Expertenfrage, Heizungssteuerung mal anders. Warmwasserspeicher Wärmeverlust

Diskutiere Expertenfrage, Heizungssteuerung mal anders. Warmwasserspeicher Wärmeverlust im Regelungstechnik Forum im Bereich Regelungstechnik / Erneuerbare Energien; Hallo liebe Gemeinde, zuerst kurz die Info zu meiner Heizung. Ölkessel Wolf/Klöckner Baujahr 1990 max. Leistung bis 35kw, unter dem Ölkessel ein...

OKL

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Hallo liebe Gemeinde,

zuerst kurz die Info zu meiner Heizung. Ölkessel Wolf/Klöckner Baujahr 1990 max. Leistung bis 35kw, unter dem Ölkessel ein 200l Edelstahlwarmwasserspeicher, Holzallesfresser 14,9kw, 2 Pufferspeicher 750/850l, Mischerregelung, Dreiwegeumschaltung Rücklauf für Öl- bzw. Holzkesselbetrieb.

Die witterungsgeführte Regelung ist komplett von mir erstellt worden über eine Siemens SPS. Auch der Brenner wird damit angesteuert. Die Bedienung ist über HVOs, Smartphone oder PC-Visualisierung möglich. Das passt alles soweit.

Meine Frage richtet sich an meine Warmwasserspeicher-Geschichte. Es ist ein horizontal liegender Speicher mit innenliegender Heizwendel, alles Edelstahl. Die Warmwasserzirkulation ist für diesen Test/Problem deaktiviert. Eine Fehlzierkulation kann ebenfalls ausgeschlossen werden. Das Problem ist der Wärmeverlust. Ich schreibe stündlich die Temperaturen meiner Steuerungen in einen DB und in eine Datenbank. Ohne Abnahme von warmen Brauchwasser und ohne Zirkulation sinkt die Temperatur pro Stunde etwa ein halbes Grad Celsius. Zwar ist der Behälter in Wolle eingepackt, aber vielleicht kann ich ja bessere Maßnahmen treffen? ist der Temperaturverlust normal? Hat jemand Vergleichswerte? Ich gehe von 60 Grad C. aus, bei niedriger Temperatur ist der Verlust natürlich geringer. Der Messfühler sitzt auch ziemlich unten, sodass auch wirklich die Temperatur des ganzen Kessels passen sollte und nicht unten noch kaltes Wasser befindlich ist.

Danke für eure Hinweise.

Beste Grüße

Olaf
 

Piotre

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Hallo, generell ist ein halbes Grad pro Stunde relativ viel. Neue Speicher sollen bei Nichtabnahme ca. 1bis 3°C in 24h verlieren. Jetzt muss man natürlich sagen, der vorhandene Speicher ist 22 Jahre alt und hat die besten Zeiten hinter sich, auch und vor allem aus hygienischer Sicht. Hier den Energieverlust,durch ständiges nachheizen, zu vermeiden wäre die Warmwassertemperatur runter zu stellen, Rohrleitungen besser isolieren bis an den Speicher ran ( wegen aufsteigender Wärme). Gruß Piotre
 

OKL

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Hallo,

danke für Ihre Antwort. Ich hatte gedacht, dass ein Edelstahlspeicher, der erst wieder vor kurzem gereinigt wurde, auch in 100 Jahren nicht unhygienisch wird? Die Warmwassertemperatur lasse ich auch sinken, bis ich mind. einmal je Woche (Legionellenschutz) oder bei Bedarf wenn zu kalt nachheize.

Generell sind die Rohlleitungen isoliert. Lediglich die flexiblen Anschlüsse zum Speicher nicht. Vielleicht sollte ich mich damit beschäftigen. Der Speicher selbst ist rund eingehaußt und eckig mit Blech verkleidet. Auf diesem steht der Ölkessel. Eventuell bringt es ja auch schon etwas, wenn ich mit Glaswolle die Ecken der Rundung noch ausfülle?

Danke euch.

MfG

Olaf
 
Hausdoc

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Die Warmwassertemperatur lasse ich auch sinken, bis ich mind. einmal je
Woche (Legionellenschutz) oder bei Bedarf wenn zu kalt nachheize.
Warmwasser muss man immer warm (über 50° ) halten.
Diese Legionellenschaltung ist bei Anlagen unter ca 150KW vollkommen sinn und wirkungslos. Du muss dabei ja jede Zapfstelle min. 20 Minuten mit 70° laufen lassen.
 

OKL

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Hi,

das Thema Legionellen wird sehr unterschiedlich bewertet. Ich habe ein Einfamilienhaus und wohne derzeit allein hier. Wenn ich das Wasser auf 60 Grad C. hochzeize (ab 58 Grad C. werden Legionellen beseitigt, bei höherer Temperatur schneller), dann müsste doch das wenige Wasser, welches zwischen WW-Speicher und Wasserhahn befindlich ist, innerhalb weniger Sekunden durch das heiße ersetzt werden (wenn ich den Hahn aufdrehe)? 20 Minuten bei 70 Grad C. höre ich diesbezüglich das erste Mal. Legionellen entstehen doch vor allem bei längerer Nichtbenutzung?

Wenn ich die Wärmeverluste minimiere, dann hätte ich auch kein Problem damit, das Wasser ständig auf einem Niveau zu halten.

Alle Wärmepumpenbesitzer habe doch aber viel mehr Probleme mit dem Thema, denn die haben oft nur 40 Grad C. Warmwassertemperatur und auch wenn sie das Wasser im Durchlaufprinzip erhitzen, steht doch im Speicher ständig das lauwarme Wasser! Dort gibt es das Abtöten der Legionellen überhaupt nicht und das Wasser steht auch bis zum Wasserhahn in geringer Temperatur an. Wie verhält sich das?

MfG

Olaf
 
Hausdoc

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das Thema Legionellen wird sehr unterschiedlich bewertet. Ich habe ein
Einfamilienhaus und wohne derzeit allein hier. Wenn ich das Wasser auf
60 Grad C. hochzeize (ab 58 Grad C. werden Legionellen beseitigt, bei
höherer Temperatur schneller)
ähm- nein. Hier gibt es eine einzige Bewertung

Legionellen befinden sich schon im Kaltwasser. Wie willst du die dort thermisch beseitigen? ;)
Legionellen gab es schon, da war der Mensch noch gar nicht in der Erdgeschichte vorgesehen.

Legionellen sind mit die ersten Trojanischen Pferde. Die treten nämlich nicht "einfach so" auf, sondern verstecken sich im Inneren von Amöben.

Das ist auch mit ein Grund, warum Legionellen sehr , sehr langsam ( im vergleich zu anderen Mikroben) wachsen.
Die "explosionsartige" Vermehrung tritt in warmen , feuchten Biofilm auf. Also nicht im Warmwasserboiler, sondern Brausekopf, Wasserarmaturen...... Allein aus diesem Grund ist ein isoliertes Aufheizen des Boilers sinnlos. Mn müsste den verseuchten
Brausekopf thermisch desinfizieren.

Legionellen entstehen doch vor allem bei längerer Nichtbenutzung?
Das ist so nicht richtig.
In jedem Stagnationswasser wachsen alle Keime
 

OKL

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Okay,

danke für deine Ausführungen. Eine Antwort ist aber noch offen. Alle mir bekannten EFH mit Erdwärme oder Außenluftwärmetauscher haben einen Warmwasservorlauf von 40 Grad Celsius. Weil die Wärmepumpe so am effizientesten ist und man beim Baden nicht mehr braucht. Aber auch dort steht das Wasser bis es verbraucht wird, auch bis zur Brause. Und das sind neu gebaute/kernsanierte Häuser. Wenn das alles so kritisch ist, warum baut man denn heute so (ohne ständig 50 Grad C. WW zu haben)? Ich möchte es nur verstehen.

Bisher nahm ich an, dass wenn das kalte Legionellenwasser aus dem Brausekopf verschwunden ist (sind ja im EFH nicht mehr als 3 Liter stehend), dann kommt sauberes heißes aus dem bereinigten WW-Speicher nach?

Kann ja interessant werden ;o)

MfG



Olaf
 
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Wärmepumpen haben immer einen Elektroheizstab- der Trinkwasserverordnungskonform- die Warmwassertemperatur die restlichen 15-20 Grad erhitzt.

Hygienepufferspeicher haben zudem vieleicht 2-3 l Trinkwasserinhalt, da stagniert nichts.
 

OKL

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Hallo,

dann sparen meine Nachbarn/Kumpels wahrscheinlich.

So ein 80er Hygiene Pufferspeicher hat schon 35 Liter Trinkwasser in sich. Mit 3 Liter könnte man wahrscheinlich nicht schnell genug das Wasser im Durchlaufprinzip erhitzen. 35 Liter sind eine ganze Menge, wenn man bedenkt, dass dort nur 40 Grad C. oder knapp drüber herrschen. Von meiner WW-Speicher bis zur Badewanne sind es nur 2-3 Liter.

Schwierig.

MfG

Olaf
 
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Im Einfamiienhausbereich sind Legionellen..... kein Thema.
Hier werden alle Zapfstellen in der Regel häufig genug verwendet.


Gefährtet sind z.B. Schulschwimmbäder, wo Duschen nur alle paar Tage kurz verwendet werden. Oder offene Kühltürme, wo sich monatelang Biofilm bilden kann. Oder nicht gewartete Luftbefeuchter in RLT Anlagen usw...
 

OKL

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Zurück zum Thema,

aus anderen Quellen habe ich erfahren, dass bei einem 200l-Speicher bis 7 Grad Celsius Wärmeverlust normal sind, und das bei modernen Speichern:

Moderne Speicher dieser Größe haben einen Bereitschaftsverlust von
1,2 bis 1,6kWh/d, verlieren also umgerechnet bis zu 7°C pro Tag.

Bei mir sind es derzeit 12 Grad C. Vielleicht bekomme ich das mit besserer Dämmung und gedämmten Anschlussleitungen noch hin. Ich packe das Teil einfach voll Dämmung (Blechkiste).

MfG

Olaf
 
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Auch wenn du nachdämmst, bleibt das so.

Wenn, dann müsstest du die alte Isolierung restlos entfernen und den Speicher komplett neu isolieren.
 
Thema:

Expertenfrage, Heizungssteuerung mal anders. Warmwasserspeicher Wärmeverlust

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