Effizientes bzw. Energiesparendes heizen mit Junkers ZWN 24-6 KE 23 und dem Regler TR 100

Diskutiere Effizientes bzw. Energiesparendes heizen mit Junkers ZWN 24-6 KE 23 und dem Regler TR 100 im Junkers-Bosch Forum im Bereich Heizungshersteller; Hallo, wie der Titel beschriebt möchte ich mich an dieser Stelle nach Energiesparmaßnahmen bzw. einer Effizienten Nutzung der Gastherme Junkers...

HansRT

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Hallo,

wie der Titel beschriebt möchte ich mich an dieser Stelle nach Energiesparmaßnahmen bzw. einer Effizienten Nutzung der Gastherme Junkers ZWN 24-6 KE 23 mit dem Regler TR 100 erkundigen.

Vorweg um Missverständnisse aus dem Weg zu gehen. Ich erwarte von den Antworten keinen auf mich zugeschnitten Energiesparplan, ich suche eher nach allgemeinen Hinweisen bzw. Verhaltensvorschlägen um mein Heizverhalten effizienter und energiesparender zu gestallten. Da ich bereits viele Beitrage hier und in anderen Foren gelesen habe, bei denen die Meinungen teils stark auseinander gehen oder mehr Fragen als Antworten aufwerfen, hoffe ich, dass ich mit eurer Hilfe ein paar Fragen klären kann.

Dazu möchte ich grob meine Wohnsituation skizzieren. Seit ca. 10 Monaten bewohnen meine Freundin und ich nun eine 65 m² Dreiraumwohnung im Erdgeschoss. Als Heizung und Warmwasserbereitstellung dient die Gastherme Junkers ZWN 24-6 KE 23 in der Küche (mit Regler TR 100 im Wohnzimmer neben der Tür zum Flur Richtung Wohnungsmitte). Heizkörper sind in jedem Zimmer bis auf den Flur vorhanden. Zur Dämmung kann ich leider keine konkrete Auskunft geben. Ich würde sie in Vergleich zu bisher bezogener Wohnung als mittelprächtig mit Tendenz zum Schlechten bewerten. Eine Gastherme in dieser Form benutzen wir zum ersten Mal. Eine Einweisung, bis auf Heizungsventile voll aufdrehen und Temperatur über den TR 100 steuern, erfolgte nicht. Die beiliegenden Anleitungen zur Therme und zum Regler habe ich gelesen und so denke ich verstanden. Die Funktionsweise mit Temperaturregelung, Führungsraum usw. sollte ich auch verstanden haben. Ein grundsätzliches Technikverständnis meinerseits sollte vorhanden sein, für eine Elektrotechnik Studium hat es gereicht. ;)

Bisher habe ich wie folgt geheizt. Grundlage waren einige auf die Schnelle aus dem Internet zusammengesuchte Informationen. Die Vorlauftemperatur blieb auf dem Standardwert von 75°C während der Heizperiode und im Sommer auf „Sommerbetrieb“. Für die Wassertemperatur habe ich den Eco-Modus (Bedarfseinstellung) eingestellt und die Temperatur auf den Standardwert 55°C belassen. Den Heizkörper im Wohnzimmer habe ich auf 5 gedreht und die restlichen Heizkörper habe ich auf ca. die Stufe 3 gestellt, so dass alle Räume gleich warm wurden. Die Türen habe ich alle offen gelassen so dass die Wohnung überall die gleiche Temperatur hat (Empfehlung aus den weiten des Internets die ich immer noch hinterfrage). Die Temperatur am Regler ist auf 21°C bis 22°C eingestellt, die Nachtabsenkung liegt bei ca. 17°C bis 18°C. Die Gastherme zündete unter diesen Gegebenheiten 1- bis 3-mal in der Stunde (in kalten Monaten). Dabei lagen die Temperaturen im Wohnzimmer in der Nähe der Heizung bei ca. 23°C und kühlten sich nach einiger Zeit wieder auf 20°C ab. In der Nähe des TR 100 war es ähnlich nur zeitversetzt. Dies wiederholte sich zyklisch mit Zündung der Gastherme so dass man die Temperaturschwankungen merklich spürte. Sprich eine konstante Temperatur stellte sich nicht ein. Soweit ich das aus der Regelungstechnik behalten habe ist das kein anstrebenswerter Zustand? Sofern man diese Theorie auf meinen Sachverhalt übertagen kann. Auch beim Warmwasser schwankt die Temperatur bei anfänglicher Entnahme stark bis Sie sich einpendelt.

Seit einigen Tagen probiere ich folgende Anpassungen aus. Die Vorlauftemperatur habe ich auf 55°C und die Wassertemperatur auf 45°C reduziert. Die Heizkörper in den anderen Zimmern außer dem Wohnzimmer habe etwas runterreguliert so dass die üblichen Temperaturempfehlungen für Küche (19°C), Schlafzimmer (19°C) im Tagesbetrieb erreicht werden. Die Türen halte ich dabei geschlossen. Die Nachtabsenkung/Spareinstellung habe ich auf 18°C angehoben um einer zu starken Auskühlung entgegenzuwirken. Als Resultat zündet die Gastherme nun deutlich häufiger in der Stunde, ca. 4 bis 8 mal in der Stunde. Die Raumtemperatur im Wohnzimmer schwankt jedoch nicht mehr so stark. Auch die anfängliche Warmwasserentnahme weißt einen stabilere Temperaturverlauf auf.

Nach dieser Fülle an Informationen hoffe ich, dass noch einige standhafte Leser verblieben sind um ihre Meinung zu meinen Fragen bzgl. des effizienten oder auch energiesparenden Heizens abgeben zu können.

1.) Ist das Herunterregelnd er Vorlauftemperatur sinnvoll?
2.) Ist ein häufiges Zünden der Therme in Bezug auf das Sparen von Energie förderlich oder eher schlecht?
3.) Wie stark sollten die Temperaturen während der Heizphase schwanken?
4.) Sollte ich für ein effizientes Heizen die komplette Wohnung auf eine Temperatur heizen und die Türen offen lassen oder ist es ratsamer die Zimmer einzeln unterschiedlich zu temperieren und die Türen dabei geschlossen zu halten?
5.) Ist es sinnvoll bei meinen gewählten Temperaturwerten den Sparmodus Tagsüber, wenn niemand zuhause ist, einzuschalten oder kühlt die Wohnung dabei zu sehr aus?
6.) Ist es Sinnvoll die Wassertemperatur zu drosseln?

Ich möchte mich noch einmal für den Schwall an Informationen entschuldigen und hoffe, dass die Lust auf´s Antworten und unter die Arme greifen noch nicht vergangen ist. Sollten noch weiter Informationen benötigt werden so reiche ich diese gerne nach.

Mit freundlichen Grüßen,
Hans.
 

alleseasy

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17.09.2014
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Hallo Hans,

mit Deinem langen Text hast Du wohl die Fachleute erschlagen. Daher von mir meine Meinung zu Deinen Fragen. Bin zwar wie Du nur Betreiber einer Anlage, habe mich aber im Rahmen einer Neuinstallation recht intensiv mit der Materie beschäftigt.

1.) Ist das Herunterregeln der Vorlauftemperatur sinnvoll?
Ja. Aber Du musst dann wieder hochstellen, wenn es draussen kälter wird.
2.) Ist ein häufiges Zünden der Therme in Bezug auf das Sparen von Energie förderlich oder eher schlecht?
Eher schlecht, aber meiner Meinung nach vernachlässigbar.
3.) Wie stark sollten die Temperaturen während der Heizphase schwanken?
Gar nicht. Aber das ist mit einer raumtemperaturgeführten Regelung meist nicht oder nur schwer möglich, sofern auch eine Absenkung genutzt wird.
4.) Sollte ich für ein effizientes Heizen die komplette Wohnung auf eine Temperatur heizen und die Türen offen lassen oder ist es ratsamer die Zimmer einzeln unterschiedlich zu temperieren und die Türen dabei geschlossen zu halten?
Wenn du die ganze Wohnung mit offenen Türen auf die gleiche Temperatur heizt, heizt Du doch Schlafzimmer und Küche stärker, als eigentlich gewünscht (21° statt 19°). Dass dafür mehr Energie benötigt wird, ist doch klar.
5.) Ist es sinnvoll bei meinen gewählten Temperaturwerten den Sparmodus Tagsüber, wenn niemand zuhause ist, einzuschalten oder kühlt die Wohnung dabei zu sehr aus?
Ausprobieren. Hängt von der Wohnung ab.
Da der TR100 aber nur ein Schaltprogramm hat, das Du für die Nachtabsenkung nutzt, kannst Du das nur manuell machen. Wenn Du abends nach Hause kommst und es nicht schnell genug warm wird, erhöhe die Temperatur im Absenkbetrieb.
6.) Ist es Sinnvoll die Wassertemperatur zu drosseln?
Das Ergebnis deines Versuchs deutet stark darauf hin.


Soviel erstmal in aller Kürze.

Grüße
alleseasy
 

Stone

Mitglied seit
30.03.2014
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1.498
Zu Punkt 1: ja es macht immer Sinn die Vorlauftemperatur herunter zu regeln. Wie du gemerkt hast schwankt dadurch die Raumtemperatur nicht so. Das die Gastherme rein Raumgeführt ist kann sie die Vorlauftemperatur nicht an eine Heizkurve anpassen. Dies müsstest du per Hand manuell angepasst an die Außentemperatur regeln. Willst du das nicht stellst du die Vorlauftemperatur gerade so hoch das die Heizung es auch im tiefsten Winter es geradeso ebennschafft deine Wunschtemperatur zu erreichen.
Punkt 2: Ein Takten der Anlage sollte möglichst vermieden werden. Da diese Therme jedoch eine recht hohe Mindestleistung hat wird ein Takten nicht zu verhindern sein. Somit musst du damit leben. Heizt du mit möglichst offenen Ventilen in den anderen Räumen verringert sich das Takten etwas.
Punkt 3: Ideal wäre wenn du keine Schwankungen in der Raumtemperatur hast. Geht bei deinem Gerät mit Raumgeführter Regelung eher schlecht. Ein Grund warum ich eine Heizung lieber Außentemperaturgeführt regel.
Punkt 4: Meine Meinung ist das gleich beheizte Zimmer die gefühlte Raumtemperatur erhöht und somit die gesamte Temperatur verringert werden kann was auch spart 1°C weniger Spart ca. 6%. Wenn aber die Räume unterschiedlich beheizt werden sollen, dann die Türen geschlossen halten. Wenn die Räume gleichmäßig beheizt werden alle Heizkörper nutzen.
Punkt 5: Stundenweiße heizen kostet dir unterm Strich sogar mehr Energie als durchheizen. Nachtabsenken macht maximal 1-2°C Sinn. Auch da gilt sind Wände und Möbel alle so warm wie der Rest des Raumes trägt das zum Wohlbefinden bei und die Raumtemperatur kann vielleicht sogar etwas gesenkt werden.
Punkt 6: Bei der Durchlauferhitzung macht es nur Sinn die Warmwassertemperatur zu senken um einen höheren Durchfluss zu erreichen und somit einen höheren Warmwasserkomfort zu bekommen. Rein Energetisch wirst du wohl keinen Unterschied bemerken.

Alles in allem spart man insgesamt nur sehr wenig ein, da das Gebäude die Energie verbraucht nicht die Heizung.
 

HansRT

Threadstarter
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13.11.2019
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Vielen Dank für die ausführlichen Antworten. Sie haben bereits für ein bisschen Klarheit gesorgt.

Insbesondere zu Frage 4 gehen eure Antworten und Meinungen tendenziell auseinander.

Wenn du die ganze Wohnung mit offenen Türen auf die gleiche Temperatur heizt, heizt Du doch Schlafzimmer und Küche stärker, als eigentlich gewünscht (21° statt 19°). Dass dafür mehr Energie benötigt wird, ist doch klar.
Punkt 4: Meine Meinung ist das gleich beheizte Zimmer die gefühlte Raumtemperatur erhöht und somit die gesamte Temperatur verringert werden kann was auch spart 1°C weniger Spart ca. 6%. Wenn aber die Räume unterschiedlich beheizt werden sollen, dann die Türen geschlossen halten. Wenn die Räume gleichmäßig beheizt werden alle Heizkörper nutzen.
Zusammenfassend aus beiden Beiträgen habe ich also 2 Möglichkeiten. Ich könnte also bei der ersten Möglichkeit die ganze Wohnung bei offenen Türen beheizen und die Ventile in allen Räumen weiter aufdrehen, sowie die Vorlauftemperatur dahingehend anpassen das ich überall meine 21°C habe. Daraus resultierend habe ich dann eine geringfügig geringere Taktung der Anlage, welches aber vernachlässigbar ist, muss aber Räume auf eine Temperatur heißen welche eigentlich nicht benötigt wird auch wenn das Wohlbefinden auf Grund der gleichmäßigen Wärme ggf. höher sein könnte.

Bei der zweiten Möglichkeit heiße ich jeden Raum separat, außer die Fürhungsraum, bei geschlossenen Türen und stelle die Ventile so ein das die für den einzelnen Raum gewünschte Temperatur erreicht wird. Resultierend steigt das Takten der Anlage, es wird jedoch weniger Wohnfläche beheizt das Wohlbefinden könnte in kälteren Räumen sinken.

Daraus würde ich schlussfolgern das beide Möglichkeiten eine Verbesserung der bisherigen Situation sind. Möglichkeit 1 bezieht sich dabei mehr auf das Wohlbefinden und Möglichkeit 2 könnte geringfügige Einsparungen mit sich bringen. Kann man den Sachverhalt so betrachten?
 
Thema:

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