Funktion bzw "Rolle" eines Heizkessels

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ich_eben

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Erstmal hallo zusammen,

als völlig Unwissender im Bereich der Heiztechnik habe ich mal ein...zwei Fragen.

Welche Rolle hat ein Heizkessel bei zu hohen Abgaswerten bzw wieso kann ein Kessel zu alt sein und muss erneuert werden?
Ich als Laie würde sagen, das die Abgaswerte von dem Brenner bzw der Einstellung des Brenners "bestimmt" werden.

Hintergrund der Frage ist:

Beim letzten Besuch des Schornsteinfegers hat dieser festgestellt das die Werte zu hoch sind. Er meinte mit einem neuen bzw neueren Brenner könnte man da nichts machen, der Kessel müsste raus.

Vielleicht kann mir ja jemand anhand dieser, zugegeben wenigen, Infos etwas Nachhilfe erteilen.

Vielen Dank!
Gruß
 
Hausdoc

Hausdoc

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Hallo,

Der Abgasverlust ist ein errechneter mathematischer Wert, der sich aus Zulufttemperatur, Abgastemperatur und CO² Gehalt der Verbrennung ergibt.

Weil das so ist kann sich bei Brennwertgeräten ein Abgasverlust von Minus 3% ergeben, was physikalisch natürlich vollkommener Unsinn ist.

Derzeit wird die EnEV entsprechend überarbeitet (sodaß der maximale Wirkungsgrad bei 100% liegt)

Ich weiß jetzt nicht welchen Brennstoff du hast - Öl oder Gas. Dann könnte ich genauere Angaben machen

Zu deinem Kessel.
Die entscheidenden Parameter für die Bestimmung des Abgasverlustes kennst du nun.
1. Die Zulufttemperatur kannst du nicht Ändern- die ist fix.
2.Schuld für eine zu hohe Abgastemperatur ist ausschließlich(!) ein verschmutzter Kessel. Entweder rauchgasseitig durch Verbrennungsrückstände die man gründlich entfernen könnte.
Oder Heizwasserseitig durch festgebackenen Schlamm. Das kann man logischewrweise nicht entfernen. Da kommt man nicht ran und dein Kaminkehrer hat sicher diesen Mangel festgestellt.
3. Den CO² Gehalt der Verbrennung könnte man in engen Grenzen verändern. Entweder durch andere Einstellung des Ölbrenners oder Einsatz eines Blaubrenners. Oder bei Gas die Veränderung der Gasmenge. Doch Vorsicht!! Eine eigenmächtige Rumschrauberei kann hier Lebensgefährlich sein! ( tödliche Kohlenmonoxidkonzentration)

Poste doch mal Angaben zu deiner Anlage:
Hersteller , Typ und Brennstoffart
Leistung,
Wohnfläche in m²
Die vom Kaminkehrer bzw Wartrungsfirma ermittelten Verbrennungswerte. Hier genügt mir die Angabe des CO² Gehaltes
 

ich_eben

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Hallo@Hausdoc

Vielen Dank für deine schnelle und ausführliche Antwort!!!

Also, bevor ich zu den Daten komme, noch eins vorweg:

bis Anfang 2009 war ein Oertli Brenner installiert, Angaben dazu kann ich momentan nicht machen. Damals hat unser langjähriger Installateur uns einen gebrauchten Brenner verkauft. Er meinte das man dadurch die schon damals schlechteren Werte wieder in den Griff bekommen würde. Ich hab das aber alles erst so nach und nach erfahren, da es sich bei der beschriebenen Heizung um die meiner Eltern handelt. Im Nachhinein würde ich, unter Vorbehalt, sagen, das es sich schon um eine Art abzocke handelt. Für den Brenner haben meine Eltern letztes Jahr ca. 1000€ bezahlt.

Nun zu den Daten:

Kessel:

Germania Bj 1966 25KW

Brenner:

MAN RE 1.0, Bj 1980

Es handelt ist eine Öl Heizung.

Der CO2 gehalt wird mit 5,6 angegeben.


Vielen Dank!

Gruß
 

ich_eben

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...ich hab die Wohnfläche vergessen!

Also insgesamt sind es ca. 130m². Aber es wird nicht die gesamte Wohnfläche permanent beheizt.

Beheizt werden ca. 50 bis 60m³ und das auch nur ab den frühen Abendstunden.

Du sagtest wenn die Verschmutzung heizwasserseitig wäre, könnte man dies nicht beheben. Kann man diese Verschmutzung nicht irgendwie beheben?

Also in die Richtung: alle Leitungen etc deinstallieren, dann einen Kreislauf bilden, Zu- und Abgänge, eine Pumpe zwischen bauen und dann mit einer Säure oder ähnlichem durchspülen? Ich meine wir hätten sowas damals mal bei einer Großkesselanlage gemacht, nur anders dimensioniert.

Also, wenn ich deine Aussage richtig verstanden habe, liegt es "nur" an Verschmutzungen, das ein Kessel ausgedient hat!? Das Argument "....der ist zu alt" ist also völliger Unsinn!?

Welche Rolle spielt dabei der Brenner? Passt, rein theoretisch, jeder Brenner auf jeden Kessel oder kann es sein das zb die Wahl eines falschen Brenners Ursache ist?

Nochmals, vielen Dank!!!
 
Hausdoc

Hausdoc

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Der damalige "Installateur " hat grundsätzlich das Richtige gemacht - einen Blaubrenner installiert. Wenngleich ich da immer etwas Zahnweh bekomme wenn Fachfirmen gebrauchte Ware verramschen..

Grundsätzlich:

Die Anlage muss raus!!
Ein Kessel hält in der Regel etwas über 20 Jahre - Der Kessel ist doppelt so alt!!
Ein Brenner hält in der Regel 15 Jahre - Der Brenner ist doppelt so alt!

Daß die Anlage mit 5,6% CO² läuft ist ein Zeichen daß der Kessel schon überall Luft zieht.

Bevor die Anlage im Winter bei - 15° einen Supergau erleidet und irreparabel ausfällt, solltest du die nächsten Wochen reagieren.

Der neue Kessel wird dann ziemlich sicher ein einfacher Kessel mit 18 KW (kleinste gängige Größe) sein.
In der Regel haben die Kessel einen "Unitbrenner" , der optimal auf den Kessel abgestimmt ist.
Laß dir doch von örtlichen Firmen ein Angebot erstellen.

Notwendig ist:
Der Kessel mit Brenner
Die Anpassung der Ölleitung (1-Strang, Antiheberventil...)
Wenn Warmwasser über den Kessel geschieht einen kleinen Warmwasserspeicher mit 120-140l
Inwieweit Ausdehnungsgefäß und Pumpen weiterverwendbar sind kann ich von hier aus nicht sagen.
 

ich_eben

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Vielen, vielen Dank!!

Schade das Du nicht im Raum Aachen/Köln tätig bist, Dich würde ich sofort mit der Sache beauftragen!!!

Warmwasser läuft nicht über die Heizung.

Was hälst Du als Fachmann von dem Gerät

MHG Typ EcoStar 522 ??

Ich habe kommende Woche einen Termin mit einer ortsansässigen Fachfirma.
Diese wurde mir aus meinem Bekanntenkreis empfohlen. In Zusammenarbeit mit diesem Fachbetrieb haben einige ihre neue Heizung selbst "grob" eingebaut und der Fachmann hat dann die "Feinarbeiten" gemacht.
Aus diesem Grund bin ich auf das oben genannte Gerät aufmerksam geworden.

Ich möchte mich nochmals für deine prompte und wirklich ausführliche Hilfe bedanken!!!

Gruß
 
Hausdoc

Hausdoc

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Was hälst Du als Fachmann von dem Gerät



MHG Typ EcoStar 522 ??
Das ist in diesem Fall ungeeignet.
Hier handelt es sich um ein Brennwertgerät. Nachdem in deinem Fall aber geeignete Heizflächen (Fußbodenheizung) fehlt, würde der Wärmetauscher binnen weniger Jahre zerstört sein.
Ölbrennwerttechnik scheidet ohne gößere Umbaumaßnahmen im Altbaubereich aus.

Was du brauchst ist z.B. ein Viessmann Vitola 200 oder Buderus Logano S125 BE........oder etsprechende Geräte..
 

ich_eben

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Super!!!

Vielen Dank!
Kannst Du mir denn vielleicht noch sagen ob ich dann, wie bei einem Brennwertgerät, Umbauten bezüglich Schornstein, oder ähnlichem, vornehmen muss?
 
Hausdoc

Hausdoc

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Normalerweise sind keine Umbauten notwendig.
Erst wenn der Kamin durch den beseren Wirkungsgrad des Kessels feucht werde würde, müsste man ihn sanieren. Da kommen dann nur Edelstahlrohre rein - fertig
 

ich_eben

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"Nur" Edelstahl;-)

Wie hoch ist denn die Wahrscheinlichkeit das der Kamin feucht würde? Und kann man dann an Stelle von Edelstahl auch Kunststoff nehmen?
 
Hausdoc

Hausdoc

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Für Heizwertgeräte ist nur Edelstahl und Glas zugelassen.
Außerdem schmilzt Kunststoff bei über 120°
Bei etwa 1/3 der Kesselerneuerungen ist eine Kaminsanierung notwendig.
 

ich_eben

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Ok, also kann ich Deiner Aussage entnehmen das der Kamin nicht gleichzeitig mit der Heizungserneuerung saniert werden muss.

Vielen Danke für Deine Reichhaltigen Antworten!!

Viele Grüße und mit den besten Wünschen!
 
Hausdoc

Hausdoc

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Richtig - die Sanierung kann auch später erfolgen.
 
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Funktion bzw "Rolle" eines Heizkessels

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