Warmwasser braun verfärbt - Schutzanode in Warmwasserspeicher defekt?

  • Warmwasser braun verfärbt - Schutzanode in Warmwasserspeicher defekt?

    Hallo,

    seit einiger Zeit ist das Warmwasser bräunlich verfärbt, das Kaltwasser ist klar. Das Problem tritt an allen Wasserentnahmestellen im Haus auf.
    Die Rohre bestehen aus Kupfer.

    Im Keller ist ein Bindl-Therm Email Warmwasser Speicher. Typ: HSR-200.
    Dieser hat eine Schutzanode mit 40mm Sechskant. Eingebaut wurde der Speicher 1994. Seitdem ist die Schutzanode wohl nie getauscht worden.
    Anscheinend ist die Firma Bindl nicht mehr am Markt. Weiss jemand wo man eine passende Schutzanode bekommen kann bzw. was für ein Typ benötigt wird?
    Unten im Speicher ist seitlich eine Revisionsöffnung. Eine kreisrunde Stahlplatte umlaufend mit einigen Schrauben mit dem Speicher verbunden. Wenn
    man die mal entfernt muss man vermutlich einen neuen Dichtring einlegen. Auch hier stellt sich die Frage, woher man einen neuen bekommen kann?

    Kann das bräunliche Warmwasser mit einer defekten Schutzanode zusammenhängen, so dass sich mein Speicher allmählich auflöst?

    Vielen Dank.

    Grüße,
    botnico
  • Ich habe inzwischen die Revisionsöffnung geöffnet.
    Im Speicher war ein Bodensatz von mehreren kg grünlicher Kiesähnlicher Substanz. Vermutlich Kalk.
    Auch die abgebrochene Schutzanode lag darin, in relativ gutem Zustand aber wirkungslos, da kein Stromkreis mehr.
    Der Speicher ist noch dicht. Allerdings scheint die Emaille in größeren Bereichen nicht mehr vorhanden zu sein.
    Nützt es jetzt nichts, nach Ausräumen des Speichers eine neue Schutzanode einzubauen?
    Vermutlich ist durch die größere Elektrodenfläche (Emaille weg) der Zersetzungsvorgang der Schutzanode schneller (höherer Stromfluss).
    Ich glaube irgendwo gelesen zu haben, dass sich durch die Schutzanode auf dem korrodierten Stahl wieder eine Schutzschicht aufbaut?
  • botnico schrieb:

    Allerdings scheint die Emaille in größeren Bereichen nicht mehr vorhanden zu sein.
    Totalschaden Speicher.


    botnico schrieb:

    Ich glaube irgendwo gelesen zu haben, dass sich durch die Schutzanode auf dem korrodierten Stahl wieder eine Schutzschicht aufbaut?
    Nein.

    Du brauchst einen neuen Speicher
    LG Hausdoc


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    Netz-Treff hilft......
  • botnico schrieb:

    Ich glaube irgendwo gelesen zu haben, dass sich durch die Schutzanode auf dem korrodierten Stahl wieder eine Schutzschicht aufbaut?
    Nein.

    Hausdoc schrieb:

    Totalschaden Speicher.
    Ja.

    botnico schrieb:

    Nützt es jetzt nichts, nach Ausräumen des Speichers eine neue Schutzanode einzubauen?
    Und dann den Speicher weiter zu nutzen?

    Ich kann dir aus langer Erfahrung sagen wie das endet.

    1. Du freust dich das du ohne neuen Speicher das Problem gelöst hast und damit Geld gespart hast. Alles ist gut.

    2. Eines Tages kommst du nach Hause und hast einen Wasserschaden. Abhängig davon wo die Heizung steht und wann du das mitbekommst fallen dann die Folgeschäden aus. Keller unter Wasser, Laminat unter Wasser, Das Wasser tropft durch die Decke und was noch alles möglich ist.

    Der Hausratversicherung die (großen) Schäden zu überstellen wird dir nicht gelingen, da die einen Gutachter schickt und der die Ursache findet. Also Selbstverschulden. Damit bleibst du neben dem erheblichen Aufwand auf deinen Kosten sitzen.
    Stell dir nur mal vor, das komplett das Laminat raus muß, alles getrocknet werden muß und dann wieder neues Laminat rein kommt. Dazu müssen alle Möbel raus.
    Für Heizungshersteller und Typen gebe ich generell keine Empfehlungen ab.
    Der Glaube versetzt Berge, regelt und steuert aber keine Heizung und spart keine Heizungskosten.
  • Ganz so schlimm ist es nicht. Der Speicher steht im Heizungskeller. Und der hat einen Kanal, falls mal ein Rohr bricht (Fernwärme 15 Bar) oder eben der Speicher undicht wird.
    Laminat kommt mir nicht ins haus. Im Wohnzimmer ist Parkett verlegt.

    Zurück zum Thema:
    Ich habe inzwischen Kontakt mit dem Chef der ehemaligen Firma aufgenommen, die damals den Speicher hergestellt hat. Firmeninsolvenz und Nachfolgefirma.
    Den Speicher stellen die nicht mehr als Serienmodell her, können mir den aber als Sonderanfertigung liefern für 860 EUR FOB.
    Das wäre dann wieder ein Emaille Speicher mit auf Wunsch 70mm PU statt 50mm (wie damals üblich). Auf dass es diesmal besser läuft und das System dank Anodenwechsel länger hält (Wie lange ist eigentlich realistisch bei regelmäßiger Wartung?).
    Allerdings gibt es für 820 EUR schon einen Edelstahlspeicher gleicher Kapazität. https://www.zup24.de/Edelstahl-Warmwasserspeicher-200-Liter-mit-1-Waermetauscher
    Bei dem müsste dann wahrscheinlich ein Heizungsbauer einige der 5 Rohre anpassen, wegen anderer Position der Anschlüsse am Behälter.

    Der Chef der ehemaligen Herstellerfirma meinte, dass man den jetzigen Speicher noch 5 Jahre weiterbetreiben kann, wenn man die Schutzanode durch eine Fremdstromanode ersetzt. Mir gefällt das aber nicht so, jetzt nochmal Geld in einen so desolaten Speicher investieren.
  • botnico schrieb:

    Edelstahlspeicher gleicher Kapazität
    Würde ich dem Vorzug geben.

    botnico schrieb:

    Wie lange ist eigentlich realistisch bei regelmäßiger Wartung?).
    So lange wie die Heizung sollte er halten. Kalkgehalt vom Wasser hat mit der regelmäßigen Wartung auch großen Einfluß.
    Hier im Berliner Raum nach ca. 15 Jahren.
    Für Heizungshersteller und Typen gebe ich generell keine Empfehlungen ab.
    Der Glaube versetzt Berge, regelt und steuert aber keine Heizung und spart keine Heizungskosten.
  • Wenn beim Edelstahlspeicher die Schutzanode defekt ist, zersetzt er sich auch, wegen galvanischem Element (Kupferrohr - Behälter), richtig?

    Der Edelstahlspeicher, den ich vorher verlinkt habe, ist deutlich leichter als ein Emaillierter Behälter -> Weniger Material.
    Das müsste dann auch bedeuten, dass bei einer einsetzenden Korrosion der Behälter schneller "durch" ist, oder?
  • botnico schrieb:

    Wenn beim Edelstahlspeicher die Schutzanode defekt ist, zersetzt er sich auch, wegen galvanischem Element (Kupferrohr - Behälter), richtig?

    Ich habe mittlerweile um die 1500 Edelstahlspeicher in meinem Kundenkreis, nicht einer ist mit einer Magnesiumanode ausgestattet. Das ist in meinen Augen auch absoluter Humbug und spricht für die sauschlechte Trinkwasserqualität in den amerikanischen Staaten. (America First lässt grüßen).
    Undichte Edelstahlspeicher bewegen sich im Promillebereich. Alle Schäden sind durch schlechte Nachbearbeitungen von Schweißnähten entstanden.
    Fragen ohne Hintergrundinformationen bringen nur selten die gewünschte Antwort und Fotos sagen mehr wie tausend Worte :!:
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