1 oder 2 Heizungen?

Diskutiere 1 oder 2 Heizungen? im Off Topic Forum im Bereich Off Topic; Hallo zusammen, Ich habe folgendes Problem: Ich wohne seit ca. 20 Jahren in einem Haus mit 2 ETWs. Das Haus wird mit Gas beheizt. Jede der beiden...

GÜWI

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Hallo zusammen,
Ich habe folgendes Problem: Ich wohne seit ca. 20 Jahren in einem Haus mit 2 ETWs. Das Haus wird mit Gas beheizt. Jede der beiden Wohnungen verfügt über eine eigene Heizung, die wir beim Einzug übernommen haben. D.h. 2 Heizkessel (16 kW), 2 Warmwasserbehälter, 2 Gaszähler. Wir sind also komplett unabhängig voneinander.
Jetzt geht einer der beiden Heizungen aber die Puste aus und muss erneuert werden. Wir, die beiden Eigentümer überlegen also auf die Brennwerttechnik umzusteigen. Das bedeutet, dass beide Heizungen ausgetauscht werden müssen. Also: 2 alte Kessel raus und 2 neue rein. Ist das aber sinnvoll in Zeiten des Klimawandels? Um noch mehr Erdgas einzusparen könnte man doch eigentlich nur einen Heizkessel (ca. 24 kW) und einen Warmwasserbehälter installieren, müsste dann aber eine korrekte Abrechnung von Heizung und Warmwasser gewährleisten.
Jetzt wird problematisch: Wir haben mittlerweile mit drei verschiedenen Heizungsbauern gesprochen und nach dem Für und Wider einer 1-Brenner-Variante gefragt. Alle drei Heizungsbauer haben eine 1-Brenner-Heizung rundweg abgelehnt. Und alle nahezu mit den gleichen Gründen: a) technisch nicht machbar, b) die Zirkulation würde dies unmöglich machen, c) eine korrekte Abrechnung des Warmwasserbedarfs für die beiden Wohnungen wäre nicht möglich und schließlich d) die Einsparung von Erdgas mit nur einer Heizung gegenüber 2 Heizungen sei zu gering. Außerdem wäre es doch viel bequemer die beiden Heizsysteme beizubehalten.
Wie sind die Meinungen hierzu in dieser Runde?
 
Hausdoc

Hausdoc

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Exakt diesen Fall hatte ich von einigen Jahren.

Ergebnis: 1 Heizgerät ( Buderus GB 162) und 2 getrennte Warmwasserspeicher.
Wärmemengenzähler in beiden Boilerladeleitungen und jeweils in den Heizleitungen der Nutzereinheiten.

Buderus konnte damals ganz einfach 2 getrennte Boiler ansteuern ( jeweils über MM100)
 

Lp3g

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Brennwert ist wohl so eine Sache.

Diese Technik bringt was, wenn alles darum passt. Sprich jeder Heizkörper zur Raumheizlast passt. Das ganze mit maximal 55°c VLT, besser 45°c

Der Brenner muß eine sehr kleine Mindestleistung haben. So das die Therme gemütlich am Tag durchläuft.

Das Kondensat muß man auch los werden etc.

Ich selbst hatte keine Brennwert Therme bekommen. Aber mit passenden HK zum Raum + Hydraulischer Abgleich + neue Therme + Digitalte Thermostate, war es ein Minus von ca. 25% beim Gasverbrauch.
 
mad-mike

mad-mike

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Moin,

Ich sehe das genau so wie Hausdoc.

Regelungs technisch lässt sich das machen die bei Bosch Junkers / Buderus aufjeden fall Sauber getrennt aufbauen.

Sowas ähnliches werde ich nächste woche in angriff nehmen. Mehrere Heizgeräte raus, ein Zentrales rein, jede Wohnung wird ab dann mittels Wärmemengen zähler abgerechnet, jede Wohnung erhält eine Fernbedienung um auf seinen Heizkreis Einfluss zunehmen...

Aber es gibt auch auf Hydraulische wege, "Trotz Zirklations leitungen" mit nur 1nem Boiler seperat die Warmwasser menge (Wasseruhr) zu zählen. Jedoch habe ich Praktisch keine Erfahrung mit diesem System.
 
Dr Schorni

Dr Schorni

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immer ganz tief drin
Ich selbst hatte keine Brennwert Therme bekommen.
Ja, weil man bei Dir ein bißchen...gepennt hat, ganz einfach.

Alle drei Heizungsbauer haben eine 1-Brenner-Heizung rundweg abgelehnt.
Ich weiß ja nicht aus welchen Hirn-Forschungs-Anstalt die Angebots-Kandidaten entlaufen sind, aber da wirds Zeit für die Handschellen-Version am Bett!
Eine Zusammenführung kann gar kein Problem sein, da ja alle Leitungen eh im Heizungsraum enden. Auch ist dann die Abrechnung mit Wärmemengenzähler überhaupt kein Problem. Dito beim Warmwasserspeicher. Diese Zwei-Speicher-Anlage vom Hausdoc mag eine feine Sache sein - aber was soll das? "Sowas hat doch kein Mensch!" Man schafft damit wieder NUR reine Über-Bevorratung UND doppelte Wärmeverluste, doppelte Hygiene-Probleme und doppelte Wartungskosten. Aber genau DAVON wollte man doch weg?! Sicher 99% aller Gebäude mit Sammel-Zentralheizung und nebengestelltem WW-Speicher werden WW-seitig aus EINEM WW-Speicher versorgt. Denn man ermöglicht sich damit auch die Integration einer alternativen Energienutzung wie zB einer Solaranlage - Stichwort Klimawandel, CO2-Steuer, neues Energiegesetz!
 
tig000

tig000

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Moin,
...ist natürlich alles machbar, ich denke aber, daß hier wahrscheinlich (wie so oft) der Faktor "Geld" eine tragende Rolle spielt.
Hilfreich wäre hier vielleicht, zu erfahren, ob und wie die beiden "alten" Heizungen räumlich getrennt sind; Bilder, Fotos oder auch Zeichnungen sind durchaus hilfreich, wenn vorhanden (ein Bild sagt mehr als tausend Worte).

Mein "Schnellschuss aus der Hüfte" wäre eine ausreichend leistungsstarke Brennwerttherme mit Hydraulischer Weiche, 2 Pumpengruppen und zur Brauchwassererwärmung ein ausreichend dimensionierter (hier: 300 ltr?) Speicher; dazu Wärmemengenzähler in den beiden Heizkreisen und der Speicherladung, Warmwasserzähler in den PWH-Strängen der einzelnen Wohnungen.
Grüße
Heiko
 
Dr Schorni

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ausreichend leistungsstarke Brennwerttherme mit Hydraulischer Weiche, 2 Pumpengruppen
Achtung, der Passus "ausreichend leistungsstarke Brennwerttherme" ist nicht gut, er suggert im Unterbewusstsein des Laien eine Überdimensionierung durch diese Aussage. Was unbedingt zu vermeiden ist. Das neue Gerät darf keinesfalls die Summe beider Altgeräte haben sondern ist neutral passend zu dimensionieren, 24 kW könnten , wie genannt, durchaus passen. Auch muss das neue Gerät ohnehin "ausreichend leistungsstark" sein. Wieviel Gas wurde denn bisher pro Jahr verbraucht?
Zwei Pumpengruppen verstoßen wieder gegen die Zentralisierungs- und Reduktionsvorgabe UND bedingen wieder die teure und uU effizenzkillende hydraulische Weiche. Immer alles weglassen was nicht benötigt wird
 
tig000

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Zwei Pumpengruppen verstoßen wieder gegen die Zentralisierungs- und Reduktionsvorgabe UND bedingen wieder die teure und uU effizenzkillende hydraulische Weiche. Immer alles weglassen was nicht benötigt wird
Das sehe ich nicht so, denn schliesslich "sprechen" wir hier von zwei voneinander unabhängigen Wohneinheiten, welche mit Wärme versorgt werden wollen.

Was wäre denn Ihr Ansatz, Herr Dr? :)
 
Dr Schorni

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Mein Ansatz passt graaad no soo über den Gürtel...
Ok, mit zwei Pumpen könnte wirklich jeder seinen Heizkreis ganz absolut individuell fahren, steuern, regulieren. DAS wäre durchaus ein Vorteil WENN er wirklich genutzt wird!
Ich quengel halt immer so bißchen wegen der hydraulischen Weiche... :thumbdown:
 
tig000

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Eine Hydraulische Weiche ist aber von einigem Vorteil, wenn in den Heizkreisen mehr Wasser bewegt wird als vom Heizgerät bereitgestellt werden kann... ;)
Man könnte natürlich auch über einen Puffer fahren, dann noch ein bisschen Solarthermie mit einbinden, evtl. noch einen Wasserführenden Ofen; zur Stromversorgung noch schön PV aufs Dach kleistern, 4fach verglaste Fenster einbauen und zum Schluss evtl. noch Vollwärmeschutz ums Haus kleistern - machbar ist, wie gesagt, so einiges...manchmal muss man aber vielleicht auch einfach mal die Kirche im Dorfe lassen, auch wenn das heisst, dass Kompromisse eingegangen werden müssen.

Grüße
Heiko

P.s.: mein Ansatz reicht schon etwas über den Gürtel...😒 aber irgendwas is ja immer...🥴
 
Dr Schorni

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Eine Hydraulische Weiche ist aber von einigem Vorteil, wenn in den Heizkreisen mehr Wasser bewegt wird als vom Heizgerät bereitgestellt werden kann... ;)
Ja DANN auf JEDEN Fall. Aber meiner Einschätzung nach ist diese Wahrscheinlichkeit eher sehr gering. Man hat ja meistens Teil-Beheizung usw.
 

GÜWI

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Danke erstmal für die Resonanz auf mein Problem.
Der Vorschlag "1 Heizkessel und 2 unabhängige Warmwasserbehälter" scheint mir sehr palausibel. Zumal ich in der Zwischenzeit erfahren habe, dass man innerhalb der Zirkulation keine Wasseruhren installieren kann um die Menge des Warmwassers zu messen. Die Zähler - einer in der Steigleitung und einer im Rücklauf um die Differenz zu ermitteln - würden sozusagen durchdrehen, ein exaktes Messen wäre daher unmöglich.
Hier noch weitere Infos:
Beide Wohnungen haben im letzten Jahr knapp 5000 cbm Gas verbraucht.
Es gibt keine Wasseruhren für Warmwasser in den Wohnungen.
Die beiden bisherigen Heizsysteme einschließlich der beiden Warmwasserbehälter stehen aufgereiht in einer Linie im Heizungskeller.
 
Dr Schorni

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ach sooo, JEDER bisherige WW-Speicher hat auch eine WW-Zirkulation?
Für die bisher 5000m³, später 4000m³ Gas, passt ein 17-20-kW Gerät
 
mad-mike

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Wenn es die Geräte interne pumpe zulässt, beide Häuser zu bedienen, lässt sich auch mittels einen Mischer: 2 heizkreise aufbauen ohne weiche und externe pumpen.

Meine persönliche Meinung:
2 speicher, 2 (gemischte) heizkreise, 1 Heizgerät.
4 Wärmemenge Zähler und gut ist.
 

GÜWI

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Eigentlich ganz einfach. So wie die Sache jetzt sehe, läuft das Ganze wohl auf diese 1-2-4-Version hinaus.
Ich frage mich jetzt nur, warum ist keiner der Heizungsinstallateure, die bei uns im Keller waren, von sich aus auf diese Möglichkeit gekommen?
Bin gespannt auf die Antwort.
 
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