ein größeres EFH handelt bei dem ein Großteil der Heizleistung an einem sehr langen Leitungsstrang hängt; zusätzlich gibt es aber noch 5 Heizkörper kleinerer Dimension, die sehr nah am Kessel angebunden sind.

Hat da vielleicht noch jemand eine Idee? Heizungsbauer und Kundendienst betrachten das Ganze anscheinend mehr so als "wird doch alles warm" und ich komme da nicht wirklich weiter.
 

Monte

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Dass die Kesselpumpe so hin und her springt ist ganz normal. Normalerweise bekommt man davon nichts mit.
Hast du mal versucht die Pumpe auf Delta P3 zu stellen?
 
Helmi

Helmi

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Das Drehzahlschwanken ist normal, machen die baugleichen Buderus GB192i(t) genauso. Ich höre das auch am Gerät und in den heizungsnahen Heizkörpern leicht.
Stellt man auf P1 oder P3, hört man das ebenfalls nur in höherer bzw. niedrigerer "Frequenz".
Ich mutmaße, hierüber wird etwas analysiert, wie Wärmeanforderungsnotwendigkeit durch Druckveränderungen, welche durch Stromaufnahme der Pumpe ausgewertet werden können.
Viel mehr Führungsgrößen neben Vor- und Rücklauftemperatur sind bei Außentemperatur- und nicht Raumteperaturabhängigkeit nicht vorhanden, um sie auf die jeweiligen Kennfelder der Steuerung zu adaptieren.

Das mit der Luft ist weniger normal, zumindest wenn das System schon länger (nen Jahr sag ich mal) drin ist.
Ich hatte die Luft auch bis nach der ersten Heizperiode nach Installation im System.
 

jefrey

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Vielen Dank für eure Antworten. Delta P1 und auch P3 habe ich auch schon mal probiert.
Ob es nun "normal" (sinnvoll) ist, dass die Drehzahl schwankt oder nicht - vermutlich schwer zu sagen für alle, die nicht gerade diese Steuerung programmiert haben. Was mich aber stutzig macht ist, dass wenn diese Schwankungen auftreten, passt die Vorlauftermperatur nicht mehr; soll heißen: der Ist-Wert liegt dann permanent 1-3 Grad unter dem Sollwert und das spürt man auch in der Raumtemperatur. Steht die Pumpe auf "leistungsgeführt" folgt die Ist- der Solltemperatur nahezu permanent exakt. Deswegen ist für mich der Modus "Konstantdruck" nicht zufriedenstellend nutzbar - nur zeitweise wird die Raumtemperatur wie geplant erreicht. Der andere Modus schafft das hingegen.

Die (immer wiederkehrende) Luft im System haben wir seit Installation der Anlage (fast 3 Jahre her!) bis zum heutigen Tage. Alle paar Tage kann ich einen kleinen "Luftstoß" am höchstgelegenen Heizkörper ablassen...
 

jefrey

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Jetzt habe ich die zuletzt niedrigen Temperaturen noch mal für ein paar weitere Tests und Gedankenspiele genutzt.
Tatsächlich habe ich dazu den hydraulischen Abgleich auch noch mal nachgerechnet und das hat bei mir die "Theorie" wachsen lassen, dass diese Drehzahlschwankungen vielleicht auf eine zu "große" Pumpe für mein EFH zurückzuführen sind - die wenn im schlimmsten Fall auch noch diverse Thermostate schließen gar nicht weit genug herunter modulieren kann?
Das könnte bei mir insofern recht ausgeprägt sein, weil es in meinem Haus nicht nur einen recht langen (über 36m) Strang gibt, sondern dieser auch noch recht große HK anschließt (Massenstrom in Summe ca. 400kg/h) die im Wesentlichen abends/nachts abgedreht werden. Leider kann ich nicht alle Temperaturen und Ventilstellungen permanent überwachen, aber die Beobachtung von Vor- und Rücklauf sowie Pumpenmodulation (lese ich permanent aus der Heizung aus) sagt mir, dass dieser "Schwankungseffekt" vor allem dann auftritt wenn viele Ventile vermutlich "zumachen". Wenn ich dann den HK ganz am Ende des langen Strangs ganz aufdrehe, endet der Spuk i.d.R. schnell.
Runterdrehen kann ich die Pumpe leider nicht weiter, zum einen steht sie auf Konstantdruck 150mbar, was ja schon das Minimum ist und zum anderen ist dieser Druck in meinem Haus wohl auch nötig, der Heizungsbauer hatte gar eine nötige Förderhöhe von 2,6m errechnet, da ist glaube ich eher die Hälfte richtig (sonst dürfte ja bei den o.g. 150mbar auf der Pumpe kaum was funktionieren.. oder verstehe ich da was falsch?)
Die Pumpenmodulation schwankt über den Tag so zwischen 33/37/41% - nur wenn die Schwankungen auftreten geht's zwischen 33 und 49% hin und her. Das lässt mich irgendwie vermuten, dass die Pumpen-Regelung vielleicht gar nicht unter 33% steuern kann und wenn das aus o.g. Gründen theoretisch notwendig wäre, springt vielleicht tatsächlich eine Art Sondermodus ein, der dann absichtlich an den Parametern dreht damit die Regelung irgendwann wieder in den Takt kommen kann?
Im Anhang mal ein Beispiel wie das heute aussah:
h.jpg
Ich denke man sieht ganz gut, wie bis kurz vor 12:00 Uhr alles gut war, dann setzte die Warmwasserbereitung ein und danach hat die Heizung bis 13.20 nicht mehr den richtigen Arbeitspunkt gefunden. Man sieht gut wie die Vorlauftemperatur IST (rote Linie), den Sollwert nicht richtig erreicht (rot gestrichelt). Genauso war es auch zwischen 14:00 und 14:15 bzw. zwischen 15:30 und 17:00...
 
mad-mike

mad-mike

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wie hast du denn diese Grafik gemacht??
 
mad-mike

mad-mike

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Danke...

Ich habe dies Mittels Openhab realisiert. Bei meinem Gerät Läuft die Pumpe konstant, nur alle 2 STD gibt ein ""Push"" so nennne ich dies mal, wo die Leistung mal angehoben wird für 30 sec. Sonst läuft die auf konstater 40% (dies ist in meinem Setup die Minimum Leistung, Je nach Rücklauftemperatur kanns auch mal mehr sein)...
 

jefrey

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Für die "Datenbeschaffung" ist bei mir auch OpenHAB zuständig. Habe da den JDBC Persistence Service aktiviert und für eine MySQL Datenbank eingerichtet. Und für die gibts ein Plugin bei Grafana.

Also wenn bei dir die Pumpe immer konstant mit der gleichen Modulation (=Drehzahl) läuft, dann hast du die Pumpe fest auf diesen Wert gestellt (also nicht "Konstantdruck")? Oder immer alle Ventile offen? Sonst würde es doch variable (Druck)-Verhältnisse im System geben und die Pumpensteuerung müsste gegenregeln?

Bei mir ist die Pumpe im Konstantdruckmodus ständig am regeln, siehe:
h2.jpg
Die gelbe Linie zeigt die Pumpenmodulation (rechte Y-Achse): wenn alles normal läuft, dann schwankt die z.B. zwischen 33 und 37% (hier z.B. zwischen 4:00 und 8:00 Uhr oder ab 18:30). In den Ausnahmesituation (hier z.B. 9-12 Uhr) ist die Pumpenmodulation auf einmal konstant (25% oder 41%) und man sieht wie die Vorlauftemperatur nicht mehr die Solltemperatur erreicht...
 
mad-mike

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Also wenn bei dir die Pumpe immer konstant mit der gleichen Modulation (=Drehzahl) läuft, dann hast du die Pumpe fest auf diesen Wert gestellt (also nicht "Konstantdruck")? Oder immer alle Ventile offen? Sonst würde es doch variable (Druck)-Verhältnisse im System geben und die Pumpensteuerung müsste gegenregeln?
Eingestellt ist sie auf niedrige Konstant kurve. (Habe eine andere Junkers) Aber erweitert mit einem Externen Vorlauf Sensor. Dieser Verursacht das die Pumpe mit minimum 40% gefahren wird. Ich glaube durch den Sensor, die Leistungeinstellung ignoriert werden...
Wenn das Delta T VL RL zu groß wird, wird die Pumpen leistung auch mal angehoben. Ich habe auch Heizkörper direkt angeschlossen, welche über kein Ventil verfügen.
 
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