Anlagensanierung: Pelletheizung, Brennwert, Wärmepumpe, Photovoltaik

Diskutiere Anlagensanierung: Pelletheizung, Brennwert, Wärmepumpe, Photovoltaik im Holz, Pellets, Biomasse Forum im Bereich Regelungstechnik / Erneuerbare Energien; Nachdem ich hier schon einiges Lesenswertes gefunden habe und ich kein dezidiert österreichisches Forum für meine Anliegen aufstöbern konnte habe...
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Nachdem ich hier schon einiges Lesenswertes gefunden habe und ich kein dezidiert österreichisches Forum für meine Anliegen aufstöbern konnte habe ich mich nun hier registriert und hoffe auf etwas Unterstützung dabei, Ordnung in meine Gedanken zu bringen und vielleicht auch ergänzende Sichtweisen aufgezeigt zu bekommen.

Bis Ende des Jahres 2022 gibt es hier in Niederösterreich eine mit 10.500 Euro pro Anlage gedeckelte Förderung für den Ausstieg aus Öl und Gas. Für Photovoltaik bekommt man 250 Euro pro installiertem kWp. Ob diese Förderungen verlängert werden ist nicht klar, aber denkbar.

Bestandaufnahme:

Unser L-förmiges Eigenheim ist juristisch ein Reihenhaus, auch wenn es wie eine gekoppelte Doppelhaushälfte aussieht. Mit 145 m2 und Baujahr 1998 ist es im Kern gut gebaut (Dichtbetonkeller, Durisol-Mauersteine, Eternitschindeldach) und aus heutiger Sicht energetisch mittelprächtig isoliert (8 cm Vollwärmeschutz, 24 cm Dachisolierung, durchschnittliche zweifachverglaste Kunststofffenster und Dachflächenfenster). Die Grundfläche beträgt 80 m2, das Dach ist ein Walmdach mit 3 Firstwänden und 42° Dachneigung, das Dachgeschoß ist ausgebaut (ohne zugänglichen Spitzboden), der Keller 2,28 m hoch und ohne Außenabgang, mit Holz-Wendeltreppe vom Wohn-Esszimmer hinunter.

Der 240 m2 kleine Garten umschließt das Haus an drei Seiten und ist dadurch verwinkelt und auch nirgendwo breiter als 5 Meter, Terrasse, Gartenhaus und ein kleiner Stahlblechpool reduzieren die Nettofläche. Eine Zufahrtmöglichkeit auch für LKW besteht grundsätzlich.

Aktuell arbeitet ein einfacher, aber verlässlicher Vaillant Thermoblock Klassik mit 20 kW Nennleistung und 120-l-Brauchwasserspeicher im Keller an einem Kamin mit Innendurchmesser von gemessenen 14 cm. Der hat zwar auch ein Ablassventil, dürfte aber nicht kondensatfest sein.

Die Wärmeabgabe erfolgt ausschließlich über einfache Panelheizkörper. Bei Null Grad Außentemperatur liegt die Vorlauftemperatur um 45°, die Rücklauftemperatur bei gut 35°. Bei harten Minusgraden geht es in Richtung 60° C Vorlauftemperatur.

Im relativ großen Wohn-Esszimmer gibt es seit gut 10 Jahren einen Kamin mit viel zu großem (10 kW) Spartherm-Kamineinsatz, natürlich mit eigenem Schornstein. Der bietet eine gute Show, ist aber etwas schwer zu bändigen ... nur bei Minusgraden "leicht zu führen", sonst fallen rasch die Fliegen von den Wänden ...

Das Haus steht im Süden von Wien in einer klimatisch etwas begünstigten Lage. Die Winter sind eher durchschnittlich, zumeist pendelt die Temperatur um die Null Grad, Schnee gibt es wenig. Temperaturen unter –5° C gibt es grob zwei bis drei Wochen lang, wir hatten aber auch schon eine ganze Woche lang Morgentemperaturen von –15° C, tagsüber wenig mehr.

Der Durchschnittsverbrauch der letzten drei Jahre zeigt 4.800 kWh Strom und 21.500 kWh Gas. Bis vor Kurzem lebten wir zu viert im Haus, die Tendenz ist stark fallend, die beiden Töchter sind flügge. Das heißt es ist wahrscheinlich mit einer kleinen Reduktion im Energieverbrauch zu rechnen.

Ziel:

Ziel ist die Erneuerung der inzwischen fast 25 Jahre alten Gastherme durch eine zeitgemäße, alltagstaugliche und förderungswürdige Anlage. Eine gewisse Unabhängigkeit von laufenden Energieversorgungen (Gas, Strom) hat Attraktionspotenzial, auch der Umweltgedanke spielt eine Rolle. Auch ist es mir ein Dorn im Auge, dass wir seit Jahrzehnten unser gutes Geld in immer weiter steigenden Mengen in Länder mit zweifelhafter Menschenrechtslage schicken und für die Reduktion der klimaschädlichen Gase gibt es inzwischen gangbare Wege.

Analyse:

Die Recherche ergab, dass offenbar nur Wärmepumpen und Pelletheizungen jenen Komfort bieten, den wir von der Gasheizung gewohnt sind.

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe hat es bei uns mangels Fußbodenheizung relativ schwer, gute Leistungszahlen zu zeigen. Das Geräusch des Außengerätes sehe ich je nach Modell und Leistungsstufe als bedingt problematisch, wir leben hier alle schon relativ "dicht an dicht". Das Einbringen eines größeren Pufferspeichers ist über die Kellertreppe schwierig, ich hab mal einen 200-l-Warmwasserspeicher da hinunter abgetragen, viel mehr geht nicht ...

Ich schätze, dass ich mit Wärmepumpe bei einer Heizungs-Stromrechnung von grob einem Drittel der jetzigen Gas-Kilowattstunden liegen würde, was 7.000 kWh zu (aktuell noch großzügig angesetzten) 0,25 Euro = 1.750 Euro ergäbe.

Eine Pelletheizung mit Vorratsspeicher hat Charme im Sinne der Autarkie. Ich beobachte das Einschaltverhalten und die Modulation unserer Gastherme seit längerem, ich schätze der durchschnittliche Wärmebedarf des Hauses liegt bei knapp über Null Grad bei knapp 5 kW, bei mittleren einstelligen Minusgraden um die 10 kW, bei –15° läuft der 20-kW-Brenner durchgehend auf eher großer Flamme. Da wäre ich mit einem Heizkessel mit ca. 15 kW vermutlich ganz gut beraten. Ein mehr oder weniger kleiner bis mittelgroßer Pufferspeicher sollte wohl für den Betrieb in der Übergangszeit wohl auch unbedingt her.

Bei 21.500 kWh Jahresenergiebedarf plus 20% Reserve komme ich bei einem Brennwertkessel mit ähnlichem Wirkungsgrad einer Brennwert-Gastherme dann auf 5,5 Tonnen Pellets, was ca. 8 m3 Volumen entspricht. Bei 4,5 Tonnen tatsächlichem Verbrauch errechnen sich bei einem aktuellen (gehobenen) Durchschnittspreis von 300 Euro/Tonne Heizkosten von 1.350 Euro pro Saison.

Eine hybride Energiebeschaffung, wie zB von Windhager mit dem System "BioWIN2 Hybrid" angeboten, klingt gut. So ein Konzept kann vielleicht eine gute Sache sein. Man nutzt in de Übergangszeit und zur Warmwassererzeugung im Sommer die Wärmepumpe ausschließlich unter besten Leistungsparametern und heizt die kalten Wochen mit einer stark reduzierten Pelletmenge, welche weniger Stauraum fordern. Platz für die Wärmepumpe fände sich noch im kleinen Garten.

Überschlagsmäßig ergeben sich geringfügig geringere Gesamtenergiekosten, wenn die Wärmepumpe nur mit höherer Leistungszahl (geschätzt über 4,0 statt unter 3,5) laufen kann und der Bivalenzpunkt eher bei Null Grad als bei mittleren Minusgraden liegt. Dazu kommt, dass bei diesen Temperaturen auch die Leistung einer angedachten Photovoltaik-Anlage eher bereitsteht als im allertiefsten Winter.

Auf jeden Fall bekommt man damit Redundanz bei einem Gebrechen bei Wärmepumpe oder Pelletkessel und – je nach Pelletsvorrat – auch eine gewisse Autarkie. Ein zu kleiner Gewebetank erscheint mir wegen der Anlieferkosten unsinnig, wird er zu groß egalisiert sich der Platzgewinn. Befüllt man den optionalen "XL"-Pelletspeicher des Pelleltkessels mit Sackware muss man mit 15 Säcken à 15 kg pro Komplettbefüllung rechnen ... diese Menge in den Keller runterzutragen könnte man auch bald mal bereuen, irgendwo trocken lagern müssen sie ja auch. Interessanterweise ist die Sackware auf Palette momentan günstiger als lose Pellets!?

Eine "kleine" hybride Lösung wäre der Einsatz eines Warmwasserspeichers mit Wärmepumpe, um den Sommerbetrieb des Pelletskessels einzusparen. Hier stellt sich wieder die Frage nach der sinnvollen Luftverrohrung derselben.

Ein Brennwert-Pelletkessel erscheint mir eher nur ohne hybrid arbeitende Wärmepumpe sinnvoll, denn nur in der Übergangszeit werden die Rücklauftemperaturen so sein, dass sich die Rauchfangsanierung (so überhaupt möglich!) und aufwändige Abwasserinstallation (Schmutzwasserhebewerk, Ableitung quer durch den ganzen Keller) lohnt. Dafür kann man das Pelletslager um 10% kleiner anlegen und spart auch 10% der Kosten.


Bei der Recherche zu den Pelletkessel-Herstellern bin ich auf unterschiedliche Brenner- und Rostkonzepte gestoßen. Windhager hat einen stählernen Brenntopf mit Fallschachtförderung und gegenläufig öffnendem Rost, andere verwenden eine Quereinschub auf einen Gliederrost und schamottiertem Brennraum, ÖkoFEN zeigt sogar schon einen Brenner mit Abgasrückführung, was offenbar den Feinstaubanteil massiv reduziert. Andere brauchen dazu elektrostatische Feinfilter, die wieder einer Pflege bedürfen. Ebenso scheinen mir manche Brennwert-Wärmetauscher recht "drangeflickt", andere sind direkt in den Hauptkessel integriert. Was hier der "Goldstandard" ist hat sich mir noch nicht ganz erschlossen. Grundsätzlich funktionieren dürften alle, man liest ja kaum von Katasstrophen, die Kessel sind alle schon länger am Markt und offenbar gut gereift.

Mindestens genauso wichtig erscheinen mir aber auch die verlässliche Verfügbarkeit von Ersatzteilen des jeweiligen Anbieters über die Nutzungsdauer von mindestens 15 bis eher 25 Jahren des Kessels, der Aufwand bei Wartung und Reparatur durch entsprechende Zugänglichkeit und bewährte Konstruktion, sowie Betriebssicherheit im Alltag mit wechselnden Pelletqualitäten und der reale Wirkungsgrad im Regelbetrieb.


Eine Photovoltaik-Anlage ist trotz unseres verwinkelten Daches möglicherweise machbar, jedoch durch die 3 Teilflächen nach Ost, Süd und West vermutlich mechanisch wie elektrisch relativ aufwändig. Auch könnte es aufgrund des Alters des Eternit-Schindeldaches sinnvoll sein, damit noch zuzuwarten bis eine Sanierung fällig ist, erste Alterungsspuren sind deutlich zu sehen.

Einen PV-Batteriespeicher möchte ich zwar einplanen, aber noch nicht umsetzen. Die Technik erscheint mir noch zu unausgereift und unwirtschaftlich. Andererseits könnte so ein Teil den Traum der Autarkie zumindest im Ansatz ermöglichen.

Fazit:

Es muss das alles ja nicht sofort umgesetzt werden und Versorgungssicherheit kann man nicht direkt in Geld messen. Und nicht zuletzt funktionieren komplexe Systeme oft nicht ganz so, wie ausgedacht ... jedenfalls will ich mir keine sinnvolle Option verbauen, weil eine Kleinigkeit übersehen wurde.

Das die guten Fragen:

Was habe ich übersehen?
Welche Hersteller und Produkte sind in diesem Kontext zu empfehlen und warum?
Wie würdet Ihr das ganze Unterfangen anlegen?
 
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Bei harten Minusgraden geht es in Richtung 60° C Vorlauftemperatur



Ziel:

Ziel ist die Erneuerung der inzwischen fast 25 Jahre alten Gastherme durch eine zeitgemäße, alltagstaugliche und förderungswürdige Anlage. Eine gewisse Unabhängigkeit von laufenden Energieversorgungen (Gas, Strom) hat Attraktionspotenzial, auch der Umweltgedanke spielt eine Rolle. Auch ist es mir ein Dorn im Auge, dass wir seit Jahrzehnten unser gutes Geld in immer weiter steigenden Mengen in Länder mit zweifelhafter Menschenrechtslage schicken und für die Reduktion der klimaschädlichen Gase gibt es inzwischen gangbare Wege.

Analyse:

Die Recherche ergab, dass offenbar nur Wärmepumpen und Pelletheizungen jenen Komfort bieten, den wir von der Gasheizung gewohnt sind.

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe hat es bei uns mangels Fußbodenheizung relativ schwer, gute Leistungszahlen zu zeigen. Das Geräusch des Außengerätes sehe ich je nach Modell und Leistungsstufe als bedingt problematisch, wir leben hier alle schon relativ "dicht an dicht". Das Einbringen eines größeren Pufferspeichers ist über die Kellertreppe schwierig, ich hab mal einen 200-l-Warmwasserspeicher da hinunter abgetragen, viel mehr geht nicht ...

Ich schätze, dass ich mit Wärmepumpe bei einer Heizungs-Stromrechnung von grob einem Drittel der jetzigen Gas-Kilowattstunden liegen würde, was 7.000 kWh zu (aktuell noch großzügig angesetzten) 0,25 Euro = 1.750 Euro ergäbe.

Eine Pelletheizung mit Vorratsspeicher hat Charme im Sinne der Autarkie. Ich beobachte das Einschaltverhalten und die Modulation unserer Gastherme seit längerem, ich schätze der durchschnittliche Wärmebedarf des Hauses liegt bei knapp über Null Grad bei knapp 5 kW, bei mittleren einstelligen Minusgraden um die 10 kW, bei –15° läuft der 20-kW-Brenner durchgehend auf eher großer Flamme. Da wäre ich mit einem Heizkessel mit ca. 15 kW vermutlich ganz gut beraten. Ein mehr oder weniger kleiner bis mittelgroßer Pufferspeicher sollte wohl für den Betrieb in der Übergangszeit wohl auch unbedingt her.

Bei 21.500 kWh Jahresenergiebedarf plus 20% Reserve komme ich bei einem Brennwertkessel mit ähnlichem Wirkungsgrad einer Brennwert-Gastherme dann auf 5,5 Tonnen Pellets, was ca. 8 m3 Volumen entspricht. Bei 4,5 Tonnen tatsächlichem Verbrauch errechnen sich bei einem aktuellen (gehobenen) Durchschnittspreis von 300 Euro/Tonne Heizkosten von 1.350 Euro pro Saison.

Eine hybride Energiebeschaffung, wie zB von Windhager mit dem System "BioWIN2 Hybrid" angeboten, klingt gut. So ein Konzept kann vielleicht eine gute Sache sein. Man nutzt in de Übergangszeit und zur Warmwassererzeugung im Sommer die Wärmepumpe ausschließlich unter besten Leistungsparametern und heizt die kalten Wochen mit einer stark reduzierten Pelletmenge, welche weniger Stauraum fordern. Platz für die Wärmepumpe fände sich noch im kleinen Garten.

Überschlagsmäßig ergeben sich geringfügig geringere Gesamtenergiekosten, wenn die Wärmepumpe nur mit höherer Leistungszahl (geschätzt über 4,0 statt unter 3,5) laufen kann und der Bivalenzpunkt eher bei Null Grad als bei mittleren Minusgraden liegt. Dazu kommt, dass bei diesen Temperaturen auch die Leistung einer angedachten Photovoltaik-Anlage eher bereitsteht als im allertiefsten Winter.

Auf jeden Fall bekommt man damit Redundanz bei einem Gebrechen bei Wärmepumpe oder Pelletkessel und – je nach Pelletsvorrat – auch eine gewisse Autarkie. Ein zu kleiner Gewebetank erscheint mir wegen der Anlieferkosten unsinnig, wird er zu groß egalisiert sich der Platzgewinn. Befüllt man den optionalen "XL"-Pelletspeicher des Pelleltkessels mit Sackware muss man mit 15 Säcken à 15 kg pro Komplettbefüllung rechnen ... diese Menge in den Keller runterzutragen könnte man auch bald mal bereuen, irgendwo trocken lagern müssen sie ja auch. Interessanterweise ist die Sackware auf Palette momentan günstiger als lose Pellets!?

Eine "kleine" hybride Lösung wäre der Einsatz eines Warmwasserspeichers mit Wärmepumpe, um den Sommerbetrieb des Pelletskessels einzusparen. Hier stellt sich wieder die Frage nach der sinnvollen Luftverrohrung derselben.

Ein Brennwert-Pelletkessel erscheint mir eher nur ohne hybrid arbeitende Wärmepumpe sinnvoll, denn nur in der Übergangszeit werden die Rücklauftemperaturen so sein, dass sich die Rauchfangsanierung (so überhaupt möglich!) und aufwändige Abwasserinstallation (Schmutzwasserhebewerk, Ableitung quer durch den ganzen Keller) lohnt. Dafür kann man das Pelletslager um 10% kleiner anlegen und spart auch 10% der Kosten.


Bei der Recherche zu den Pelletkessel-Herstellern bin ich auf unterschiedliche Brenner- und Rostkonzepte gestoßen. Windhager hat einen stählernen Brenntopf mit Fallschachtförderung und gegenläufig öffnendem Rost, andere verwenden eine Quereinschub auf einen Gliederrost und schamottiertem Brennraum, ÖkoFEN zeigt sogar schon einen Brenner mit Abgasrückführung, was offenbar den Feinstaubanteil massiv reduziert. Andere brauchen dazu elektrostatische Feinfilter, die wieder einer Pflege bedürfen. Ebenso scheinen mir manche Brennwert-Wärmetauscher recht "drangeflickt", andere sind direkt in den Hauptkessel integriert. Was hier der "Goldstandard" ist hat sich mir noch nicht ganz erschlossen. Grundsätzlich funktionieren dürften alle, man liest ja kaum von Katasstrophen, die Kessel sind alle schon länger am Markt und offenbar gut gereift.

Mindestens genauso wichtig erscheinen mir aber auch die verlässliche Verfügbarkeit von Ersatzteilen des jeweiligen Anbieters über die Nutzungsdauer von mindestens 15 bis eher 25 Jahren des Kessels, der Aufwand bei Wartung und Reparatur durch entsprechende Zugänglichkeit und bewährte Konstruktion, sowie Betriebssicherheit im Alltag mit wechselnden Pelletqualitäten und der reale Wirkungsgrad im Regelbetrieb.


Eine Photovoltaik-Anlage ist trotz unseres verwinkelten Daches möglicherweise machbar, jedoch durch die 3 Teilflächen nach Ost, Süd und West vermutlich mechanisch wie elektrisch relativ aufwändig. Auch könnte es aufgrund des Alters des Eternit-Schindeldaches sinnvoll sein, damit noch zuzuwarten bis eine Sanierung fällig ist, erste Alterungsspuren sind deutlich zu sehen.

Einen PV-Batteriespeicher möchte ich zwar einplanen, aber noch nicht umsetzen. Die Technik erscheint mir noch zu unausgereift und unwirtschaftlich. Andererseits könnte so ein Teil den Traum der Autarkie zumindest im Ansatz ermöglichen.

Fazit:

Es muss das alles ja nicht sofort umgesetzt werden und Versorgungssicherheit kann man nicht direkt in Geld messen. Und nicht zuletzt funktionieren komplexe Systeme oft nicht ganz so, wie ausgedacht ... jedenfalls will ich mir keine sinnvolle Option verbauen, weil eine Kleinigkeit übersehen wurde.

Das die guten Fragen:

Was habe ich übersehen?
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Wie würdet Ihr das ganze Unterfangen anlegen?
[/QUOTE]
Was sind harte Minusgrade?
 

LTB

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Eternit-Schindeln....sind die Asbest frei? Ich weiß nicht wie das in Ö ist, aber in D dürfen Asbest haltige Dächer nicht mit PV oder Solarthenrmie belegt sein. Dann wäre erst eine Sanierung notwendig.
 
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Einen Pufferspeicher hab ich fix eingeplant, zur Größe hab ich noch keine rechte Meinung. Der ÖkoFEN-Berater meinte auch, es geht zwar ohne, aber es ist klar besser mit. Einer der örtlichen Installateuere meinte wieder, das sei schade ums Geld und den Platz. Da aber eine Wärmepumpe zumindest nachrüstbar sein soll ist das für mich ein Fixstarter.

Der Kellerabgang mit der 180°-Wendeltreppe ist halt ein Nadelöhr. Mehr als 200, vielleicht 250 l bringt man da nicht runter. Daher geht mein Kopfkino eher in Richtung Warmwasserspeicher + Pufferspeicher, auch weil ich den neuen Warmwasserspeicher direkt unter Küche und Bad platzieren will; aktuell ist der Speicher am anderen Ende des Kellers bei Therme und Rauchfang und es dauert doch recht lange, bis es warm aus der Armatur kommt. Daher ist eine Frischwasserstation für meine Situation auch nicht so recht passend.

Diese "Übersiedelung" des Boilers hatte ich schon mal vor, daher steht unten bereits ein 200-l-Warmwasserspeicher, der mir mal geschenkt wurde. Dann ging mir aber die Motivation aus, steht jetzt sein 10 Jahren im Keller herum. Wie man den nun am schlauesten nutzt ist auch eine Frage. Man könnte den ja als kleinen Puffer und einen neuen zweiten als Warmwasserspeicher verwenden ... und wenn die 200 Liter zu wenig sind muss halt ein zweiter dazu. Werden die beiden dann in Serie geschaltet und die Wärme "im Gegenstrom" entnommen? Wäre ja sogar von Vorteil um die Durchmischung zu reduzieren, denke ich.

Der separate Boiler wird wohl als zweiter Heizkreis direkt am Kessel angeschlossen, weil meist eine höhere Ladetemperatur (zB 55° C) als für die Heizung nötig ist, oder? Und der Puffer wird umgekehrt nur gut soweit geladen, wie es für den Heizwärmebedarf (Vorlauf 40~55, selten bis 65° C) nötig ist, ja? Das heißt aber, dass eine Wärmepumpe auch vor diesem Punkt einspeisen muss oder nur den Boiler erwärmen kann


Was mich von den Warmwasserspeichern mit aufgesetzter Wärmepumpe etwas abhält ist die dafür nötige Luftzufuhr. Direkt aus dem Keller ansaugen ist unklug, da es in diesem nach dem Winter noch sehr lange kalt ist (16~17 °C), Rohre in den Wohnbereich mag ich wegen der Geräusche nicht. Also noch mehr Kernbohrungen durch den Dichtbetonkeller plus Abdichtung der Rohrdurchführung beim Boiler. Machen ließe sich das alles.

Auch ist die Wärmeleistung der kleinen Wärmepumpen recht bescheiden, die Ladezeit ist entsprechend. Ochsner gibt knapp 1,7 kW an (bei knapp 500 W elektrische Aufnahmeleistung), das dauert gefühlt ewig und man muss für 2 Personen mindestens 200 Liter Warmwasser vorhalten, damit sich nach einem Vollbad auch noch eine Dusche verlässlich ausgeht. 200 Liter x 4,2 kJ x 40° ∆T / 3.600 = 9,33 kWh / 1,7 kW = ~5,5 Stunden Ladezeit. Dafür würde die kleine Last wieder prima zu einer PV-Anlage passen. Steuert man den Ladevorgang aber so, dass nur zu Sonnenscheinzeiten die Wärmepumpe läuft ist ein wenig mehr Warmwasserreserve (250 l Speicher) vielleicht auch kein Fehler ...
 
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KarlZei

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Einen Pufferspeicher hab ich fix eingeplant, zur Größe hab ich noch keine rechte Meinung.
Bei Pelletheizung eher groß. Dazu findet man meist Werte ab 30 Liter je kW. Das entspricht meines Wissens auch der Mindestgröße für eine Förderung in DEU.

Es gibt auch richtig große Pufferspeicher (>500 Liter), bei denen man die Isolierung abnehmen kann. Die kommen dann nackt ev. auf die Abmessungen von kleinen Standspeichern. Muss man halt mal genau ausmessen. Wie dann was anzuschließen ist, muss abhängig von der gewählten Anlagenauslegung entschieden werden.
 
Austro-Diesel

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Die Dachschindeln sind übrigens schon asbestfrei. Deswegen halten sie ja nimmer so lange ... ;)

Warum der Puffer für eine 3:1 modulierbare Pelletheizung groß sein muss erschließt sich mir nicht. Ich denke, dass man da mit 200 bis 400 Liter schon in einer vernünftigen Region liegt. Wenn man die genannten 30 Liter pro kW ansetzt ergibt das bei 15 kW Brennerleistung 450 Liter ... okay, fühlt sich ja stimmig an. Weniger Brennerstarts verbessern halt Wirkungsgrad und Abgaswerte denke ich, die Lebensdauer der Zündanlage wird wohl auch davon profitieren.

Betreffend Förderung wird hier nichts in diese Richtung gefordert. Auch bringen bessere Partikelwerte o.ä. keinen weiteren Vorteil.

Wichtig ist halt: Wie groß muss der Puffer sein, damit die auch angedachte Heizungs-Wärmepumpe gut harmoniert?


Hat hier jemand persönliche Erfahrungen zu solchen Anlagen, zu konkreten Produkten auch in Bezug auf Wartung und Alltag?
 
Heizer21

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Moderne Pelletkessel, zB die Ökofen KondensZ lassen sich nachträglich auf den Energiebedarf des Haus ein stellen.
Die verschiedenen angebotenen Kessel mit unterschiedlicher Leistung unterscheiden sich tatsächlich nur in der Software einstellung.
in sofern kann man bei der Leistungsauswahl kaum was falsch machen.
Per Stand Anfang 2022 ist der Ökofen KondesZ aber erst zwischen 12 und 16kW einstellbar.
Der Condes ohne Z zwischen 10-18kW,
Ich denke beim Z wird das per Software Update nach rüstbar sein, was sich hoffentlich im Laufe des Jahres klärt.

Bei mir lauft der CondesZ jedenfalls ganz gut sein Dezember 2021 mit einem Pufferspeicher und Solarunterstützung.

Beim Umrüsten auf Pellets ist die kritische Frage, wo das Pellet Lager hin kommt…

Ob WP oder Pellet hängt von der aktuellen -Heizkurve ab und dem vorhandenen Strommix…
 
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Danke für die hilfreiche Antwort!

Der Keller-Bereich, wo die Heizung ist und auch bleiben soll, hat ca. 22 m2, allerdings ist dort auch meine Werkstatt. Es ist also gewissermaßen ein "Verdrängungswettbewerb"! :oops: Natürlich könnte ich auch die kaum genutze Sauna eliminieren oder ... na schauen wir mal. Nimmt man statt eines Schrägboden-Silos einen Maulwurf wäre die Raumausnutzung ja auch besser. Die Frage ist halt, wie gut das funktioniert.

Der Keller ist 2,28 m hoch und ganz trocken, könnte ja einen Lagerraum in robustem Trockenbau machen. Wenn ich von einer Füllhöhe von 2,1 m ausgehe (ist das realistisch?) brauche ich für 8 m3 eine Grundfläche von knapp 3 x 1,3 m, bei einer Wandstärke von 12 cm an zwei Seiten wären das 3,1 x 1,4 m ... noch vorstellbar.


Der ÖkoFEN Condens Zero ist auf jeden Fall in der engeren Wahl. Die telefonische Beratung des Gebietsleiters für Ostösterreich war 1A. Verständlich, vernünftig, nicht lobhudelnd, alles technisch korrekt erklärt, kein Marketing-Blabla, eher zurückhaltend mit Condens- und Zero-Empfehlung für meinen Fall ("... erwarten Sie sich nicht, dass die Mehrkosten für Kessel und Rauchfang sich bald amortisieren").

Mir gefällt der Kessel komplett aus rostfreiem Stahl, der den Brennwert-Wärmetauscher integriert hat und nicht "drangeflickt" ist. Und der Zero hat auch extrem gute Abgaswerte, das kann vielleicht noch mal wertvoll werden. Allerdings braucht der auch rechts eher viel freien Platz für die Wartung des eher mäßig gut zugänglichen Abgasgebläses.

Wie gut funktioniert die ÖkoFEN Brenner-Konstruktion? Die Asche wird offenbar nur durch die nachdrängenden frischen Pellets vom Gliederrost geschoben, oder? Da gibt es keine "Abstreiffunktion" oder ähnliches, die einzelnen Glieder dieses Rostes sind fest montiert oder täusche ich mich?

Der Haken an diesem Gerät könnte sein, dass der Rauchgasanschluss einen Durchmesser von 130 mm hat und mein Schamottkamin nur 140. Das wird vermutlich nicht stark genug sein um in diesen ein neues kondensatfestes Rauchrohr einzuziehen. Nehme ich den ÖkoFEN Compact mit Brennwerttechnik wäre das wieder egal, der Edelstahlkessel aber auch nicht von besonderem Vorteil.


Ein anderes Gerät, das mich beschäftigt ist der Windhager BioWIN2 Exklusiv. Wirkt auf mich auch sehr ausgereift, aber etwas weniger modern. Der Topfbrenner aus rostfreiem Stahl scheint eine stabile Größe zu sein, der Zündvorgang erfolgt anders als bei den üblichen Brennteller-Modellen von unten mit der erhitzten Primärluft. Der ganze Brennraum kommt ohne Schamottierung aus, die Feinstaubwerte sind auch nicht schlecht. Der Rost wird bei der Entleerung abgestreift, das kann kein Nachteil sein.

Vorteilhaft wären auch die nach oben abgehenden Anschlüsse und die Integration der Wärmepumpe der Hybrid-Lösung in die Kessel-Regelung. Auch, dass die Wartung nur alle 2 Jahre nötig sein soll ist interessant.
 
Dr Schorni

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Niemand, der Vollidiot bin ich selber! Ich bin ein halbwissender Laie, das sind bekanntlich die gefährlichsten!

Die 10-15 kW Heizlast bei –15° C hab ich geschätzt (siehe oben) nach Beobachtung meiner Therme, die 20 kW Heizleistung hat. Mir ist schon klar, dass man möglichst nicht überdimensionieren soll, aber wahnsinnig überdimensioniert ist mir das Ding bei solchen Temperaturen wirklich nicht vorgekommen! Und solche Temperaturen haben wir hier schon mal ein paar Tage.

Kann natürlich auch sein, dass ich das Flammenbild der Therme nur völlig falsch einschätze. Aber die faucht schon ganz schön bei diesen Temperaturen.
 
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Alles, klar, DU bist natürlich ausgenommen!! Ich dachte es läge eine "fachliche" Abschätzung vor, daher auch meine Formulierung "bietet hier 15kW an". Es ging mir halt ums Ausbremsen der potenzierten Eskalation "zu großer Kessel -> noch größerer Puffer -> noch teurere Anlage -> noch größere Verluste -> noch schlechterer Betrieb mit geringerer Effizienz".
Schau mal ob die "-15" überhaupt DEINE NAT ist : Klimakarte | Bundesverband Wärmepumpe (BWP) e.V.
Kann natürlich auch sein, dass ich das Flammenbild der Therme nur völlig falsch einschätze. Aber die faucht schon ganz schön bei diesen Temperaturen.
Leistungsabschätzung geht NUR über den Gasverbrauch am Gaszähler. Dazu ist es aber jetzt schon wieder zu mild bzw hats zu schwankende Außentemperaturen. Zur Kesselleistungs-Abschätzung reichen aber Gebäude-Bauart (Theorie) und Jahres-Heizenergieverbrauch (reale Praxis-Benutzung) völlig aus. Auch +- 10% ist da eh immer drin.
 
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Du hast aber schon mitgekriegt, dass ich Ostösterreicher bin und es damit zwar im Sommer recht warm, aber im Winter auch "recht knackig" haben kann, oder? Da hilft mir deine verlinkte Klimakarte nicht viel, die an bundesdeutschen Grenzen endet. Aber sie ist prima gemacht, eine Frage!

Ich lebe ich seit 54 Jahren in dieser Gegend, was es gibt und was eher nicht, das weiß ich schon so ungefähr ... :thumbup: ... Also –10° haben wir jedes Jahr ein paar Tage, und meist sehen wir die –15° C nicht. Aber sie kommen schon alle paar Jahre für ein paar Tage lang vor; vielleicht auch nicht den ganzen Tag, aber der Rekord ist –18° C in der Nacht. Da "hustete" der Diesel-PKW am Morgen schon ganz schön und im Garten gab es dadurch auch einiges Totholz im Frühjahr.

Der Durchschnittsverbrauch hilft ja nur bedingt weiter, wenn "die Amplitude des Geschehens" hoch ist. Ich schätze grob, dass die tiefsten Temperaturen sich ähnlich wie im Münchner Umland verhalten. Die verlinkte Karte zeigt da grob –14 ° C an. So daneben wär das nicht.
 
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Ja, das denke ich auch, gibt aber meist überall so Wetterstationen mit ermittelten Werten oder Datensammlungen für jede Gegend. Auch spielt eine gewisse Sonderlage auch eine Rolle, zumindet in der Dauer gewisser Temperaturen. Rekord-Einzelfälle werden aber nie berücksichtigt, da sich diese idR auch nicht wirklich auswirken.
Der Jahres-Durchschnitt (also der Durchschnitt mehrerer Jahre) nimmt ja die Aplituden auch mit und wie gesagt: bißchen Toleranz ist immer. Man bekommt ja auch keinen Kessel mit exakter Komma-X-Leistung.
 
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Verrate mir lieber welche Kessel und Brennertypen sich besonders bewähren und was nicht so toll läuft. :) Interessanterweise findet man genau Null Informationen dazu. Entweder es nörgelt wer herum, dass es nicht geht und sagt nicht warum, oder es klingt total nach Pressetext. Aber echte Nutzerberichte sind kaum zu finden.

Und bitte auch deine Meinung ob das mit der Wärmepumpe im Hybridbetrieb eine Schnapsidee ist. Und ob in diesem Fall ein schlichter Brennwertkessel gescheiter ist.

Die Wärmebedarfsrechnung muss mein Installateur dann eh selber noch vornehmen, zumindest Daumen mal Pi. Eine "Energieberatung" von den Landesbehörden darf ich ja auch noch konsumieren, damit ich eine Förderung kriegen kann. Die werden mir das schon ausrechnen.
 
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Habe jetzt weiterrecherchiert ...

Wärmebedarf bei –14° C scheint bei ca. 9-11 kW zu liegen, Jahresheizwärmebedarf (also ohne Warmwasser) bei 3.200 "Heizgradtagen" bei grob 11.000 kWh, Warmwasser (noch zu viert) um die 3.000 kWh.
 
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Mein Besuch bei der Wiener Windhager Gebietsniederlassung bestätigt meine zusammengelesenen Eindrücke:
  • solide Beratung
  • vielleicht nicht der allermodernste Kessel (keine Lambdasonde, keine Schamottierung, Kesselgrundkörper immer aus Kesselstahl, gut durchschnittliche Abgaswerte, Brennwerttechnik-Option als "drangebastelter" Zusatzwärmetauscher, Rückbrandschutz durch Wasserreservoir, eher leistungshungrige Zündanlage)
  • komplett öffnender, glatter Brennerboden ohne Primärluftöffnungen, dadurch schlackeunempfindlich
  • Brennertopf mit Sekundärluftöffnungen aus robustem Stahl (zur Reinigung entnehmbar), zentraler Primärluft-"Pilz" aus hitzebeständiger Keramik
  • alles im Kessel zur Wartung gut zugänglich
  • einfache wie ästhetische Regelung die auch die Wärmepumpe sinnig integriert (Modulation der Wärmepumpe und der Kesselleistung je nach Leistungsziffer und Modulationsbandbreite des Kessels)
  • 5 Jahre Garantie auf alle Teile ohne Ausnahmen (!) und geringe Wartungskosten (Wartung nur alle 2 Jahre)
  • vorteilhafte Möglichkeiten bei den Rohranschlüssen, großteils in alle möglichen Richtungen
  • kein seitlicher Platzbedarf für die Wartung oder Verrohrung
Ein moderat großer Pufferspeicher (200 bis 400 Liter) wurde mir auch hier eher empfohlen, besonders auch im Hinblick auf die Integration einer Luft-Wasser-Wärmepumpe.
Auf meine Frage, ob man die Windhager Wärmepumpe für die Hybridlösung auch nachträglich dazubauen könnte, kam ein "ja natürlich, kein Problem" und "ist auch eine gute Idee, denn nächstes Jahr kommen modernere, effizientere und schönere Geräte mit anderem Kältemittel". Die Aktivierung kann auch mit der Eigenstromproduktion aus einer eigenen PV-Anlage gekoppelt werden.
Der Aufpreis für die Wärmepumpe inkl. Gedöns ist mit ca. 8.000 bis 10.000 Euro einerseits schon relativ heftig, ...
  • erspart aber die Anschaffung einer Brauchwasser-Wärmepumpe
  • bietet nebenbei auch kürzere Ladezeiten
  • erübrigt die Auslegung als teurere wie wartungsintensivere Brennwertanlage und
  • lässt eine kleinere Auslegung des Pelletsspeichers zu.
Das Windhager-Wärmepumpensystem wird über das Heizungswasser angeschlossen, daher wird die Leitung bei Minusgraden regelmäßig für den Frostschutz gespült; für den Fall der Außerbetriebnahme oder längeren Stromausfall werden immer Absperr- und Entleerungshähne eingeplant.
 
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Dr Schorni

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Brennwerttechnik-Option als "drangebastelter" Zusatzwärmetauscher,
Das ist schonmal KEIN Nachteil, sondern nur EINE Lösung einer Aufgabenstellung, ohne jegliche Bewertung ob das nun gut oder schlecht ist. Tatsache ist dass diese sehr wichtige Vorteile hat. Man nimmt ja selbst auch einen RUCKSACK wenn man aus einem gegebenen Menschen mehr Transportkapazität herausholen will. Man kann aber natürlich auch die Zusatz-Last auf dem Kopf tragen oder sich alles in große Taschen stecken. Auch DA findet jeder eine Lösung die für IHN idealer ist aber auch nur EINE Lösungsmöglichkeit der Aufgabe ist.
 
Austro-Diesel

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Klar, das ist auch korrekt. Geht aber nach meiner Recherche auch einher mit mehr Platzbedarf, mehr Dichtflächen und zusätzlicher Wartungsschritte. Bei Windhager ist mit der Brennwerttechnik dann doch ein zusätzlicher seitlicher Zugang von links zur Reinigung nötig, ohne nicht. Bei großen Anlagen ist das nach wie vor Standard, bei Kleinkesseln sehe ich das eher als zumindest nicht vorteilhaft an.

Nach dem Studium der Wartungspläne diverser Anbieter und Youtube-Videos komme ich für mich aber mehr und mehr von der Brennwerttechnik ab:
  • Aufwand für Kaminsanierung
  • Installation Kondensat- und Spülwasserleitung mit -- in meinem Fall nötigen -- schmutzwassertauglichem Hebewerk
  • bedingt wirkungsvoll durch Radiatorenheizung
  • zusätzliche Kesselkosten
Dem stehen ein geringfügig kleinerer Lagerraumbedarf und bessere Abgaswerte entgegen. Ersterer ist mit 10% minimal, die guten Abgaswerte würde ich schon gerne mitnehmen. Mangels zusätzlicher Förderung in Österreich ist aber die Wärmepumpe mit "Grünstrom" die unter dem Strich umweltfreundlichere, insgesamt kaum teurere Lösung mit weniger Problempotenzial und Nebennutzen in der Übergangszeit, denke ich.

Am Montag kommt ein Installateur mit Ökofen-Schwerpunkt zu mir, Mittwoch kommt der Hoval-Gebietsvertreter. Sonst hab ich noch nicht viele Ideen, mit fielen noch Vaillant, Buderus, Hargassner und Eta ein, wo sich bei mir aber beim Studium der erreichbaren Unterlagen noch kein "Haben-will"-Effekt einstellte.

Ich werde hier weiter berichten.
 
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